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Yama-no-Kami, Herrin der japanischen Berge

Yama-no-Kami ist Göttin der japanischen Tradition.

Herrin der Berge und des Wildes, im Frühjahr Feldgottheit.

GöttinJapan

Inhaltsverzeichnis

Yama-no-Kami, die Bergkami des Shinto
Yama-no-Kami

Yama-no-Kami ist die Bergkami oder Berggottheit des Shinto und Volksglaubens, eine Funktions- und Sammelbezeichnung für Berggottheiten. In weiten Teilen des ländlichen Japan ist sie weiblich gedacht, oft eifersüchtig, und steht Jägern, Holzfällern und Bauern vor.

Ein Kernkomplex ist der saisonale Wechsel mit der Feldgottheit Ta-no-kami: Im Frühjahr steigt die Bergkami herab und wacht über die Reisfelder, nach der Herbsternte kehrt sie in die Berge zurück. So verbindet sie Berg- und Agrarwelt.

Im Überblick: Yama-no-Kami

Typ: Bergkami, Funktions- und Sammelbezeichnung für Berggottheiten
Herkunft: Shinto und Volksglaube, volkskundlich erschlossen
Texte: volkskundliche Erschließung, unter anderem durch Yanagita Kunio
Zeitraum: Volksglaube bis in die Gegenwart
Erscheinung: meist weibliche, als eifersüchtig geltende Bergkami

Herkunftsraum und Quellen

Zeitraum der Texte

Yama-no-Kami gehört dem Shinto und dem Volksglauben an; erschlossen ist der Komplex vor allem volkskundlich, allen voran durch Yanagita Kunio.

Verbreitungsraum

Japan, besonders die ländlichen Bergregionen; das Grundmuster ist weit verbreitet, die Ausprägungen sind regional variabel.

Quellenlage

Im Grundmuster gut belegt, regional variabel: die volkskundliche Forschung, allen voran Yanagita Kunios Yama no jinsei, dazu Blackers Studie zum japanischen Schamanismus.

Name und Varianten

Japanisch: Yama-no-Kami bedeutet wörtlich Kami des Berges; es ist kein Eigenname, sondern eine Funktionsbezeichnung. Mythologisch gilt Ōyamatsumi aus dem Kojiki als Herr der Berge; im Volksglauben ist Yama-no-Kami dagegen primär eine lokale, oft namenlose Berggottheit und nicht deckungsgleich mit dem klassischen Mythos-Kami.

Wesen und Wirkung

Erscheinung

In weiten Teilen des ländlichen Japan ist Yama-no-Kami weiblich, häufig als eifersüchtige, als hässlich geltende Göttin vorgestellt. Aus dieser Konnotation leiten sich mehrere Bräuche und Tabus ab.

Wirkung

Yama-no-Kami ist Herrin des Bergwildes; der Jagderfolg gilt als ihre Gabe. Im Frühjahr steigt sie von den Bergen herab und wird zur Ta-no-kami, der Feldgottheit, die über das Wachstum der Reisfelder wacht; nach der Herbsternte kehrt sie in die Berge zurück und wird wieder Yama-no-Kami.

Steckbrief: Yama-no-Kami

Die wichtigsten Aspekte der Bergkami auf einen Blick.

Kulturkontext

Shinto und ländlicher Volksglaube: ein Komplex lokaler, oft namenloser Berggottheiten, volkskundlich durch Yanagita Kunio erschlossen.

Bezogen auf

Jäger, Holzfäller, Köhler und Bauern: Ihnen steht die Bergkami vor, ihr Wohlwollen entscheidet über Jagd und Ernte.

Darstellung

Meist weiblich gedachte, als eifersüchtig und hässlich geltende Göttin; verehrt oft nur an einem Stein, einem Baum oder einem kleinen Hokora.

Funktion

Herrin der Berge und des Wildes; im saisonalen Wechsel mit Ta-no-kami zugleich Feldgottheit über das Wachstum des Reises.

Umgang

Lokale Schreine und schlichte Bergheiligtümer, die Okoze-Gabe der Matagi-Jäger sowie Berg- und Frauen-Tabus, deren Verletzung als gefährlich gilt.

Vergleichbares

Innerjapanisch die Yamauba und die Tengu; typologisch die Herr-der-Tiere-Gottheiten anderer Jägerkulturen wie die georgische Dali.

Vom Mythos-Kami zur Berggottheit der Jäger

Yama-no-Kami bedeutet wörtlich Kami des Berges und ist kein Eigenname, sondern eine Funktionsbezeichnung. Mythologisch gilt Ōyamatsumi aus dem Kojiki als Herr der Berge; im Volksglauben, den vor allem Yanagita Kunio erschloss, ist Yama-no-Kami dagegen primär eine lokale, oft namenlose Berggottheit der Jäger, Holzfäller und Köhler und nicht deckungsgleich mit dem klassischen Mythos-Kami.

Zum Kern des Komplexes gehört der saisonale Wechsel: Im Frühjahr steigt Yama-no-Kami von den Bergen herab und wird zur Ta-no-kami, der Feldgottheit, die über das Wachstum der Reisfelder wacht; nach der Herbsternte kehrt sie in die Berge zurück und wird wieder Yama-no-Kami. Dieses Muster verbindet die Bergwelt der Jäger mit der Agrarwelt der Bauern.

Lebendige Bräuche und Einordnung

Yama-no-Kami ist fester Gegenstand der japanischen Volkskunde, unter anderem bei Yanagita Kunio, und in ländlichen Regionen mit Bräuchen wie der Okoze-Gabe und Bergsperr-Tagen bis heute lebendig. In der Populärkultur ist sie weniger fixiert als Tengu oder Yamauba.

Religionswissenschaftlich ist Yama-no-Kami grundsätzlich schützend und gebend für Jagd, Ernte und Wald, aber tabu-empfindlich; die Bedrohung liegt in der Tabuverletzung, nicht in bloßer Bosheit. Drei Klarstellungen: Yama-no-Kami ist kein einzelner Gott, sondern ein Komplex lokaler Berggottheiten. Die weibliche Konnotation und die Okoze- und Frauen-Tabus gehören zur volkstümlichen Schicht. Und der Wechsel mit Ta-no-kami ist ein regional verbreitetes Muster, kein landesweites Dogma.

Okoze-Gabe, Bergsperre und Tabus

Es bestehen zahlreiche lokale Yama-no-Kami-Schreine und schlichte Bergheiligtümer, oft nur ein Stein, ein Baum oder ein kleiner Hokora. Die Matagi, die Berufsjäger der Tōhoku-Region, opfern der Göttin den besonders hässlichen Steinfisch Okoze, damit der Anblick eines noch hässlicheren Wesens sie erfreue. Vielerorts galt der Jagd- und Bergbereich als für Frauen tabu, und an ihrem Feiertag darf der Berg nicht betreten werden, weil die Gottheit dann ihre Bäume zählt.

Bergkami, Berg-Yōkai und Herrinnen des Wildes

Innerjapanisch fließt Yama-no-Kami an den Rändern mit Berg-Yōkai wie der Yamauba und den Tengu zusammen. Typologisch vergleichbar sind Herr-der-Tiere-Gottheiten anderer Jägerkulturen, deren Wohlwollen über den Jagderfolg entscheidet, etwa die georgische Dali.

Häufige Fragen zur Yama-no-Kami

Ist Yama-no-Kami ein einzelner Gott?

Nein. Es ist ein Komplex lokaler Berggottheiten, kein einzelner Gott; der Name ist eine Funktionsbezeichnung.

Warum opfert man ihr den Steinfisch Okoze?

Weil sie als eifersüchtig und um ihr Aussehen besorgt gilt; der Anblick eines noch hässlicheren Wesens soll sie erfreuen.

Was ist der Wechsel mit Ta-no-kami?

Im Frühjahr wird die Bergkami zur Feldgottheit über die Reisfelder und kehrt nach der Herbsternte wieder in die Berge zurück.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

  • Japan – alle Wesen der japanischen Glaubenswelt
  • Yamauba – die Bergdämonin, mit der die Bergkami an den Rändern verschmilzt
  • Dali – die georgische Herrin des Wildes als typologisches Gegenstück
  • Amulett, Räuchern, Salz – überlieferte Schutzmittel
  • Schutz-Kompass – Schutzmittel im Überblick

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Blacker, Carmen: The Catalpa Bow. A Study of Shamanistic Practices in Japan. London 1975.
  • Foster, Michael Dylan: The Book of Yōkai. Berkeley 2015.
  • Yanagita Kunio: Yama no jinsei. Tokyo 1926.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als japanische Bergkami und Göttin der Jäger und Felder verbindet Yama-no-Kami zwei Welten: die wilde Bergregion, deren Wild sie gewährt, und die Reisfelder, über die sie im Sommer als Ta-no-kami wacht.

Einordnung & Schutz

IISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe II zu – Spürbare Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

Im Schutz-Kompass vergleichen →

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