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Mami Wata, die Schlangenherrin der Flussmündungen

Mami Wata ist Göttin der westafrikanischen Tradition.

Die Fremde mit Schlange und Spiegel, die Treue mit Reichtum lohnt. Der Steckbrief würdigt Mami Wata als Schlangenherrin der Flussmündungen, deren Gunst Treue mit Reichtum belohnt.

GöttinWestafrika

Inhaltsverzeichnis

Mami Wata, Göttin der westafrikanischen Tradition
Mami Wata

Mami Wata ist die bekannteste Wassergeist-Gestalt Afrikas: eine schöne Fremde mit Schlange, Spiegel und Kamm, die Reichtum und Heilung gegen Treue gewährt. Ihr Kult entstand aus westafrikanischen Traditionen und Bildern der Atlantikmoderne.

Im Überblick: Mami Wata

Typ: Wassergeist-Göttin mit Schlange und Spiegel
Herkunft: westafrikanische Traditionen
Texte: Drewal, Wendl
Zeitraum: mündlich, Chromolithographie um 1885
Erscheinung: hellhäutige Frau, Schlange um die Schultern

Herkunftsraum und Quellen

Zeitraum der Texte

Mündliche Überlieferung mit Bildtradition seit dem 15. Jahrhundert, geprägt durch die Chromolithographie von 1885.

Verbreitungsraum

West- und Zentralafrika, dazu Karibik, Brasilien und die USA.

Quellenlage

Gut: Ethnografie und Kunstgeschichte bei Drewal, Wendl und Frank.

Name und Varianten

Pidgin-Englisch: Mami Wata heißt Mutter Wasser und benennt ihre Funktion als Herrin des Wassers.

Gestalt und Wirken

Erscheinung

Hellhäutige Frau mit Schlange um die Schultern, Spiegel und Kamm.

Wirkung

Sie zieht Auserwählte unter Wasser, die mit Heilwissen zurückkehren; wer Treue bricht, dem drohen Krankheit oder Ertrinken.

Steckbrief: Mami Wata

Die Wassergeist-Göttin im Überblick.

Tradition

Westafrikanische Traditionen, verschmolzen mit Bildern der Atlantikmoderne.

Zuständig für

Reichtum und Heilung für Treue, Krankheit und Verarmung bei Bruch.

Darstellung

Hellhäutige Frau mit Schlange, Spiegel und Kamm.

Funktion

Bindet Wohlstand an Treue, ambivalent zwischen Heilerin und Strafmacht.

Kult

Priesterinnen und Priester führen Gelübde und Besessenheitsrituale von Togo bis Nigeria.

Verwandtes

La Sirène, ihre haitianische Ausprägung, und Sirena.

Von der Flussmündung zur Chromolithographie

Der Name stammt aus dem westafrikanischen Pidgin-Englisch für Mutter Wasser, mit Wurzeln in den Maskenkulten der Flussmündungen im Nigerdelta.

Entscheidend wurde die 1885 in Hamburg gedruckte Chromolithographie, über Seeleute nach Westafrika gelangt (Wendl, Drewal).

Vom Ufer auf die Kinoleinwand

Mami Wata gehört zu den meistdargestellten Figuren afrikanischer Populärkultur, von Volksmalerei bis zu Videofilmen.

Religionswissenschaftlich ist sie kein einheitlicher Gott, sondern ein Netz lokaler Kulte zwischen den Kulturen.

Gelübde, Priesterinnen und Ufergaben

Schutz besteht in der Einhaltung der Gelübde: Wer nichts versprochen hat, schuldet wenig. Priesterinnen und Priester lösen Bindungen im Ernstfall. Ufergegenstände wie Kamm oder Spiegel lässt man liegen, da sie den Finder binden.

Wasserfrauen zwischen Afrika, Karibik und Europa

Nächste Verwandte ist La Sirène: Anders als sie bleibt Mami Wata ein Netz lokaler Kulte ohne feste Lehre. Von Sirena, Merrow und Ben Varrey trennt sie ihre Fremden-Gestalt.

Häufige Fragen zu Mami Wata

Ist Mami Wata gefährlich?

Ambivalent: Wer nichts versprochen hat, hat wenig zu fürchten; wer ein Gelübde bricht, dem drohen Krankheit oder Verarmung.

Gibt es sie auch in der Karibik?

Ja: Haiti kennt La Sirène, Suriname die Watramama, Brasilien die Mãe d’Água.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Zentrale Quelle:

  • Wendl, Tobias / Weise, Daniela: Mami Wata. Der Geist der Weißen Frau. 1988.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Mami Wata Wassergeist-Kulte verbinden Westafrika und die Diaspora zu einem Wasserglauben. Welche Mami Wata Bedeutung ihr zukommt, Reichtum oder Warnung, entscheidet allein die Treue zum Versprechen.

Einordnung & Schutz

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Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe III zu – Belastende Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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