Susanoo ist Gott der japanischen Tradition.
Sturmgott, Drachenbesieger, Wildheit gezähmt. Susanoo ist Japans mythischer Rebellion-Gott, temperamentvoll, eigensinnig, kraftvoll. Als Bruder Amaterasus und Tsukuyomis trägt er die dämonische Energie des Sturms, des Chaos-Windes.
Der Kojiki-Mythos zeigt ihn zunächst als zerstörerischer Rüpel, dann als Held: Er bezwingt den achtköpfigen Drachen Yamata-no-Orochi und rettet die Göttin Kushinada-hime. Aus des Drachens Körper zieht er das legendäre Schwert *Kusanagi*, eines der drei kaiserlichen Schätze und Symbol unbezähmter Kraft.
Typ: Japanische Hauptgottheit (Shinto), Sturm- und Meeresgott
Pantheon: Shinto
Funktion: Sturm und Meer, Vernichtung des Drachen Yamata-no-Orochi, Quelle des kaiserlichen Schwerts Kusanagi
Hauptattribute: Schwert (Totsuka-no-Tsurugi und Kusanagi), wildes Haar, Sturm-Aura
Hauptkultorte: Susa-Schrein in Shimane (Hauptkultort), Yasaka-Schrein in Kyoto (als Gozu Tenno-Synkretismus)
Geschwister: Amaterasu (Sonne), Tsukuyomi (Mond)
Susano-o (jap. Susanoo-no-Mikoto) ist seit dem 8. Jh. n. Chr. literarisch im Kojiki und Nihon shoki belegt. Hauptmythos: nach dem Streit mit Amaterasu (er beschmutzt ihre Reisfelder, tötet eine ihrer Webdienerinnen, sie zieht sich in die Iwato-Höhle zurück) wird Susano-o in die irdische Welt verbannt.
In Izumo (heutige Shimane-Präfektur) erschlägt er den achtkopfigen Drachen Yamata-no-Orochi; aus dem Schwanz schneidet er das Schwert Kusanagi-no-Tsurugi, das eines der drei kaiserlichen Reichs-Insignien wird. Hauptblütezeit der Susano-o-Theologie: Heian- und Kamakura-Zeit. Im Mittelalter Synkretisierung mit dem buddhistisch-daoistischen Gozu Tenno (Yasaka-Schrein in Kyoto).
Hauptkultorte: Susa-Schrein in Shimane (Hauptkultort, mythische Wirkungsstätte), Yasaka-Schrein in Kyoto (mit dem berühmten Gion-Matsuri, einem der größten japanischen Festivals), Hikawa-Schrein in Saitama (Schutzschrein des Tokyo-Raums), Kumano-Schreine. Die Susano-o-Verehrung im Yasaka-Schrein als Gozu Tenno war im Mittelalter der größte Kult Kyotos.
Zentrale Quellen: Kojiki (Buch I, ausführliche Susano-o-Episoden), Nihon shoki (Buch I), Izumo Fudoki (8. Jh. regionale Überlieferung), Engi-shiki. Sekundärliteratur: Aston, Shinto. The Way of the Gods; Kanda, Shinto in History; Heldt (Übers.), The Kojiki; Bocking, A Popular Dictionary of Shinto; McCullough, Yoshitsune. A Fifteenth-Century Japanese Chronicle (zur Gozu-Tenno-Tradition).
Susanoo wird als kraftvoller, oft barbarisch-aussehender Gott gezeigt: lange Haare, wild-muskulöse Form, Blitze um ihn herum. Er trägt oft Kriegsrüstung oder primitive Gewänder.
Das Kusanagi-Schwert (Schwert des Grases, das die Windin schneiden kann) ist sein primäres Symbol, nicht aus Gewalt, sondern als mononoke-Waffe, die übernatürlich ist. Yamata-no-Orochi, der achtköpfige Drache, wird als riesige Schlange mit rotem Unter-Bauch gezeigt. Regen, Donner, Wirbelwind sind visuelle Susanoo-Zeichen.
Susanoo ist Gott der Stürme, des Regens und des ungeordneten Chaos, aber auch des Willens und der Überwindung. Im Izumo-Taisha-Schrein wird er verehrt als Zeuge von Ehen (ein sanfterer Aspekt), als Beschützer vor bösen Geistern (mononoke) und als Symbol rauer Kraft, die gezähmt werden kann.
Seine Drachenkampf-Geschichte ist psychologisch: Der Held besiegt nicht durch Brutalität, sondern durch List (er betrinkt den Drachen). Susanoos Nachkommen im Mythos sind Kriegsgötter und Kriegs-Minister, was seine Rolle als Chaoskraft-in-Kontrolle verstärkt.
Erscheinung und Symbolik
Susanoo wird als muskulöser, manchmal wild aussehender Mann dargestellt, oft mit langen Haaren. Er trägt das legendäre Schwert Kusanagi („Grasschneid-Schwert“). Sein Körper ist von Sturmwolken oder Blitzen umwirbelt. Er wird manchmal mit einem bösen oder grimmigen Ausdruck gezeigt, manchmal kämpfend gegen eine riesige Schlange (Yamata no Orochi).
Die wichtigsten Aspekte von Susano-o auf einen Blick. Die folgenden Felder fassen Herkunft, Funktion, Erscheinung, Verehrung, Symbole und kulturelle Parallelen zusammen.
Susano-o entsteht aus Izanagis Nase, als sich dieser nach der Rückkehr aus Yomi reinigt, während Amaterasu aus dem linken und Tsukuyomi aus dem rechten Auge entstehen.
Charakter charakteristisch wild und ambivalent: einerseits zerstörerischer Sturm (Konflikt mit Amaterasu), andererseits heroischer Drachen-Töter (Yamata-no-Orochi-Mythos). Ehemann der Kushinada-hime (die er vor dem Drachen rettet). Vater des Okuninushi, Gründer von Izumo und einer der größten Heroen der japanischen Mythologie.
Sturm- und Meeresgott. Schutz vor Naturkatastrophen (Sturm, Tsunami) durch Anrufung. Im Gozu-Tenno-Synkretismus auch Patron gegen Pest und Krankheit (Yasaka-Schrein und Gion-Matsuri sind ursprünglich Pest-Abwehr-Riten). Patron der Heroen und Krieger durch sein heroisches Drachen-Töter-Mythos. Im persönlichen Kult Anrufung in akuten Notlagen.
Wilder Mannskörper mit langem ungeordnetem Haar, kräftigem Körperbau, in einfacher Tracht oder Krieger-Gewandung. Schwert in der Hand (Totsuka-no-Tsurugi oder Kusanagi). Häufig in Kampf-Pose gegen den achtkopfigen Yamata-no-Orochi-Drachen dargestellt. In Gozu-Tenno-Form: ochsenköpfige Gestalt mit feurigem Antlitz (chinesisch-buddhistisch beeinflusst). In Volkstheater (Kabuki, Noh) oft als heroisch-getragene Figur mit dramatischen Gesten.
Wirkungsbereich: Susano-o wird in seinen Hauptkultorten regelmäßig angerufen, vor Reisen, in Sturm-Bedrohung, gegen Krankheit. Das Gion-Matsuri in Kyoto (Juli, durchgängig 30 Tage) ist eines der größten und prachtvollsten japanischen Festivals, ursprünglich als Pest-Abwehr-Ritual gegründet (869 n. Chr. nach einer Epidemie). Im Hikawa-Schrein-Komplex Schutz für den Tokyo-Raum. Im ländlichen Japan auch landwirtschaftlicher Schutzgott.
Schwert (Totsuka-no-Tsurugi und Kusanagi-no-Tsurugi), Yamata-no-Orochi-Drache (Antagonist), wildes Haar, Krieger-Tracht. Heilige Pflanzen: keine spezifischen. Heilige Tiere: in Gozu-Tenno-Form Ochse. Heilige Berge: Susa-Berg in Shimane.
Gozu Tenno (buddhistisch-daoistisch, mittelalterlicher Synkretismus), Thor (Germanisch, Sturm- und Drachen-Töter), Indra (Hinduismus, Vritra-Töter), Marduk (Mesopotamien, Tiamat-Töter), Apollon (Griechenland, Python-Töter), Perseus (Griechenland, Medusa- und Drachen-Töter), Beowulf (Germanisch, Drachen-Töter), St. Georg (christlich). Susano-o ist eine der berühmtesten ostasiatischen Drachen-Töter-Helden.
Verehrungsrituale
Susanoo (japan. 須佐之男, „Wilder Mann von Susa“) ist der Sturm- und Meeresgott, Bruder Amaterasus und Tsukuyomis (Kojiki I). Sein Hauptkultort ist der Yasaka-Schrein (Gion) in Kyoto und der Hikawa-Schrein in Saitama.
Das berühmteste Susanoo-Fest ist das Gion-Matsuri in Kyoto (Juli, seit 869 n. Chr. ursprünglich gegen Pesterregung gestiftet). Weitere wichtige Schreine: Susa-Schrein in Shimane, Tsushima-Schrein in Aichi (vgl. Picken).
Anrufungen
Das Norito-Gebet an Susanoo betont seinen ambivalenten Charakter, Schutz vor Dämonen einerseits, ehrfurchtsvolle Distanz vor Sturm andererseits. Das Yamata-no-Orochi-Mythenritual (Acht-köpfige-Schlange-Bezwingung, Kojiki I, Kap. 22-23) wird in Kagura-Tänzen aufgeführt. Susanoo gilt auch als Erfinder der Waka-Dichtung, sein Gedicht „Yakumo-tatsu Izumo“ am Heiligenschrein.
Amulette und Schutzsymbole
Susanoo-Omamori aus Yasaka- und Hikawa-Schreinen als Schutz vor Krankheit, Feuer und Sturm. Das Kusanagi-Schwert (Kusanagi-no-Tsurugi), eines der drei Reichsregalia Japans, gilt als seine Gabe an Amaterasu. Stroh-Halsbänder (Shimenawa) an Schreinpforten markieren den heiligen Bereich.
Susanoo ähnelt dem nordischen Loki (chaotisch, Regel-Brecher) oder dem griechischen Ares (Sturm und Kampf). Im Gegensatz zu diesen ist Susanoo nicht als bösartig dargestellt, sondern als wild, der aber Läuterung erfährt.
Er teilt Merkmale mit dem indischen Indra (Regen, Drachenkampf) und dem chinesischen Guan Yu (Mut). Seine Drachentötung ähnelt dem germanischen Sigurd gegen Fafnir oder der Beowulf-Geschichte. Einzigartig ist seine Rolle als Bruder der obersten Göttin und seine Bremsung durch Weiblichkeit und Liebe.
Die berühmteste Erzählung um Susanoo ist sein Kampf gegen Yamata no Orochi, den achtköpfigen und achtschwänzigen Drachen. Sie steht im Kojiki (712) und im Nihon Shoki (720), den beiden ältesten erhaltenen Chroniken Japans.
Nach seiner Verbannung aus der Himmelsebene steigt Susanoo am Oberlauf des Flusses Hi in der Provinz Izumo herab. Dort trifft er ein altes Paar, das weint, weil das Ungeheuer bereits sieben ihrer Töchter gefressen hat und nun die achte, Kushinada-hime, holen will.
Susanoo verspricht Hilfe und fordert das Mädchen zur Frau. Er verwandelt sie in einen Kamm, den er in sein Haar steckt, und lässt acht Gefäße mit starkem Reiswein bereitstellen. Der Drache senkt seine acht Köpfe in die Gefäße, betrinkt sich und schläft ein.
Susanoo zerstückelt ihn mit seinem Schwert. Im Schwanz des Ungeheuers findet er ein Schwert, das er der Sonnengöttin Amaterasu darbringt. Dieses Schwert, später Kusanagi no tsurugi genannt, wird eines der drei Throninsignien des japanischen Kaiserhauses.
Die Episode trägt mehrere Bedeutungsschichten. Religionswissenschaftlich gelesen markiert sie Susanoos Wandlung vom chaotischen Störer zum Kulturheros und Ordnungsstifter. Die Übergabe des Schwertes verbindet die Izumo-Tradition mit der himmlischen Linie Amaterasus und damit mit der kaiserlichen Legitimation.
Mehrere Forscher, unter ihnen Donald Philippi in seiner kommentierten Kojiki-Übersetzung (1968), haben auf die mögliche Verbindung des Drachen zu Überschwemmungen des Flusses Hi und auf die eisenverarbeitende Region Izumo hingewiesen, in der das aus dem Drachenkörper gewonnene Schwert konkret an die lokale Metallproduktion erinnern könnte.
Bevor Susanoo zum Drachentöter wird, ist er in den Chroniken vor allem der Unruhestifter. Aus dem Schöpfergott Izanagi geboren, erhält er die Herrschaft über das Meer oder, in anderen Lesarten, über die Ebene des Meeres, weigert sich aber, seinen Posten anzutreten, und weint so heftig, dass Berge verdorren und Flüsse versiegen. Izanagi verbannt ihn daraufhin.
Vor seinem endgültigen Abstieg sucht Susanoo seine Schwester Amaterasu in der Himmelsebene auf. Beide schließen einen Schwur und bringen aus den Gegenständen des anderen Kinder hervor, ein Vorgang, der je nach Lesart als Wettkampf oder als Reinheitsbeweis gilt.
Susanoo deutet das Ergebnis als seinen Sieg und gerät außer Rand und Band. Er reißt die Grenzraine der Reisfelder ein, verstopft Bewässerungsgräben, verunreinigt die Halle des Erntefestes und wirft schließlich ein gehäutetes Pferd in die Webhalle der Sonnengöttin, wobei eine Weberin zu Tode kommt.
Aus Entsetzen über diese Taten zieht sich Amaterasu in eine Felshöhle zurück, und die Welt versinkt in Finsternis. Erst eine List der versammelten Götter, ausgelassener Tanz und das Vorhalten eines Spiegels, lockt sie wieder hervor. Susanoo wird zur Strafe Bart, Finger- und Zehennägel beschnitten und endgültig verstoßen.
Die Aufzählung seiner Vergehen ist religionswissenschaftlich aufschlussreich: Sie deckt sich weitgehend mit den sogenannten Himmelssünden des shintoistischen Reinheitsdenkens, also mit schweren Verstößen gegen die rituelle und agrarische Ordnung. Susanoo verkörpert hier die personifizierte Verunreinigung, deren Beseitigung erst die kosmische Ordnung wiederherstellt.
Während die kaiserliche Mythologie auf Amaterasu und ihre Nachkommen ausgerichtet ist, gehört Susanoo vor allem nach Izumo, einer Region an der Japansee. Dort gilt er als Stammvater einer eigenen Götterlinie.
Sein Nachkomme, je nach Genealogie Sohn oder fernerer Abkömmling, ist Okuninushi, der große Landherr von Izumo, der das Land erschließt und es später in der Erzählung von der Landübergabe an die himmlischen Götter abtritt.
Die enge Bindung an Izumo zeigt sich in der Kultlandschaft. Susanoo wird in zahlreichen Schreinen verehrt, darunter Yaegaki-jinja, dessen Name auf das Lied vom achtfachen Zaun zurückgeführt wird, das Susanoo der Überlieferung nach beim Hausbau für Kushinada-hime gedichtet haben soll.
Dieses Lied gilt traditionell als das früheste japanische Gedicht in der klassischen 31-silbigen Form und verbindet Susanoo zusätzlich mit dem Ursprung der Dichtkunst.
In der religionshistorischen Forschung wird Izumo häufig als Gegenpol zur Yamato-Tradition gelesen. Der Mythenkomplex um Susanoo und Okuninushi könnte die Erinnerung an einen eigenständigen politischen oder kultischen Machtbereich bewahren, der von der späteren Zentralmacht eingegliedert wurde.
Ob dahinter eine konkrete historische Konföderation steht oder eine rein literarische Konstruktion der Chronisten, bleibt umstritten. Sicher ist, dass die Izumo-Schreine, allen voran der große Schrein von Izumo, bis heute ein eigenes Profil bewahren und Susanoo dort nicht als Randfigur, sondern als verehrter Ahnherr erscheint.
Eine eigene und oft übersehene Linie der Wirkungsgeschichte Susanoos führt über den mittelalterlichen Synkretismus. Im Rahmen der Verbindung von Shinto und Buddhismus wurde Susanoo mit Gozu Tennō gleichgesetzt, einer ursprünglich aus kontinentalen Vorstellungen stammenden Gottheit, deren Name Ochsenkopf-Himmelskönig bedeutet und die als Herr über Seuchen galt.
Diese Identifikation hatte handfeste kultische Folgen. Der Gion-Kult, dessen Zentrum der Yasaka-Schrein in Kyoto bildet, verehrte Gozu Tennō und damit Susanoo als Abwehrmacht gegen Epidemien.
Das berühmte Gion-Fest in Kyoto, dessen Ursprung im 9. Jahrhundert auf eine Seuchenabwehr zurückgeht, gehört in diesen Zusammenhang. Auch der Tsushima-Kult und zahlreiche sogenannte Tennō-Schreine im ganzen Land standen in dieser Tradition.
Mit der staatlichen Trennung von Shinto und Buddhismus im 19. Jahrhundert wurde Gozu Tennō als buddhistisch geprägte Gestalt offiziell zurückgedrängt, und die betreffenden Schreine wurden formell auf Susanoo umgewidmet. Der heutige Name Yasaka-jinja statt Gion-Schrein ist ein direktes Ergebnis dieser Politik.
Für die Forschung ist diese Episode ein Musterbeispiel dafür, wie staatliche Religionspolitik historische Kultidentitäten überschreiben kann. Zugleich erklärt sie, warum Susanoo bis heute vielerorts nicht nur als Sturm- und Drachentötergott, sondern auch als Schutzmacht gegen Krankheit angerufen wird, eine Funktion, die aus den ältesten Chroniken allein nicht ableitbar wäre.
Susanoo gehört zu den am intensivsten gedeuteten Gestalten der japanischen Mythologie, gerade weil er sich keiner einfachen Kategorie fügt. Schon der Name wird unterschiedlich erklärt.
Eine verbreitete, aber nicht gesicherte Etymologie verbindet ihn mit dem Verb für ungestümes oder rasendes Verhalten, was zur Lesart als Sturm- oder Unwettergott passt. Andere Vorschläge knüpfen an Ortsnamen oder an die Provinz an. Die Chroniken selbst geben keine eindeutige Deutung.
In der älteren Forschung wurde Susanoo häufig als Sturmgott klassifiziert, parallel zu indogermanischen Unwettergottheiten. Diese Gleichsetzung gilt heute als zu schematisch. Andere Ansätze betonen den Trickster-Charakter: Susanoo verstößt gegen Regeln, stiftet Chaos, ist zugleich aber Kulturbringer und Drachentöter. Diese Doppelnatur ist für Tricksterfiguren typisch und wurde unter anderem im Anschluss an die vergleichende Mythologie diskutiert.
Ein dritter Strang liest Susanoo politisch. Als Bruder Amaterasus, aber Ahnherr der unterworfenen Izumo-Linie, verkörpert er das Andere innerhalb des Mythensystems, die nicht-kaiserliche Macht, die eingebunden, aber nicht ausgelöscht wird.
Religionswissenschaftler wie Gary Ebersole und Übersetzer wie Donald Philippi haben darauf hingewiesen, dass die Chroniken im 8. Jahrhundert mit klaren legitimatorischen Absichten zusammengestellt wurden und dass Susanoos widersprüchliches Profil teils das Ergebnis dieser Redaktionsarbeit ist.
Aus mehreren Lokaltraditionen wurde eine Figur geformt, die gleichzeitig verbannt, gefährlich, heldenhaft und verehrungswürdig sein muss. Die moderne Populärkultur, von Manga bis Videospiel, hat diese Spannung aufgegriffen und Susanoo immer wieder als ambivalenten Krieger inszeniert.
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Susanoo-no-Mikoto (japanisch 須佐之男命) ist im japanischen Shintōismus der Gott der Stürme, des Meeres und der wilden Natur, Bruder der Amaterasu (Sonne) und Tsukuyomi (Mond). Er ist eine der ambivalentesten Gottheiten des Shintō: gewalttätig, unberechenbar, doch auch Held und Drachentöter.
Im Mythos wird er aus dem Himmel verbannt, weil er Amaterasu in die Höhlenmytho zurückzieht. Er steigt zur Erde herab, ins Land Izumo, wo er die berühmte Tat vollbringt: die Tötung des achtköpfigen Drachen Yamata-no-Orochi.
Susanoo kam ins Land Izumo und traf ein altes Ehepaar, das um seine letzte Tochter weinte, die anderen sieben waren bereits dem achtköpfigen Drachen Yamata-no-Orochi geopfert worden. Susanoo verlangte die Hand der Tochter (Kushinada-hime) und stellte acht riesige Tröge mit acht Mal gebrautem Reiswein auf.
Der Drache trank aus jedem Trog und schlief betrunken ein. Susanoo zerhackte die acht Köpfe. Im Schwanz fand er ein wundersames Schwert, Kusanagi-no-Tsurugi, eines der drei Reichsschätze Japans, das später an Amaterasu und über sie an die Kaiserdynastie weitergegeben wurde.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
Im Schutz-Kompass vergleichen →Empfohlene Schutzmittel
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