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Aeshma, der Daeva mit der blutigen Keule

Aeshma ist Dämon der persischen Tradition.

Der Daeva des Zorns mit der blutigen Keule, Bote Ahrimans.

DämonPersien

Inhaltsverzeichnis

Aeshma, der Dämon des Zorns
Aeshma

Aeshma ist der zoroastrische Daeva des Zorns und der Gewalt, der Blutrausch, Kriegswut und Trunkenheit verkörpert. Als Bote Ahrimans verdirbt er das Opfer, sät Zwietracht und bedrängt die Seelen an der Cinvat-Brücke.

Bezeugt ist er bereits in den Gathas, dem ältesten Teil des Avesta, und breit im Jungavesta und in der Pahlavi-Literatur. Sein Name bedeutet Zorn, Wut oder Grimm und bezeichnet zugleich den Dämon und die im Menschen wirkende Eigenschaft.

Auf einen Blick: Aeshma

Typ: Daeva des Zorns und der Gewalt, Bote Ahrimans
Herkunft: Zoroastrische Tradition des iranischen Raums
Texte: Gathas, Jungavesta, Pahlavi-Literatur
Zeitraum: von den Gathas bis zur Pahlavi-Zeit
Erscheinung: der Dämon mit der blutigen Keule

Textgeschichte

Zeitraum der Texte

Zoroastrisch von den Gathas bis zur Pahlavi-Literatur: Aeshma ist bereits im ältesten Avesta bezeugt und bleibt bis in die mittelpersischen Bücher präsent.

Verbreitungsraum

Der iranische Raum: Aeshma gehört zum festen Bestand der zoroastrischen Dämonenwelt und ihrer Texte.

Quellenlage

Gut dokumentiert: das Avesta von den Gathas bis zum Jungavesta, die Pahlavi-Literatur sowie die Encyclopaedia Iranica.

Name und Varianten

Avestisch: aeshma, Zorn, Wut oder Grimm. Das Wort bezeichnet zugleich den Dämon und die im Menschen wirkende Eigenschaft; mittelpersisch lautet es eshm, neupersisch chashm, Zorn, bis heute.

Wesen und Wirkung

Erscheinung

Sein stehendes Epitheton ist der mit der blutigen Keule, bewusst kontrastiert mit dem Yazata Sraoscha, der die starke Keule trägt. Weitere Beiwörter sind bösartig und Besitzer der Lüge; seine Nachkommenschaft wird spät als mit zerzausten Haaren beschrieben.

Wirkung

Aeshma ist Dämon von Zorn, Gewalt, Blutrausch, Kriegswut und Trunkenheit und Bote Ahrimans. Er verdirbt das Opfer durch Grausamkeit gegen das Vieh, sät Zwietracht und bedrängt die Seelen an der Cinvat-Brücke; eng verbunden ist er mit Az, der Gier.

Steckbrief: Aeshma

Die wichtigsten Aspekte des Zorndämons auf einen Blick.

Tradition

Daeva der zoroastrischen Glaubenswelt, bezeugt von den Gathas bis in die Pahlavi-Literatur; sein Name ist zugleich das Wort für Zorn.

Zuständig für

Zorn, Gewalt, Blutrausch, Kriegswut und Trunkenheit; seine Adressaten sind Menschen, Vieh und die Seelen an der Cinvat-Brücke.

Darstellung

Der mit der blutigen Keule, bösartig und Besitzer der Lüge; seine Nachkommenschaft wird spät als mit zerzausten Haaren beschrieben.

Wirkungsbereich

Bote Ahrimans: Er verdirbt das Opfer durch Grausamkeit gegen das Vieh, sät Zwietracht und ist eng mit Az, der Gier, verbunden.

Abwehrformen

Die frommen Riten, die Aeshma fürchtet, und die Verehrung Ahura Mazdas; sein Hauptgegner ist der Yazata Sraoscha.

Pendants

Der manichäische Eshm als zerstörerischer Geist der Gier; über die debattierte Asmodeus-Linie reicht der Name bis in die westliche Dämonologie.

Vom Zorn-Wort zum Boten Ahrimans

Avestisch aeshma bedeutet Zorn, Wut oder Grimm und bezeichnet zugleich den Dämon und die im Menschen wirkende Eigenschaft: Der Daeva und das Gefühl tragen denselben Namen. Mittelpersisch wurde daraus eshm, neupersisch chashm, das bis heute Zorn bedeutet.

Bezeugt ist Aeshma bereits in den Gathas, dem ältesten Avesta, und breit im Jungavesta und in der Pahlavi-Literatur. Sein stehendes Epitheton, der mit der blutigen Keule, ist bewusst gegen den Yazata Sraoscha gesetzt, der die starke Keule trägt: Dem Dämon des Zorns steht der Gehorsam als bewaffneter Gegenspieler gegenüber.

Von Aeshma zu Asmodeus: die Rezeption

In der westlichen Tradition ist Aeshma als Asmodeus präsent, dem Dämon der Lust und des Zorns; populäre Darstellungen verzerren ihn dabei häufig. Im Manichäismus wurde Eshm zum zerstörerischen Geist der Gier.

Religionswissenschaftlich ist Aeshma ein Daeva des Zorns. Drei Klarstellungen: Die Ableitung Aeshma zu Asmodeus im Buch Tobit ist eine Hypothese, keine gesicherte Tatsache, da die vorausgesetzte Kompositform im erhaltenen Avesta nicht belegt ist. Die hebräische Wurzel-Herleitung gilt als Volksetymologie. Und die These bleibt debattiert.

Sraoscha, Mithra und die frommen Riten

Sein Hauptgegner ist der Yazata Sraoscha, Gehorsam und Andacht, der Aeshma am Ende der Welt niederwirft; auch Mithra wird dieser Sieg zugeschrieben. Aeshma fürchtet die frommen Riten und flieht am Jüngsten Tag vor dem Saoschjant. Schutz gewährt die Verehrung Ahura Mazdas und das rechte Ritual: Gegen den Dämon des Zorns hilft nach zoroastrischem Verständnis die geordnete Frömmigkeit selbst.

Von Eshm bis zur Asmodeus-Linie

Im Manichäismus wurde Eshm zum zerstörerischen Geist der Gier. Über die Asmodeus-Linie reicht Aeshma, so die verbreitete, aber debattierte Hypothese, bis in die westliche Dämonologie: Der Dämon Asmodai des Buches Tobit wird häufig auf ihn zurückgeführt, gesichert ist diese Ableitung nicht. Innerhalb der persischen Tradition steht Aeshma neben der Dämonenklasse der Div, der Verführerin Pairika und dem Dürredämon Apaosha.

Häufige Fragen zu Aeshma

Wer ist Aeshma?

Der zoroastrische Daeva des Zorns und der Gewalt, Bote Ahrimans. Er verkörpert Blutrausch, Kriegswut und Trunkenheit und bedrängt die Seelen an der Cinvat-Brücke.

Was ist sein Kennzeichen?

Die blutige Keule. Das Epitheton ist bewusst gegen die starke Keule des Yazata Sraoscha gesetzt, seines Hauptgegners.

Ist Aeshma dasselbe wie Asmodeus?

Das ist eine plausible, aber debattierte Hypothese, kein gesichertes Faktum. Die vorausgesetzte Kompositform ist im erhaltenen Avesta nicht belegt.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Asmussen, Jes P.: Aeshma. In: Encyclopaedia Iranica, Band 1. 1983.
  • Boyce, Mary: A History of Zoroastrianism, Band 1. Leiden.
  • Gershevitch, Ilya: The Avestan Hymn to Mithra. Cambridge 1959.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als zoroastrischer Zorndämon ist Aeshma der Daeva, in dem ein Gefühl selbst zur dämonischen Person wird: Der Zorn trägt die blutige Keule, und sein Gegenmittel ist die geordnete Andacht.

Classification & Protection

IVLEVEL
The Protection Compass assigns this being to influence level IV, Severe influence.

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