Die Schamanentrommel der Samen, in den samischen Sprachen mit verschiedenen Wörtern bezeichnet, ist ein Ritualobjekt aus einem Holzrahmen oder einer ausgehöhlten Holzschale mit einer bespannten Fellmembran. Auf dieser Membran sind Figuren gemalt, die ein Bild der Welt der Samen wiedergeben.
Die Trommel diente dem rituellen Spezialisten zur Befragung der geistigen Mächte und zum Schutz der Gemeinschaft. Aus religionswissenschaftlicher Sicht ist sie ein zentrales Zeugnis der vorchristlichen Religion der Samen. Da diese Religion durch christliche Mission unterdrückt wurde, beschreibt dieser Text die Trommel aus der Außenperspektive und mit Rücksicht auf das, was den Samen heilig ist.
Die Schamanentrommel der Samen ist ein Ritualobjekt aus Holz und Fell, das in der vorchristlichen Religion der Samen eine zentrale Rolle spielte. In den verschiedenen samischen Sprachen wird sie mit unterschiedlichen Wörtern bezeichnet.
Die Samen sind das indigene Volk im Norden Skandinaviens und der Halbinsel Kola. Ihr Siedlungsgebiet, Sápmi, erstreckt sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands. Die Samen haben eigene Sprachen und eine eigene Kultur.
Anders als ein tragbares Amulett ist die Trommel ein größeres Ritualgerät. Sie wurde von einem rituellen Spezialisten verwendet, der in der Forschung oft mit dem Wort Schamane bezeichnet wird, in den samischen Sprachen aber eigene Namen trägt, etwa noaidi.
Auf der Fellmembran der Trommel sind Figuren gemalt. Diese Figuren bilden ein Weltbild ab, in dem Gottheiten, Tiere, Menschen und Orte ihren Platz haben. Die Trommel ist damit zugleich Ritualgerät und gemaltes Bild der Welt der Samen.
Religionswissenschaftlich gehört die Sami-Trommel in den weiteren Zusammenhang der Schutzsymbole und der schamanischen Ritualobjekte. Sie diente dem Schutz und der Orientierung der Gemeinschaft.
Wichtig für eine respektvolle Darstellung ist, dass die vorchristliche Religion der Samen durch jahrhundertelange christliche Mission unterdrückt wurde. Vieles Wissen ging verloren oder wird heute bewusst geschützt. Dieser Text beschreibt nur das öffentlich Dokumentierte.
Die Trommel verbindet damit zwei Eigenschaften, die sie von einem getragenen Amulett unterscheiden. Sie ist ein größeres Gerät, das von einem Spezialisten verwendet wurde, und sie ist zugleich ein gemaltes Bild, das die Welt der Samen darstellt.
Die Religion der Samen war vor der Christianisierung von der Vorstellung einer belebten Natur und von der Vermittlung zwischen Menschen und geistigen Mächten geprägt. Die Trommel war in dieser Religion ein zentrales Gerät.
Wie alt die Tradition der Trommel ist, lässt sich nicht genau bestimmen. Schriftliche Quellen setzen erst mit den Berichten von Reisenden, Geistlichen und Beamten ein, die ab dem 17. Jahrhundert über die Samen schrieben.
Mit der christlichen Mission geriet die Trommel ins Zentrum der Verfolgung. Geistliche sahen in ihr ein Werkzeug heidnischer Religion. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden zahlreiche Trommeln eingezogen, verbrannt oder fortgeschafft.
Einige Trommeln gelangten in die Sammlungen von Kirchen, Universitäten und Museen in Skandinavien und darüber hinaus. Eine bekannte Trommel ist die sogenannte Freavnantjahke-Trommel, deren Geschichte und Verbleib viel diskutiert wurden.
Durch diese Verfolgung sind heute nur noch wenige Dutzend alte Trommeln erhalten. Sie verteilen sich auf Museen verschiedener Länder. Jede einzelne erhaltene Trommel ist daher ein seltenes und wertvolles Zeugnis.
Eine wichtige frühe Quelle ist die Schrift eines Geistlichen, der im 17. Jahrhundert über die Religion der Samen berichtete und zahlreiche Trommeln beschrieb. Solche Texte sind zwiespältig. Sie überliefern Wissen, das sonst verloren wäre, sind aber zugleich aus der Sicht der Mission verfasst und schildern die Trommel als Gegenstand, der bekämpft werden sollte.
Die Christianisierung führte dazu, dass die offene Ausübung der alten Religion über lange Zeit unterbrochen wurde. Wissen über die Trommel und ihren Gebrauch wurde nur teilweise und oft im Verborgenen weitergegeben.
Die Sami-Trommel besteht aus einem Korpus und einer bespannten Fellmembran. Bei der einen Bauart bildet ein gebogener Holzrahmen den Korpus, bei der anderen wird der Korpus aus einem Stück Holz als flache Schale gehöhlt.
Über den Korpus wird ein Fell gespannt, häufig das Fell des Rentiers, das für die Samen ein Tier von großer Bedeutung ist. Das Fell bildet die Membran, auf der die Figuren gemalt sind.
Auf die Membran wurden mit einer rötlichen Farbe Figuren gemalt. Dargestellt sind Gottheiten, Menschen, Rentiere und andere Tiere, die Sonne, Boote, Zelte und Landschaften. Die Anordnung der Figuren folgt einem Bild der Welt.
Zur Trommel gehören ein Schlägel sowie ein Zeiger, der bei der Befragung der Trommel verwendet wurde. Der Zeiger, oft ein Ring oder ein kleines Stück aus Metall oder Horn, bewegte sich beim Schlagen über die gemalten Figuren.
Die Anordnung der Figuren ist von Trommel zu Trommel verschieden. Forscher unterscheiden grob mehrere regionale Bildtypen. Die genaue Deutung einzelner Figuren ist oft unsicher, da das ursprüngliche Wissen nur lückenhaft überliefert ist.
Dieser Text gibt bewusst keine Anleitung zur Herstellung einer rituellen Trommel. Die Trommel war ein heiliges Gerät der Religion der Samen. Ihre Nachbildung ohne den kulturellen Zusammenhang bliebe eine Aneignung der äußeren Form.
Die Religion der Samen kannte eine Vielzahl von Gottheiten und geistigen Mächten, die mit Natur, Wetter, Jagd und dem Wohl der Menschen verbunden waren. Die Welt war in mehrere Ebenen gegliedert, die der noaidi durchschreiten konnte.
Die Trommel war das wichtigste Gerät des noaidi. Mit ihrem Klang versetzte er sich in einen veränderten Bewusstseinszustand, um mit den geistigen Mächten in Verbindung zu treten. Die Trommel war damit Mittel der rituellen Reise.
Zugleich diente die Trommel der Befragung. Ein Zeiger wurde auf die Membran gelegt, und je nachdem, über welche Figuren er sich beim Schlagen bewegte, wurde eine Antwort auf eine Frage abgelesen. So konnten Entscheidungen geistig abgesichert werden.
Die gemalten Figuren bilden ein Weltbild ab. Sie zeigen die Stellung der Gottheiten, der Menschen, der Tiere und der Orte zueinander. Die Trommel ist damit ein gemaltes Modell der Welt, wie die Samen sie verstanden.
Wissenschaftlich lässt sich die Sami-Trommel in den weiteren Zusammenhang schamanischer Traditionen Nordeurasiens einordnen. Ähnliche Trommeln sind aus Sibirien bekannt. Solche Vergleiche dürfen die Eigenart der samischen Religion aber nicht verwischen.
Wichtig ist, dass die Trommel nicht für sich allein wirkte. Ihre Bedeutung erschloss sich erst im Können des noaidi, in den Gesängen, dem joik, und in den festgelegten Handlungen. Ohne diesen Zusammenhang bleibt sie ein bemaltes Gerät.
Träger der Trommeltradition war der noaidi, der rituelle Spezialist der Samen. Er besaß besonderes Wissen und galt als fähig, zwischen der Welt der Menschen und der Welt der geistigen Mächte zu vermitteln.
Der noaidi setzte die Trommel ein, um Fragen der Gemeinschaft zu beantworten, etwa nach dem Verbleib verlorener Tiere, nach dem Erfolg der Jagd, nach Krankheit oder nach dem rechten Zeitpunkt für wichtige Vorhaben.
Beim Gebrauch der Trommel wurde ihre Membran geschlagen, während der noaidi sang. Der Klang der Trommel und der Gesang versetzten ihn in einen Zustand, in dem die rituelle Reise möglich war.
Die Trommel diente auch dem Schutz der Gemeinschaft. Mit ihrer Hilfe wollte der noaidi Gefahren erkennen, Krankheit deuten und das Wohl der Menschen und der Rentierherden sichern.
Der Umgang mit der Trommel war an besondere Vorsicht gebunden. Es gab Vorstellungen darüber, wer die Trommel berühren durfte und wie sie zu behandeln war. Solche Regeln betonten ihren heiligen Rang.
Mit der Christianisierung wurde dieser rituelle Gebrauch unterdrückt. Die Trommel zu besitzen oder zu gebrauchen, konnte zu Verfolgung führen. Die Tradition wurde dadurch unterbrochen, und vieles Wissen ging verloren.
Innerhalb von Sápmi gab es verschiedene Bauformen der Trommel. Die Rahmentrommel und die aus einem Stück gehöhlte Schalentrommel verteilen sich grob auf verschiedene Regionen. Auch die Bildprogramme unterscheiden sich regional.
Forscher unterscheiden mehrere Typen der Bemalung. Bei dem einen Typ sind die Figuren über die ganze Membran verteilt, bei dem anderen ordnen sie sich um eine zentrale Sonnenfigur. Diese Typen spiegeln regionale Traditionen.
Verwandt mit der Sami-Trommel sind die schamanischen Trommeln Sibiriens, die ebenfalls aus Holz und Fell gefertigt und in rituellen Zusammenhängen verwendet wurden. Der Beitrag über das Schutzsymbole-Feld ordnet solche Objekte ein.
Auch andere Ritualobjekte Sibiriens und Nordeurasiens gehören in den weiteren Zusammenhang. Schamanische Spiegel und gegenständliche Geisterbehausungen sind Beispiele dafür, wie verschiedene Völker des Nordens ihre Religion mit Objekten ausstatteten.
Wissenschaftlich ist bei solchen Vergleichen Vorsicht geboten. Die schamanischen Traditionen Nordeurasiens teilen Grundzüge, sind aber jeweils eigenständig. Eine pauschale Gleichsetzung würde der samischen Religion nicht gerecht.
Innerhalb von Sápmi selbst unterscheiden sich die Trommeltraditionen der südsamischen, der nordsamischen und der östlichen Gebiete. Die erhaltenen Trommeln lassen sich diesen Gebieten teilweise zuordnen, doch ist die Quellenlage lückenhaft. Die Forschung arbeitet hier mit Vorsicht, da die Zerstörung vieler Trommeln das Bild der regionalen Vielfalt unvollständig hinterlassen hat.
Innerhalb des Feldes der Schutz- und Ritualobjekte ist die Sami-Trommel ein Beispiel für ein Gerät, das nicht am Körper getragen, sondern von einem Spezialisten für die ganze Gemeinschaft eingesetzt wurde. Der Beitrag über Amulett und Talisman erläutert solche Unterschiede.
Die Sami-Trommel galt als schützend, weil sie dem noaidi half, Gefahren zu erkennen und das Wohl der Gemeinschaft zu sichern. Der Schutz richtete sich auf Menschen, auf die Rentierherden und auf das Gelingen wichtiger Vorhaben.
Der Schutz beruhte nicht auf der Trommel als Gegenstand, sondern auf der Vermittlung zwischen den Welten, die der noaidi mit ihrer Hilfe leistete. Die Trommel war das Mittel, mit dem die geistigen Mächte befragt und günstig gestimmt wurden.
Wissenschaftlich lässt sich die Schutzfunktion der Trommel als Teil einer Bewältigung von Unsicherheit beschreiben. In einer Lebenswelt, die von Kälte, Jagd und der Sorge um die Herden geprägt war, bot die Befragung der Trommel Orientierung.
Dieser Text macht keine Aussagen über tatsächliche Wirkungen. Beschrieben wird nur, welche Bedeutung die Religion der Samen der Trommel zuschrieb. Heilversprechen und Wirkungszusagen sind ausdrücklich ausgeschlossen.
Der Schutz war zugleich an das Können und an die Verantwortung des noaidi gebunden. Die Trommel allein bewirkte nichts. Erst im Zusammenspiel von Spezialist, Gesang und Gemeinschaft entfaltete sie ihre Bedeutung.
Festzuhalten bleibt, dass die Schutzbedeutung der Trommel an die vorchristliche Religion der Samen gebunden war. Außerhalb dieses Zusammenhangs ist die Trommel ein historisches Zeugnis, kein selbstwirkendes Schutzobjekt.
Die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Sami-Trommel begann mit den Berichten von Geistlichen und Gelehrten ab dem 17. Jahrhundert. Diese frühen Quellen sind zugleich Zeugnisse der Verfolgung, da viele Trommeln im Zuge der Mission eingezogen wurden.
Spätere Forschung untersuchte die erhaltenen Trommeln, ihre Bauformen und ihre Bemalung. Dabei zeigte sich, dass die Deutung der Figuren oft unsicher bleibt, weil das ursprüngliche Wissen durch die Christianisierung verloren ging.
Ein schwerwiegendes ethisches Problem ist die Geschichte der Aneignung. Trommeln wurden den Samen unter Zwang genommen und gelangten in Museen verschiedener Länder. Über die Rückgabe einzelner Trommeln nach Sápmi wird seit Jahren verhandelt.
Die Trommel ist für viele Samen heute ein Zeichen ihrer unterdrückten Religion und ihrer kulturellen Erneuerung. Der Umgang mit ihr ist daher mit besonderer Empfindlichkeit verbunden. Manches Wissen wird bewusst nicht öffentlich gemacht.
Die kulturelle Aneignung der Sami-Trommel durch die moderne Esoterik ist ein eigenes Problem. Nachgebaute Trommeln, Seminare und Kurse, die sich auf samische Vorbilder berufen, lösen das Objekt von seinem Sinn und werden von samischen Stimmen kritisiert.
Eine seriöse Darstellung beschreibt die Trommel aus der Außenperspektive, benennt die Geschichte der Verfolgung und der Aneignung und verzichtet auf jede Anleitung zur Nachbildung oder zum schamanischen Gebrauch.
Für die Samen ist die Trommel heute ein wichtiges Zeichen der kulturellen Erneuerung. Nach Jahrhunderten der Unterdrückung der alten Religion knüpfen samische Künstlerinnen und Künstler an die Tradition der Trommel an.
Die Frage der Rückgabe von Trommeln aus Museen ist ein anhaltendes Thema. Einzelne Trommeln sind nach Sápmi zurückgekehrt oder werden in Zusammenarbeit mit samischen Einrichtungen verwahrt. Diese Rückgaben haben symbolische Bedeutung.
Samische Museen und Kultureinrichtungen zeigen Trommeln und erläutern ihre Bedeutung. Sie tun dies aus der Sicht der Samen selbst und tragen so zur Anerkennung der eigenen Geschichte bei.
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Trommel hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Forschung geschieht heute häufiger in Zusammenarbeit mit samischen Einrichtungen, und die Frage, welches Wissen veröffentlicht werden darf, wird ausdrücklich gestellt. Damit rückt die Sicht der Samen selbst in den Mittelpunkt der Darstellung.
In der modernen Esoterik werden Trommeln verkauft und in Seminaren verwendet, die sich auf samische oder allgemein schamanische Vorbilder berufen. Wissenschaftlich ist dies eine eigene Rezeptionsform, die von der Religion der Samen zu trennen ist.
In Kunst und Literatur greifen samische Schaffende die Trommel auf, um an ihre Geschichte zu erinnern und ihre Identität auszudrücken. Die Trommel wird so zu einem Zeichen der Selbstbehauptung.
Für interessierte Leserinnen und Leser empfiehlt sich ein zurückhaltender Umgang. Wissen über die Sami-Trommel zu erwerben ist legitim, ihre rituelle Praxis nachzuahmen jedoch nicht. Eine respektvolle Haltung achtet die Grenzen des öffentlich Zugänglichen. Weitere Schutzobjekte stellt der Bereich Schutzsymbole vor.
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iWell Guard steht in der kulturhistorischen Linie tragbarer Schutzobjekte, zu der auch die Sami-Trommel gehört. Ein moderner Begleiter für Menschen, die mit Schutzsymbolen leben: gefertigt in Deutschland, 41 Ebenen aus Echtgold, Platin und Silber, mit 30-Tage-Rückgaberecht.
Persönliche Erfahrungen können unterschiedlich sein. Kein Medizinprodukt. Kein Heilversprechen.