Yamauba ist Dämonin der japanischen Tradition.
Menschenfresserin der Berge und nährende Mutter des Kintarō. Der Steckbrief zeigt sie zwischen Schrecken und Segen, zwischen Menschenfresserin und nährender Mutter.
Yamauba, auch Yamamba oder Yamanba, ist die Berghexe oder das Bergweib Japans, eine alte Frau der Berge. Sie ist ambivalent: Als Menschenfresserin überfällt sie Reisende, als nährende Gestalt bringt sie Fruchtbarkeit und Wohlstand.
In der Kintarō-Sage vom Berg Ashigara gilt sie in mehreren Fassungen als übernatürliche Mutter des Kintarō, des späteren Kriegers Sakata no Kintoki. Ihr zentraler literarischer Beleg ist das Nō-Stück Yamamba, das sie als weise, kosmisch wandernde Berggeistin zeigt.
Typ: Berghexe, ambivalente Bergdämonin
Herkunft: mittelalterliche bis frühneuzeitliche Erzähl-, Nō- und Kabuki-Tradition
Texte: Nō-Stück Yamamba, Volksmärchen, Kabuki, Ukiyo-e
Zeitraum: Mittelalter bis frühe Neuzeit, Nachleben bis heute
Erscheinung: alte Frau mit wildem weißem Haar, teils mit zweitem Mund
Yamauba stammt aus der mittelalterlichen bis frühneuzeitlichen Volks- und Erzählüberlieferung, aus Märchen, Nō, Kabuki und Ukiyo-e, ohne Kojiki-Bezug.
Japan, besonders die Berggegenden der Erzähltradition; die Kintarō-Sage ist mit dem Berg Ashigara verbunden.
Gut belegt: das Nō-Stück Yamamba, traditionell Zeami zugeschrieben, dazu Volksmärchen, Kabuki und Ukiyo-e sowie die moderne Forschung von Reider bis Copeland und Ehrlich.
Japanisch: yama bedeutet Berg, uba alte Frau oder Amme, also Bergalte oder Bergweib; Yamamba und Yamanba sind angeglichene Formen. Der Name benennt genau das, was die Sagen erzählen: eine alte Frau, die in den Bergen haust.
Erscheinung
Yamauba ist meist eine alte Frau mit wildem, langem, oft weißem Haar und zerlumptem Kimono. Ein verbreitetes Schauermotiv ist ein verborgener zweiter Mund auf dem Scheitel unter dem Haar. Je nach Erzählung ist sie monströs-menschenfressend oder würdevoll-übermenschlich.
Wirkung
Als Menschenfresserin lockt und überfällt Yamauba Reisende in den Bergen. Zugleich ist sie Trägerin von Fruchtbarkeit und Wohlstand: Sie zieht das übermenschlich starke Kind Kintarō auf, und ihr Besuch bringt mancherorts Reichtum oder gute Ernte.
Die wichtigsten Aspekte der Berghexe auf einen Blick.
Japanische Erzähl- und Bühnentradition: Märchen, Nō, Kabuki und Ukiyo-e; kein Bezug zum Kojiki.
Reisende in den Berggegenden, die sie als Menschenfresserin bedroht; daneben Dörfer, denen ihr Besuch Reichtum oder gute Ernte bringt.
Alte Frau mit wildem weißem Haar und zerlumptem Kimono; als Schauermotiv ein verborgener zweiter Mund auf dem Scheitel.
Menschenfresserei an Bergpfaden, zugleich Fruchtbarkeit und Wohlstand; in der Kintarō-Sage die nährende Ziehmutter des Heldenkindes.
Kein einheitlicher Opferkult; regional mit Yamauba verknüpfte Orte und Steine sowie die Kintarō-Verehrung im Ashigara-Gebiet.
Verwandt mit den Frauen der Oni und den Bergdämoninnen; typologisch nahe bei Baba Jaga und Frau Holle, aber eigenständig japanisch geprägt.
Der Name setzt sich aus yama, Berg, und uba, alte Frau oder Amme, zusammen, also Bergalte oder Bergweib; Yamamba und Yamanba sind angeglichene Formen. Die Gestalt stammt aus der mittelalterlichen bis frühneuzeitlichen Volks- und Erzählüberlieferung, aus Märchen, Nō, Kabuki und Ukiyo-e, ohne Kojiki-Bezug.
Zentraler literarischer Beleg ist das Nō-Stück Yamamba, traditionell Zeami zugeschrieben, in dem sie als weise, kosmisch wandernde Berggeistin auftritt. Daneben steht die Kintarō-Sage vom Berg Ashigara: In mehreren Fassungen gilt Yamauba als übernatürliche Mutter des Kintarō, des späteren Kriegers Sakata no Kintoki, und zieht das übermenschlich starke Kind auf.
Yamauba ist im Nō, im Kabuki und in zahlreichen Ukiyo-e präsent, oft mit dem Kind Kintarō. In der Moderne wandelte sie sich von der Schreckfigur zur Projektionsfläche für Weiblichkeit und Ambivalenz; der Begriff Yamanba wurde zudem für einen japanischen Modestil entlehnt.
Religionswissenschaftlich ist Yamauba in der Menschenfresser-Ausprägung sehr gefährlich, doch stark kontextabhängig. Drei Klarstellungen: Sie ist nicht eindeutig böse, die Ambivalenz zwischen Fressen und Fruchtbarkeit ist ihr Wesenskern. Das Nō-Stück zeigt sie als erhabene Berggeistin, nicht als Monster. Und die Mutter-des-Kintarō-Variante ist eine unter mehreren.
Ein flächendeckender, förmlicher Schrein- und Festkult ist für Yamauba nur teilweise belegt. Regional bestehen Örtlichkeiten und Steine, die mit ihr verknüpft sind, sowie ihre enge Assoziation mit der Kintarō-Verehrung im Ashigara-Gebiet. Insgesamt ist sie stärker Erzähl- und Bühnenfigur als Objekt eines einheitlichen Opferkults; der Schutz vor ihrer gefährlichen Seite gehört in die Welt der Märchen, nicht der Liturgie.
Innerhalb Japans ist Yamauba mit den Frauen der Oni und den Bergdämoninnen verwandt; an den Rändern fließt sie mit der Bergkami Yama-no-Kami zusammen. Typologisch vergleichbar ist sie mit ambivalenten europäischen Hexen- und Waldfrauen wie Baba Jaga oder Frau Holle, die zugleich bedrohliche und gebende Gestalten sind.
Wer ist Yamauba?
Die Berghexe oder das Bergweib Japans, eine alte Frau der Berge mit ambivalentem Wesen zwischen Gefahr und Gabe.
Ist sie böse?
Nicht eindeutig. Ihr Wesenskern ist die Ambivalenz zwischen menschenfressender Gefahr und nährender Fruchtbarkeit.
Was hat sie mit Kintarō zu tun?
In mehreren Fassungen der Sage vom Berg Ashigara gilt sie als übernatürliche Mutter des Kintarō, den sie aufzieht.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als japanische Berghexe und Bergweib der Sagen bleibt Yamauba bewusst doppelgesichtig: dieselbe Alte, die am Bergpfad zum Schrecken wird, zieht als Nährmutter den kleinen Kintarō groß.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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