Der Lutin ist Geist der französischen Volksüberlieferung.
Der schelmische Kobold, der nachts die Pferde reitet. Als Mähnenflechter in Frankreichs Ställen treibt der Lutin der Überlieferung nach nachts sein schelmisches Wesen.
Der Lutin ist der französische Hauskobold: ein kleiner Geist des kleinen Volkes, überwiegend schelmisch, aber gutartig, solange man ihn nicht kränkt. Sein Kernmotiv ist das nächtliche Reiten und Verfilzen der Pferdemähnen.
Literarisch ist er ab dem 12. Jahrhundert belegt, als Volksglaube bis ins frühe 20. Jahrhundert, dazu in Québec, wo er oft als reinweiße Katze erscheint. Sein Name führt über Umwege auf den römischen Meeresgott Neptunus zurück.
Typ: Schelmischer, überwiegend gutartiger Hauskobold
Herkunft: Französische Folklore, literarisch ab dem 12. Jahrhundert
Texte: Sébillot, Lecouteux, literarische Belege ab dem Mittelalter
Zeitraum: 12. bis frühes 20. Jahrhundert
Erscheinung: kleiner Gestaltwandler, oft mit roter Mütze
Französische Folklore, literarisch ab dem 12. Jahrhundert und als Volksglaube bis ins frühe 20. Jahrhundert belegt.
Frankreich, besonders die Normandie, dazu Québec, wo der Lutin oft als reinweiße Katze erscheint.
Gut erschlossen: die Folklore-Sammlungen von Sébillot und die Studien von Lecouteux, dazu literarische Zeugnisse seit dem Mittelalter.
Französisch: lutin, zurückgehend auf lateinisch Neptunus, den Meeresgott, der im Spätlatein zum heidnischen Dämon abgewertet wurde; über die Zwischenformen netun, nuiton und luiton wurde daraus lutin. Die Begriffe lutin, gobelin, farfadet und nain überlappen regional stark.
Erscheinung
Der Lutin ist ein kleiner Gestaltwandler: unsichtbar, in Tiergestalt oder als gesatteltes Pferd. Eine rote Feder- oder Zipfelmütze, die ihn unsichtbar macht, ist ein ikonografisch verfestigtes Attribut, regional aber nicht überall belegt.
Wirkung
Er ist überwiegend schelmisch, aber gutartig; gute Lutins erledigen Hausarbeit. Sein bekanntester Zug ist das nächtliche Reiten der Pferde im Stall, wobei er ihre Mähnen verfilzt oder flicht; die Knoten heißen Feen-Knoten. Die Deutung schwankt zwischen Fürsorge für ein glänzendes Pferd und Quälerei eines erschöpften Tieres.
Die wichtigsten Aspekte des Hauskobolds auf einen Blick.
Hausgeist des kleinen Volkes der französischen Folklore; sein Name ist ein abgesunkener Göttername, aus Neptunus wurde lutin.
Haus und Stall: Gute Lutins erledigen Hausarbeit, und nachts gelten die Pferde als ihr liebster Zeitvertreib.
Kleiner Gestaltwandler, unsichtbar, in Tiergestalt oder als gesatteltes Pferd; in Québec oft eine reinweiße Katze, dazu die rote Mütze.
Hausarbeit und Schabernack; im Stall das nächtliche Reiten der Pferde und die Feen-Knoten in den Mähnen.
Pflugstab in der Raufe, Körner auf einem kippenden Brett, ein Ziegenbock im Stall; in Québec meidet er verstreutes Salz.
Der deutsche Kobold, brownie und hobgoblin, Nisse und Tomte, der Domovoi und der irische Leprechaun; gobelin und farfadet überlappen mit ihm.
Der Name des Lutin hat eine bemerkenswerte Geschichte: Er geht auf lateinisch Neptunus zurück, den Meeresgott, der im Spätlatein zum heidnischen Dämon abgewertet wurde; über die Zwischenformen netun, nuiton und luiton entstand das französische Wort. Literarisch ist der Lutin ab dem 12. Jahrhundert fassbar, als Volksglaube bis ins frühe 20. Jahrhundert, und mit den Auswanderern gelangte er nach Québec, wo er oft als reinweiße Katze erscheint.
Sein Kernmotiv gehört dem Stall: Nachts reitet er die Pferde und verfilzt oder flicht ihre Mähnen zu Feen-Knoten. Die Deutung ist ambivalent, zwischen Fürsorge für ein glänzendes Pferd und Quälerei eines erschöpften Tieres; einen Knoten unvorsichtig aufzuschneiden bringt Unglück.
Literarisch erscheint der Lutin bei d’Aulnoy als Le Prince Lutin und bei George Sand, die in ihren Légendes rustiques die pferde-striegelnden follets bezeugt. Der Lutin de Noël, der Weihnachtself, ist dagegen eine junge, importierte Zweitbedeutung aus der angelsächsisch-skandinavischen Elfentradition, nicht der ursprüngliche Hausgeist.
Religionswissenschaftlich ist der Lutin ein Hausgeist, kein Gott oder Hochdämon. Drei Klarstellungen sind wichtig: Der französische Weihnachtself ist ein Import nach 2005, nicht der alte Hausgeist. Lutin, gobelin, farfadet und nain sind synonym-überlappend, nicht klar getrennt. Und die Mähnenknoten sind nicht bloß Schaden, sondern ambivalent gedeutet.
Der traditionelle Umgang mit dem Lutin setzt auf List statt Bannspruch: Man legt einen Pflugstab in die Raufe, streut Körner auf ein kippendes Brett, damit ihn der Sammelzwang beschäftigt, oder stellt einen Ziegenbock in den Stall. In Québec meidet er verstreutes Salz. Die Feen-Knoten in den Mähnen schneidet man nicht durch, denn das bringt Unglück.
Der Lutin entspricht dem deutschen Kobold, dem britischen Brownie und Hobgoblin, dem skandinavischen Nisse und Tomte, dem russischen Domovoi und dem irischen Leprechaun; auf der iberischen Halbinsel steht ihm der Trasgu nahe. Die Begriffe lutin, gobelin, farfadet und nain überlappen regional stark und sind keine scharf getrennten Arten.
Was ist ein Lutin?
Der französische Hauskobold: ein kleiner, schelmischer, aber überwiegend gutartiger Geist des kleinen Volkes, der Haus und Stall bewohnt.
Warum verfilzt er Pferdemähnen?
Er reitet die Pferde nachts und flicht ihre Mähnen zu Feen-Knoten; die Deutung schwankt zwischen Fürsorge und Quälerei.
Ist der Lutin ein Weihnachtself?
Der Lutin de Noël ist eine junge, importierte Zweitbedeutung aus der angelsächsisch-skandinavischen Elfentradition, nicht der ursprüngliche Hausgeist.
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als französischer Hauskobold und nächtlicher Pferdegeist vereint der Lutin beide Seiten des kleinen Volkes: die hilfreiche Hand im Haus und den Schelm, der im Morgengrauen verfilzte Mähnen hinterlässt.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
Im Schutz-Kompass vergleichen →Empfohlene Schutzmittel
Das einfachste Schutzmittel dieser Sammlung: 41 Schichten aus Echtgold 999, Platin, Silber und Silizium, gefertigt in Ruhla/Thüringen. Muss nicht aktiviert werden, ist an keine Person gebunden und wirkt im Umkreis von rund 50 Metern, auch ohne getragen zu werden.
Verwandte Wesen

Nang Ta-khian, die Baumgeistin des Ta-khian-Baums in Thailand. Herkunft, das Glück und Unglück, d...

Njord ist der germanisch-nordische Gott des Meeres, der Seefahrt und des Reichtums. Wanen-Asen-Ge...

Der Marbendill, weissagender Meermann der isländischen Sagen. Herkunft, das rätselhafte dreifache...

Marid ist der mächtigste Dschinn-Stamm der arabischen Volkskosmologie. Wesen aus rauchlosem Feuer...

Die Mistel gilt im Volksglauben als Schutz vor Dämonen. Herkunft bei Druiden und Kelten, Julbrauc...

Avalokiteshvara, Bodhisattva des Mitgefühls. Guanyin-Kannon-Form, Om Mani Padme Hum, Lotus-Sutra ...