Nommo, die amphibischen Zwillinge aus Ammas Schöpfung
Von Ralf Ittermann · zuletzt geprüft am
Nommo ist ein Gott der westafrikanischen (Dogon) Überlieferung.
Amphibische Zwillingswesen, Bringer von Wasser und Sprache. Die Überlieferung führt die Nommo auf Ammas Schöpfung zurück und beschreibt sie als Mittler zwischen Himmel und Erde.
Die Nommo sind amphibische Urwesen der Dogon-Kosmologie Malis, von Amma aus Wasser und Licht geschaffen. Sie vollenden die Schöpfung und bringen Wasser, Sprache und Ordnung; ihre Verehrung ist bis heute lebendige Praxis der Dogon.
Typ: Schöpfungswesen der Dogon
Herkunft: Bandiagara-Steilstufe, Mali
Texte: ethnografisch ab 1930, vor allem Griaule
Zeitraum: bis heute lebendig
Erscheinung: amphibisch, halb Mensch, halb Fisch, androgyn
Quellenkontext
Zeitraum der Texte
Ethnografisch seit den 1930ern durch Marcel Griaule erschlossen.
Verbreitungsraum
Bandiagara-Steilstufe, Mali, Kernland der Dogon.
Belegdichte
Reich, aber umstritten: Griaules Feldmethode gilt als suggestiv.
Name und Varianten
Dogon: Nommo bezeichnet die von Amma geschaffenen Wasserzwillinge; der siebte Nommo gilt als Herr des Wortes.
Erscheinung und Wirkung
Erscheinung
Amphibisch, halb Mensch, halb Fisch, androgyn; Wasser gilt als Grundstoff von Leben und Rede.
Wirkung
Die Nommo vollenden die Schöpfung, bringen Regen, Sprache und Ordnung, wohltätig, keine bedrohlichen Wesen.
Steckbrief: Nommo
Die wichtigsten Aspekte der Wasserzwillinge auf einen Blick.
Zentrales Schöpfungswesen der Dogon, Kultur- und Ordnungsbringer.
Wasser, Sprache, Weberei, kosmische Ordnung.
Amphibische Zwillinge, halb Mensch, halb Fisch, androgyn.
Vollenden die Schöpfung, bringen Regen, Sprache, Technik.
Sigui-Fest etwa alle 60 Jahre, Altäre, Maskenrituale.
Amma, der geopferte Zwilling und die Sirius-Debatte
Nach Ogotemmêlis Erzählung in Griaules Dieu d’eau erschuf Amma die Nommo aus Wasser und Licht. Eine Störung führte zum Opfer eines Nommo, aus dessen Körperteilen die Welt entstand; wiederbelebt brachte er den Menschen Wissen, der siebte als Herr des Wortes. Griaules Sirius-B-These gilt als nicht anerkannt.
Von der Ethnografie zur Sirius-Kontroverse
Die Nommo wirken populär durch die Sirius-Mystery-Literatur und Prä-Astronautik, zugleich Gegenstand einer methodenkritischen Debatte über Griaules Ethnografie: Schöpfungs- und Kulturheroswesen mit Symbolik von Wort, Wasser und Ordnung.
Sigui-Fest und Maskenriten
Zentral sind das Sigui-Fest, etwa alle 60 Jahre, Altäre und Maskenrituale wie die Dama-Totenfeier; Zweck ist Verehrung, nicht Abwehr. Als Zeichen dienen Weihwasser, Amulett, Räuchern.
Wasserwesen Westafrikas im Vergleich
Häufige Fragen zu den Nommo
Kannten die Dogon Sirius B?
Umstritten: Behauptung aus Griaules Berichten, spätere Forschung fand keine Bestätigung.
Sind die Nommo böse Wassermonster?
Nein, verehrte Schöpfungs- und Ordnungswesen.
Literatur (Auswahl)
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Wer im Netz nach Nommo Dogon-Sagen oder nach Wassergeister Mali fragt, meint dieselbe Gestalt: die amphibischen Zwillinge, die Amma aus Wasser und Licht schuf, um Wasser, Sprache und Ordnung zu bringen.





