Sōjōbō ist Geist der japanischen Tradition.
König der Tengu, heimlicher Lehrmeister des Yoshitsune.
Sōjōbō, in vereinfachter Schreibung Sojobo, ist der König der Tengu und der mächtige Berggeist des Berges Kurama nördlich von Kyoto. Als größter aller Tengu unterwies er der Legende nach den jungen Minamoto no Yoshitsune heimlich in der Schwertkunst und der Strategie.
Sōjōbō gehört nicht zum Kojiki oder Shinto, sondern zur buddhistisch geprägten Überlieferung von den Tengu als gefallenen, hochmütigen Mönchen. Popularisiert wurde die Verbindung zu Yoshitsune vor allem durch das Nō-Stück Kurama-tengu.
Typ: Tengu-König und Berggeist des Kurama
Herkunft: buddhistisch geprägte Tengu-Überlieferung Japans
Texte: Nō-Stück Kurama-tengu, Ukiyo-e
Zeitraum: Mittelalter bis frühe Neuzeit
Erscheinung: langnasiger Tengu in Yamabushi-Tracht
Die Überlieferung reicht vom japanischen Mittelalter bis in die frühe Neuzeit; ihren festen literarischen Ort fand die Gestalt im Nō-Theater und später im Farbholzschnitt.
Der Berg Kurama nördlich von Kyoto: Sitz der Tengu-Gemeinschaft, über die Sōjōbō gebietet, und Schauplatz der Yoshitsune-Legende.
Gut belegt: die Nō-Tradition, allen voran das Stück Kurama-tengu, und zahlreiche Ukiyo-e; dazu die Tengu-Forschung von de Visser bis Foster.
Japanisch: Der Name verbindet sōjō, den hohen buddhistischen Priesterrang, mit dem Mönchssuffix bō, sinngemäß der Priester-Erzabt. Er stellt den Tengu-König in die Rolle eines mönchischen Würdenträgers, denn Tengu wurden oft als Yamabushi, Bergasketen, dargestellt.
Erscheinung
Sōjōbō ist ein langnasiger Tengu mit rotem Gesicht, weißem Haar und Bart, in Yamabushi-Tracht, oft mit Flügeln und einem Federfächer als Rangzeichen. Er gilt als mächtigster aller Tengu; eine legendäre Angabe verleiht ihm die Kraft von tausend gewöhnlichen Tengu.
Wirkung
Sōjōbō ist Herr über die Tengu-Gemeinschaft des Kurama und Meister von Schwertkunst, Strategie und Magie. In der zentralen Legende unterwies er den jungen Ushiwakamaru, den späteren Minamoto no Yoshitsune, heimlich im Bergtal, die sagenhafte Erklärung für dessen außergewöhnliche Kampffähigkeit.
Die wichtigsten Aspekte des Tengu-Königs auf einen Blick.
Buddhistisch geprägte Tengu-Überlieferung von den Tengu als gefallenen, hochmütigen Mönchen; kein Kami aus dem Kojiki.
Die Tengu-Gemeinschaft des Berges Kurama und die Heldensage: Sein berühmtester Schüler ist der junge Yoshitsune.
Langnasiger Tengu mit rotem Gesicht, weißem Haar und Bart, in Yamabushi-Tracht, oft geflügelt und mit Federfächer als Rangzeichen.
Schwertkunst, Strategie und Magie: Die heimliche Unterweisung des Ushiwakamaru erklärt sagenhaft dessen spätere Kampfkunst.
Ein eigener, verbreiteter Kult mit Schreinen ist nicht breit belegt; am Kurama besteht der Tempel Kurama-dera, dessen Sphäre eng mit der Tengu-Überlieferung verbunden ist.
Tarōbō vom Berg Atago als weiterer berühmter Groß-Tengu in der Liste der acht großen Tengu; typologisch die Lehrmeister-Bergwesen der Heldensagen.
Der Name Sōjōbō verbindet sōjō, den hohen buddhistischen Priesterrang, mit dem Mönchssuffix bō, sinngemäß der Priester-Erzabt. Damit stellt die Überlieferung den Tengu-König in die Rolle eines mönchischen Würdenträgers, denn Tengu wurden oft als Yamabushi, als Bergasketen, dargestellt. Sōjōbō gehört nicht zum Kojiki oder Shinto, sondern zur buddhistisch geprägten Tengu-Überlieferung, die in den Tengu gefallene, hochmütige Mönche sah.
Die zentrale Legende verbindet ihn mit der Heldensage: Im Bergtal des Kurama unterwies er heimlich den jungen Ushiwakamaru, den späteren Minamoto no Yoshitsune, in Schwertkunst und Strategie. Popularisiert wurde diese Verbindung vor allem durch das Nō-Stück Kurama-tengu, das den Stoff auf die Bühne brachte.
Sōjōbō ist im Nō-Stück Kurama-tengu, in zahlreichen Ukiyo-e und in der modernen Popkultur, in Anime, Manga und Videospielen, präsent. Über ihn wurde der langnasige Tengu zum ikonischen Bild.
Religionswissenschaftlich ist Sōjōbō ambivalent-mächtig, in der Yoshitsune-Legende aber ein Wohltäter und Lehrer. Drei Klarstellungen: Er ist kein Shinto-Kami aus dem Kojiki, sondern eine buddhistisch geprägte Sagengestalt. Die Kraft von tausend Tengu ist legendäres Kolorit. Und Tengu sind ursprünglich keine wohlwollenden Schutzgeister, sondern ambivalent-gefährlich.
Ein eigener, verbreiteter Sōjōbō-Kult mit Schreinen ist nicht breit belegt. Am Berg Kurama besteht der buddhistische Tempel Kurama-dera, dessen Sphäre eng mit der Tengu- und Sōjōbō-Überlieferung verbunden ist; die Tengu-Assoziation wird dort heute touristisch vermarktet. Ein förmlicher liturgischer Kult mit regelmäßigen Opferriten ist dagegen nicht gesichert. Wer dem Tengu-König begegnen will, findet ihn also weniger im Ritus als in Erzählung, Theater und Bild.
Innerhalb Japans steht Sōjōbō neben Tarōbō vom Berg Atago als weiterem berühmten Groß-Tengu in der Liste der acht großen Tengu. In der Bergwelt der Yōkai begegnen ihm zudem die Yamauba als Bergdämonin und die Bergkami Yama-no-Kami. Typologisch vergleichbar sind Lehrmeister-Bergwesen anderer Kulturen, die Helden geheime Kampfkunst vermitteln.
Wer ist Sōjōbō?
Der König der Tengu und mächtige Berggeist des Berges Kurama bei Kyoto. Er gilt als größter aller Tengu und gebietet über deren Gemeinschaft.
Was lehrte er Yoshitsune?
Der Legende nach die Schwertkunst und die Strategie, die Grundlage von dessen außergewöhnlicher Kampffähigkeit.
Ist Sōjōbō ein Shinto-Gott?
Nein. Er ist eine buddhistisch geprägte Sagengestalt, kein Kami aus dem Kojiki.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als König der Tengu und Berggeist des Kurama verkörpert Sōjōbō beide Seiten seiner Wesensklasse: die gefährliche Macht des Bergwesens und den Lehrmeister, dem die Sage die Kampfkunst des Yoshitsune verdankt.
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