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Umibōzu, der schwarze Schrecken der stillen See

Umibozu ist Dämon der japanischen Tradition.

Riesiger schwarzer Kopf, der aus stiller See Boote zerschlägt. Als Schrecken der stillen See zerschlägt Umibozu mit seinem riesigen schwarzen Kopf ganze Boote.

DämonJapan

Inhaltsverzeichnis

Umibōzu, Dämon der japanischen Tradition
Umibōzu

Der Umibōzu ist ein gefürchteter Yōkai japanischer Seeleute: ein riesiger, tiefschwarzer Kopf, der aus spiegelglatter See aufsteigt und die Stille in Sturm kippt. Schriftlich fassbar seit der Edo-Zeit, mündlich vermutlich älter.

Auf einen Blick: Umibōzu

Typ: Yōkai, schwarzer Meeresmönch
Herkunft: japanischer Küstenglaube
Texte: Bildquellen der Edo-Zeit
Zeitraum: Edo-Zeit bis heute
Erscheinung: kahler Riesenkopf aus ruhiger See

Quellenkontext

Zeitraum der Texte

Schriftlich vor allem aus der Edo-Zeit belegt, mündlich vermutlich älter.

Verbreitungsraum

Die japanischen Küsten landesweit, mit regionalen Namensvarianten.

Quellenlage

Gut: Holzschnitte der Edo-Zeit sowie die Sammlungen Yanagitas und Fosters.

Name und Varianten

Japanisch: umi heißt Meer, bōzu spielt auf den Schädel buddhistischer Mönche an: Umibōzu ist der Meeresmönch.

Erscheinung und Verhalten

Erscheinung

Ein glatter, haarloser Riesenkopf, schwarz wie das Nachtmeer, ohne Körper.

Wirkung

Bei kippendem Wetter zerbricht er Boote oder zieht sie in die Tiefe; verlangt er ein Schöpfgefäß, versenkt er damit das Boot.

Steckbrief: Umibōzu

Die wichtigsten Merkmale des Seemönchs auf einen Blick.

Kulturkontext

Yōkai der japanischen Küstenüberlieferung, seit der Edo-Zeit belegt.

Bezogen auf

Fischer und Küstenschiffer auf offener See bei Nacht.

Darstellung

Kahler, tiefschwarzer Riesenkopf ohne Körper.

Wirkungsbereich

Kippt ruhige See in Sturm, zerbricht Boote.

Abwehrformen

Bodenloses Gefäß, Schweigen, kein Auslaufen am Jahresende.

Verwandtes

Ningyo und Funayūrei, weitere Meereswesen Japans.

Der Schiffer Tokuzō und die List mit dem Gefäß

Utagawa Kuniyoshis Farbholzschnitt um 1845 zeigt die Legende des Schiffers Tokuzō, der entgegen dem Brauch am Jahresende ausläuft. Der Umibōzu fragt nach dem Schrecklichsten; Tokuzōs Antwort, sein eigenes Gewerbe, lässt ihn samt Sturm verschwinden.

Vom Holzschnitt zum Manga-Yōkai

Kuniyoshis Tokuzō-Blatt wurde zur Bildikone des Yōkai, verwandt der Sage vom europäischen Seemönch, einem 1546 vor Dänemark gefangenen Fischwesen. Religionswissenschaftlich markiert der Umibōzu die Grenze zwischen Küstenwelt und Meer und sanktioniert das Auslaufen am Jahresende.

Die List mit dem bodenlosen Gefäß

Verlangt der Umibōzu eine Kelle, reicht man ihm eine ohne Boden, ein Motiv, das er mit den Funayūrei teilt. Am Jahresende nicht auslaufen, das Wesen nicht anstarren: So lauten die Verhaltensregeln. Als Schutzmittel gelten Amulett, Salz und Weihwasser.

Meeresgeister Japans im Vergleich

Verwandt ist der rote Riesenoktopus Akkorokamui der Ainu-Überlieferung. Wie der Umibōzu steigt das griechische Strudelungeheuer Charybdis aus dem Meer, bleibt aber ortsgebunden statt nur punktuell zu erscheinen.

Häufige Fragen zum Umibōzu

Was verlangt der Umibōzu?

Ein Gefäß; man reicht eines ohne Boden, sodass er ins Leere schöpft.

Wann erscheint er?

Nachts auf ruhiger See, die unvermittelt kippt, riskant war der letzte Tag des Jahres.

Weiterführende Verlinkungen

Literatur (Auswahl)

Quellen und Studien:

  • Foster, Michael Dylan: The Book of Yōkai. 2015.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als umibozu yokai gesucht, bleibt der schwarze Mönchskopf vor allem eines: ein japanisches Seeungeheuer der stillen Nacht über spiegelglatter See.

Einordnung & Schutz

IVSTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe IV zu – Schwere Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

Im Schutz-Kompass vergleichen →

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