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Pairika, von der Dämonin zur Peri

Die Pairika ist Dämonin der persischen Tradition.

Die schöne, aber bösartige Verführerin, die zur Peri wurde.

DämoninPersien

Inhaltsverzeichnis

Pairika, die Verführerin und die Peri
Pairika

Die Pairika, neupersisch Pari oder Peri, ist ursprünglich eine schöne, aber bösartige Dämonin des Avesta. Im Lauf der Zeit wandelte sie sich zur schönen, geflügelten Peri der persischen Dichtung, dem Sinnbild überirdischer Schönheit.

Früh ist sie dürre- und unheilbringend: Sie bringt Kometen und Finsternisse, verhindert Regen, verursacht Missernten und verführt Männer. Verbreitet ist die Gestalt von Indien bis in die Türkei.

Im Überblick: Pairika

Typ: Verführerische Dämonin, später die schöne Peri
Herkunft: Avesta; iranischer Raum und Zentralasien
Texte: Avesta (Vendidad), islamzeitliche Dichtung bei Ferdowsi und Attar
Zeitraum: Avesta bis islamzeitliche Dichtung
Erscheinung: schöne, aber bösartige Frau, später geflügelt

Historische Einordnung

Zeitraum der Texte

Vom Avesta bis in die islamzeitliche persische Dichtung: Der Ursprung liegt im Avesta als Dämonin, fortgeführt bei Ferdowsi und Attar.

Verbreitungsraum

Der iranische Raum und Zentralasien; verbreitet ist die Gestalt von Indien bis in die Türkei.

Quellenlage

Gut dokumentiert: das Avesta, die persische Dichtung und die Encyclopaedia Iranica.

Name und Varianten

Avestisch: pairika, mittelpersisch parig, neupersisch pari oder peri, möglicherweise zur Wurzel par, Flügel; ein Konsens über die Herleitung besteht nicht.

Erscheinungsbild

Erscheinung

Avestisch ist die Pairika eine schöne, aber bösartige Dämonin, im Vendidad neben Zauberern gelistet, oft Zauberin oder Hexe und Agentin Ahrimans. Islamzeitlich wandelt sie sich ab dem 10. Jahrhundert zum schönen, geflügelten Wesen, engel- und nymphenähnlich.

Wirkung

Früh ist die Pairika dürre- und unheilbringend: Sie bringt Kometen und Finsternisse, verhindert Regen, verursacht Missernten und verführt Männer. Später ist sie schönheits- und liebesbezogen und im Volksglauben Zentralasiens teils sogar hilfreich, da Schamanen die Pari konsultieren.

Steckbrief: Pairika

Die wichtigsten Aspekte der Verführerin auf einen Blick.

Tradition

Dämonin des Avesta mit langem Nachleben: vom Vendidad über die persische Dichtung bis in den Volksglauben Zentralasiens.

Bezogen auf

Männer, Regen und Ernte: Die frühe Pairika verführt, verhindert den Regen und verursacht Missernten.

Darstellung

Schöne, aber bösartige Frau, im Vendidad neben Zauberern gelistet; ab dem 10. Jahrhundert geflügelt, engel- und nymphenähnlich.

Funktion

Agentin Ahrimans in der Frühzeit; später Sinnbild überirdischer Schönheit in der persischen Dichtung.

Umgang

In der zoroastrischen Frühphase die allgemeine Daeva-Abwehr; für die spätere positive Peri gibt es keine Abwehr mehr.

Abgrenzung

Das feste Gegensatzpaar mit den hässlichen Divs; die Gleichung Peri gleich fairy ist umstritten und wird meist verneint.

Vom Vendidad zur Dichtung: ein Bedeutungswandel

Avestisch heißt die Gestalt pairika, mittelpersisch parig, neupersisch pari oder peri, möglicherweise zur Wurzel par, Flügel, ohne Konsens über die Herleitung. Ihr Ursprung liegt im Avesta als Dämonin: Im Vendidad steht sie neben Zauberern, oft als Zauberin oder Hexe und Agentin Ahrimans.

Ab dem 10. Jahrhundert wandelt sie sich zum schönen, geflügelten Wesen, engel- und nymphenähnlich, und geht in die islamzeitliche persische Dichtung bei Ferdowsi und Attar ein. Verbreitet ist die Gestalt von Indien bis in die Türkei; im Volksglauben Zentralasiens ist die Pari teils sogar hilfreich, da Schamanen sie konsultieren.

Die Peri in Romantik und Volksglauben

Thomas Moore machte die Peri in Paradise and the Peri populär, von Robert Schumann als Das Paradies und die Peri vertont; so ging die Peri in die europäische Romantik ein. Dazu kommt die Geschichte von Ahmad und Peri Banu aus Tausendundeiner Nacht.

Religionswissenschaftlich ist die Pairika eine Dämonin, die zur schönen Peri wurde. Drei Klarstellungen: Der Wandel von der bösartigen Dämonin zur schönen Peri ist gut belegt und Fachkonsens. Der Kurzschluss Peri gleich fairy ist ein populärer Irrtum ohne Konsens. Und die These vorzoroastrischer Göttinnen ist Hypothese, nicht direkt aus dem Avesta ablesbar.

Daeva-Abwehr und ihr Ende

In der zoroastrischen Frühphase fällt die Pairika unter die allgemeine Daeva-Abwehr: die Verehrung Ahura Mazdas und den Reinheitskodex des Vendidad. Für die spätere positive Peri gibt es keine Abwehr mehr; ein Wesen, das zum Sinnbild überirdischer Schönheit geworden ist, wird nicht mehr gebannt, sondern besungen.

Peri gegen Div: Gegensatz und Verwandtschaft

Die Pairika bildet ein festes Gegensatzpaar mit den hässlichen Div, Peri gegen Div. Funktional ähnelt sie dem arabischen Djinn und wurde ab dem 10. Jahrhundert in die Houri-Tradition integriert. Die Verwandtschaft von Peri und englisch fairy ist dagegen umstritten und wird meist verneint. Zur selben Dämonenwelt gehört der Zorndämon Aeshma; als Verführerin steht ihr Umm al-Duwais der arabischen Überlieferung nahe.

Häufige Fragen zur Pairika

Was ist eine Pairika?

Ursprünglich eine schöne, aber bösartige Dämonin des Avesta, Agentin Ahrimans. Später wurde sie zur schönen Peri der persischen Dichtung.

Wie änderte sich ihre Bedeutung?

Von der unheilbringenden Dämonin, die Regen verhindert und Männer verführt, wandelte sie sich ab dem 10. Jahrhundert zum schönen, geflügelten Wesen, engel- und nymphenähnlich.

Ist die Peri dasselbe wie eine Fee?

Die Gleichung Peri gleich fairy ist ein populärer Irrtum ohne wissenschaftlichen Konsens; die Verwandtschaft wird meist verneint.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Pairika. In: Encyclopaedia Iranica.
  • Marzolph, Ulrich: The Middle Eastern World’s Contribution to Fairy-Tale History. In: The Fairy Tale World. London 2019.
  • Seyed-Gohrab, Ali Asghar: Magic in Classical Persian Amatory Literature. In: Iranian Studies 32, 1999.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Kaum eine persische Dämonin hat einen solchen Weg zurückgelegt wie die Pairika: von der Agentin Ahrimans im Avesta zur schönen Peri der Dichtung, deren Name bis heute für überirdische Schönheit steht.

Classification & Protection

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