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Nehebkau, Dämon der ägyptischen Tradition

Nehebkau ist Dämon der ägyptischen Tradition.

Dämon der Schlangen-Gestalt, Vereiniger der Doppelseelen, ambivalenter Wächter. Nehebkau ist der «Bewahrer der Ka», die magische Doppel-Seele, die jeden Menschen begleitet. Als Schlange, gewaltig und alt, existiert er in der Schwelle zwischen Sein und Nichts.

Seine Kraft ist Heilung und Gefahr zugleich. Im Jenseits kann Nehebkau zum Freund werden, wenn man seine dunkle Natur versteht und respektiert.

Nehebkau ist ein ägyptischer Dämon der Schlangen und Wahrer der Ka-Kraft.

DämonÄgypten

Inhaltsverzeichnis

Nehebkau - Dämonen aus der Ägypten-Tradition, historisch-illustrativ

Nehebkau

Auf einen Blick: Nehebkau

Typ: Ägyptische Hauptgottheit, Schlangen-Göttin und Toten-Speiserin
Pantheon: Ägypten (alle Dynastien)
Funktion: Schutz im Toten-Reich, Speisung der Verstorbenen, Schützer Re’s gegen Apophis
Hauptattribute: Schlangenkörper mit zwei Köpfen oder humanoidem Oberkörper
Hauptkultorte: Heliopolis (Re-Tempel-Bereich), Edfu, Dendera
Bedeutung: einer der ältesten ägyptischen Götter

Historische Einordnung

Zeitraum der Texte

Nehebkau ist seit den Pyramidentexten (Spr. 229 ff. ca. 24. Jh. v. Chr.) belegt, einer der ältesten ägyptischen Götter mit kontinuierlicher Verehrung. Im Mittleren Reich Schutzfigur in den Sargtexten (Spr. 84 ff.); im Neuen Reich zentral im Totenbuch (Spr. 87, 91, 149). In spätzeitlichen Tempeln (Edfu, Dendera) als apotropäische Wand-Skulptur.

Verbreitungsraum

Verehrt im gesamten ägyptischen Land, ohne ausgeprägten Hauptkultort. Präsent in Tempeln zu Re/Heliopolis, Edfu und Dendera als Schutzfigur. Auf Sarkophagen seit der 18. Dynastie häufig dargestellt. Plästerstatuen mit zwei Schlangenköpfen in Privat-Gräbern. Im hellenistisch-römischen Ägypten zunehmend mit Asklepios-Schlangengott synkretisiert.

Quellenlage

Zentrale Quellen: Pyramidentexte (Spr. 229 ff.), Sargtexte (Spr. 84 ff.), Totenbuch (Spr. 87, 91, 149, Nehebkau-Anrufungen), Inschriften in Edfu und Dendera. Sekundärliteratur: Bonnet, Reallexikon der ägyptischen Religionsgeschichte; Wilkinson, The Complete Gods and Goddesses; Pinch, Egyptian Mythology.

Name

Nehebkau wird als gigantische Schlange dargestellt, manchmal mit menschlichem Oberkörper oder menschlichem Kopf mit Schlangen-Rüssel. Seine Farbe ist oft grün oder gold, die Farbe der Regeneration und des Verborgenen. Manchmal trägt er magische Seile oder Knoten auf seiner Brust.

Der Ankh (Lebens-Zeichen) kann bei ihm sein. In Papyri wird er als altertümlich, weise und gefährlich gezeigt. Seine Schlange hat oft mehrere Windungen, jede Windung ist eine Schicht der magischen Kraft.

Wesenszüge

Nehebkau ist Wächter der Ka, die magische Seele, die jeden Menschen begleitet und auch nach dem Tod fortbesteht. Er schützt die Ka vor bösen Geistern und Dämonen. Im Totenbuch wird er als einer der Wächter der Pforten angerufen, sein Name muss gekannt werden, um vorbeizugehen.

Zauberer und Magier riefen Nehebkau an, um Kraft zu gewinnen. Heiler beschwörten ihn, um magische Verletzungen zu heilen. Seine Verehrung war weniger laut und öffentlich als die hauptsächlichen Götter, aber in magischen Kreisen zentral. In regionalen Kulten (besonders Nubien) wurde Nehebkau als direkter Schutz-Wesen lokaler Gemeinden verehrt.

Steckbrief: Nehebkau

Die wichtigsten Aspekte von Nehebkau auf einen Blick. Die folgenden Felder fassen Herkunft, Funktion, Erscheinung, Verehrung, Symbole und Parallelen zusammen.

Ursprung

Nehebkau („der die Ka-Kräfte vereinigt“) ist Sohn der Selket (Skorpion-Göttin) und einer der ältesten Schutzgötter Ägyptens. In den Pyramidentexten als „Schlange am Bug der Sonnenbarke“ er begleitet Re auf seiner Reise und schützt ihn vor der Chaos-Schlange Apophis. In späteren Traditionen mit Atum, Geb oder Selket genealogisch verbunden.

Adressaten

Schutz der Toten im Jenseits. Speisung der Verstorbenen mit den notwendigen Ka-Kräften, damit sie im Jenseits weiter existieren können. Schützer der Sonnenbarke gegen die Chaos-Schlange Apophis. Apotropäische Funktion gegen Schlangenbisse und böse Geister. Im hellenistisch-römischen Synkretismus auch Heilgöttin (mit Asklepios identifiziert).

Nehebkaus Erscheinung

Zwei Hauptformen:

Doppelschlange: Schlangenkörper mit zwei Köpfen an beiden Enden, symbol des Übergangs zwischen Welten. Auf Sarkophagen oft als umhüllende Schlange dargestellt.

Humanoid: menschähnlicher Oberkörper mit Schlangen-Unterleib. In der Hand häufig Was-Zepter oder Anch. Häufig blau- oder grüngeschuppt.

Auf den meisten Tempel-Reliefs in der Begleitung Re’s an der Sonnenbarke.

Tätigkeit

Wirkungsbereich: Nehebkau wurde besonders im Toten-Kult angerufen. Sarkophage des Mittleren und Neuen Reichs zeigen Nehebkau-Anrufungen. Im persönlichen Kult Schutz vor Schlangenbissen und bösen Träumen. Im Edfu-Tempel wird sein Bildnis bei der jährlichen Reinigungs-Prozession angerufen. Auf Apotropäik-Tafeln (besonders Cippus-Stelen) als Schutz dargestellt.

Schutzmittel

Doppelköpfige Schlange, Was-Zepter, Anch, grüne oder blaue Schuppen, Sonnenbarke (Begleiter), Speisen-Opfergaben (zur Ka-Speisung). Heilige Pflanze: Sykomorenbaum. Heilige Tiere: Schlangen aller Art, besonders die ägyptische Kobra.

Verwandte Wesen

Selket (Ägypten, Mutter), Wadjet (Ägypten, Schlangen-Göttin Unterägyptens), Atum (Ägypten, in einer Tradition Vater), Asklepios (Griechenland, Schlangen-Heilgott, hellenistisch synkretisiert). Globale Schlangen-Götter-Parallelen: Quetzalcoatl (Aztekisch, Federschlange), Nâga (Hinduismus/Buddhismus), Jormungand (Germanisch), Yamata-no-Orochi (Japan).

Praktische Abwehr

Apotropäisch-devotionale Rituale

Nehebkau (ägypt. Nḥb-k3w, „Der die Kas anschirrt“) ist ein zwitterhaft-ambivalenter Schlangengott des Lebens und der Unterwelt, ursprünglich furchteinflößend, später zum Schutzgott der Kas (Lebensgeister) und der Pharaonen umgewandelt.

Die Pyramidentexte (Spr. 263, 318) und Sargtexte beziehen sich häufig auf ihn. Sein Festkalender-Tag ist der erste Tag des Toben-Festivals (Heri-renpet), ein Reinigungsfest, das auch im neuen Jahr begangen wird (vgl. Wilkinson; Hornung, Conceptions of God).

Beschwörungen

Im Toten-Buch (Kap. 149) wird Nehebkau als Begleiter des Verstorbenen durch die Unterwelt-Pforten genannt. Ritualtexte für Lebende rufen ihn als Stärker des persönlichen Ka an. Die anti-Schlangen-Beschwörung in den Pyramidentexten (Spr. 226-243) wendet sich teilweise an Nehebkau zur Schadens-Abwendung.

Amulette und Schutzsymbole

Schlangenform-Amulette aus Fayence (zwei-köpfig, oder Schlange mit Menschen-Armen) als Nehebkau-Schutz. Pharaonen tragen sein Symbol auf Stelen-Inschriften zur eigenen Lebenskraft-Stärkung. Toten-Beigaben mit seinem Namen für die Reise durch die Unterwelt. Im Atum-Hymnus (BD 175) wird seine apotropäische Funktion als Bewahrer der Ka-Energie betont.

Nehebkau, Parallelen in anderen Kulturen

Nehebkau ähnelt Apophis (Ägypten), der bösen Schlange, aber Nehebkau ist nicht böse, sondern ambivalent. Er teilt mit nordischen Jörmungandr eine riesige Schlange-Natur. Er erinnert an indische Naga-Dämonen, mächtige, magische Schlangenwesen. Das Konzept einer ambivalenten, magischen Schlangen-Kraft ist universal; Nehebkau ist eine ägyptische, kontrollierte Ausformung.

Die Schlange aus den Pyramidentexten

Nehebkau gehört zu den ältesten in den ägyptischen Quellen fassbaren Schlangengottheiten. Sein Name erscheint bereits in den Pyramidentexten des Alten Reichs, den ältesten erhaltenen religiösen Texten Ägyptens, die in den Pyramiden der späten 5. und der 6. Dynastie aufgezeichnet wurden. Damit reicht seine Bezeugung in das dritte vorchristliche Jahrtausend zurück.

In diesen frühen Texten erscheint Nehebkau in einer doppelten Rolle, die für seine gesamte spätere Überlieferung kennzeichnend bleibt. Einerseits ist er eine bedrohliche Schlange, gegen die Schutzsprüche gerichtet sind; andererseits ist er ein machtvolles Wesen, dessen Kraft dem verstorbenen König zugutekommen kann.

Diese Ambivalenz ist nicht widersprüchlich gedacht, sondern entspricht dem ägyptischen Verständnis der Schlange als gefährlicher, zugleich aber wirkmächtiger Erscheinung.

Die Pyramidentexte verbinden Nehebkau mit der Erde, mit dem Bereich unter der Erdoberfläche, und mit der Versorgung des Toten mit Nahrung und Lebenskraft.

Religionsgeschichtlich ist bemerkenswert, dass Nehebkau über die gesamte ägyptische Geschichte hinweg, von den Pyramidentexten über die Sargtexte des Mittleren Reichs bis zu den Totenbüchern des Neuen Reichs und den Tempeltexten der Spätzeit, durchgehend belegt ist.

Wenige Gottheiten lassen sich über einen so langen Zeitraum verfolgen. Diese Kontinuität macht ihn zu einem dankbaren Untersuchungsgegenstand für die Frage, wie eine Gottheit über Jahrtausende ihre Bedeutung verschieben konnte, ohne ihren Kern zu verlieren.

Der Name und die Verknüpfung mit dem Ka

Der Name Nehebkau wird gewöhnlich als nehebkau wiedergegeben und enthält das ägyptische Wort ka im Plural, kau. Das Ka ist einer der zentralen Bestandteile der ägyptischen Vorstellung von der Person: eine Art Lebenskraft oder Lebensspender, der den Menschen über den Tod hinaus begleitet und der nach dem Tod versorgt werden muss.

Der erste Bestandteil des Namens wird meist mit einem Verb verbunden, das Anspannen, Zusammenfügen oder Verleihen bedeutet.

Die übliche Übersetzung lautet daher etwa Der die Ka-Kräfte verleiht oder Der die Ka-Kräfte zusammenfügt. Diese Deutung macht Nehebkau zu einer Gottheit, die unmittelbar mit der Verleihung von Lebenskraft zu tun hat.

In den Totentexten erscheint er entsprechend als ein Wesen, das dem Verstorbenen Nahrung und Vitalität sichert. Eine Tradition bringt ihn mit der Versorgung der vielen Kau zusammen, die verschiedenen Göttern zugeordnet wurden.

Die genaue grammatische Analyse des Namens ist in Einzelheiten umstritten, doch der Bezug zum Ka gilt als gesichert und ist für das Verständnis der Gottheit entscheidend. Nehebkau ist damit kein bloßes Schreckwesen, sondern eine Macht, die in das Zentrum der ägyptischen Vorstellung vom Weiterleben gehört.

Seine Schlangengestalt und seine Funktion als Lebenskraft-Geber stehen nicht im Widerspruch: In der ägyptischen Symbolik konnte die Schlange als chthonisches, erdgebundenes Wesen gerade deshalb mit der Erneuerung des Lebens verbunden werden, weil sie sich häutet und aus der Erde hervorkommt, dem Bereich, in dem auch die Toten lagen.

Vom gefährlichen Wesen zum wohltätigen Gott

Die wohl auffälligste Entwicklung in der Überlieferung Nehebkaus ist die Verschiebung von einem bedrohlichen zu einem überwiegend wohltätigen Wesen. In den frühesten Schichten ist Nehebkau eine gefährliche Schlange.

Mehrere alte Sprüche zielen darauf ab, ihn zu bannen oder unschädlich zu machen. Eine bekannte Formel besagt, dass Nehebkau erst dann ungefährlich sei, wenn man auf seine Wirbelsäule oder seine Glieder getreten habe, also wenn er bezwungen worden sei.

Im Lauf der Zeit tritt dieser bedrohliche Zug zurück. Bereits in den Sargtexten und verstärkt im Neuen Reich erscheint Nehebkau überwiegend als hilfreiche, beschützende und nährende Gottheit. Er wird zu einem Begleiter und Diener des Sonnengottes Re und des Totengottes Osiris gerechnet.

In manchen Texten gilt er als Sohn der Schlangengöttin Renenutet oder wird mit der Erde und ihren Gaben verbunden. Er konnte als Spender von Nahrung und Fruchtbarkeit angerufen werden.

Religionsgeschichtlich lässt sich diese Wandlung als ein Vorgang der Domestizierung oder Integration deuten: Ein ursprünglich furchteinflößendes Wesen wird in das Pantheon eingegliedert und seine Kraft positiv gewendet. Vergleichbare Vorgänge sind bei anderen ägyptischen Schlangen- und Mischwesen zu beobachten.

Es ist allerdings zu betonen, dass die ältere bedrohliche Schicht nie ganz verschwand; auch in späten Texten bleibt ein Rest des Gefährlichen erhalten. Nehebkau ist damit ein Beispiel dafür, dass im ägyptischen Denken Schutzkraft und Bedrohlichkeit oft zwei Seiten derselben Gottheit waren. Vergleichbare ambivalente Wesen sind Ammit und der Zwerggott Bes.

Forschungsliteratur

  • Pinch, Geraldine: Egyptian Mythology. A Guide to the Gods, Goddesses, and Traditions of Ancient Egypt. Oxford 2002.
  • Allen, James P.: The Pyramid Texts. Atlanta 2005 (zentrale Übersetzung).
  • Walde, Christine (Hg.): Der Neue Pauly (Lemma „Nehebkau“).

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Die hier beschriebene Schutzpraxis ist wissenschaftliche Einordnung historischer Traditionen. iWell Guard knüpft an diese kulturhistorische Linie tragbarer Schutzobjekte an und stellt eine zeitgenössische Form davon dar. Mehr über den iWell Guard →

Einordnung & Schutz

IISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe II zu – Spürbare Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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Empfohlene Schutzmittel

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Das einfachste Schutzmittel dieser Sammlung: 41 Schichten aus Echtgold 999, Platin, Silber und Silizium, gefertigt in Ruhla/Thüringen. Muss nicht aktiviert werden, ist an keine Person gebunden und wirkt im Umkreis von rund 50 Metern, auch ohne getragen zu werden.

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