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Hobgoblin, Robin Goodfellows gutmütige Sippe

Der Hobgoblin ist Geist der englischen Volksüberlieferung.

Der freundliche Hausgeist hinter dem böse gewordenen Namen. Als Robin Goodfellows gutmütige Sippe zählt der Hobgoblin zu den bekanntesten Hausgeistern Englands.

GeistEngland

Inhaltsverzeichnis

Hobgoblin, der freundliche Hausgeist Englands
Hobgoblin

Der Hobgoblin ist in der englischen Folklore ursprünglich ein freundlicher, hilfsbereiter Hausgeist, ein naher Verwandter des Brownie und des Puck. Nachts drischt, mahlt und räumt er auf, im Tausch gegen eine Schale Milch oder Sahne und etwas Speise.

Die heute geläufige Bedeutung als kleiner, böser Kobold ist eine spätere, vor allem durch Fantasy verstärkte Verschiebung. Seit dem 16. Jahrhundert sind Robin Goodfellow und Puck die bekanntesten Vertreter, populär durch Shakespeares Sommernachtstraum.

Auf einen Blick: Hobgoblin

Typ: Ursprünglich freundlicher Hausgeist vom brownie-Typ
Herkunft: Englische Folklore
Texte: Reginald Scot (1584), Shakespeares Sommernachtstraum, Briggs
Zeitraum: Robin Goodfellow ab dem 16. Jahrhundert
Erscheinung: klein, zottelig, rau, hilfsbereit

Textgeschichte

Zeitraum der Texte

Robin Goodfellow und Puck sind seit dem 16. Jahrhundert die bekanntesten Vertreter; Reginald Scot zählt den hobgoblin 1584 unter die Schreckgestalten, mit denen man Kinder ängstigte.

Verbreitungsraum

England; der Hobgoblin ist an einen Herd, ein Haus oder einen Ort gebunden und gehört zum ländlichen Brauchtum.

Quellenlage

Gut: Reginald Scots The Discoverie of Witchcraft von 1584 sowie die volkskundlichen Nachschlagewerke von Katharine Briggs und Elizabeth Mary Wright.

Name und Varianten

Englisch: hobgoblin, aus Hob, einer Koseform von Robert und Robin, und goblin. Der freundliche Vorname und das Schreckwort verbinden sich zu einem Namen, der beide Pole des Wesens schon enthält.

Erscheinungsbild

Erscheinung

Der Hobgoblin ist klein, zottelig und rau, oft nackt oder in Lumpen; ein Kleidergeschenk vertreibt ihn wie den Brownie. Er ist an einen Herd, ein Haus oder einen Ort gebunden.

Wirkung

Nachts drischt, mahlt und räumt der Hobgoblin auf, im Tausch gegen eine Schale Milch oder Sahne und Speise. Kränkt man ihn, spottet man über seine Arbeit oder bietet man ihm Lohn wie Kleidung an, wird er zum lärmenden Poltergeist oder verschwindet. Typologisch ist er der freundliche Pol des Kobold-Spektrums; der bösartige Ton im Wort kam erst sekundär hinzu.

Steckbrief: Hobgoblin

Die wichtigsten Aspekte des freundlichen Hausgeists auf einen Blick.

Tradition

Englische Folklore seit dem 16. Jahrhundert; Robin Goodfellow und Puck sind die bekanntesten Vertreter, populär durch Shakespeare.

Bezogen auf

Haus und Hof: Der Hobgoblin ist an einen Herd, ein Haus oder einen Ort gebunden und arbeitet dort nachts für die Bewohner.

Darstellung

Klein, zottelig und rau, oft nackt oder in Lumpen; sein Auftreten ist hilfsbereit, solange man ihn nicht kränkt.

Funktion

Nächtliches Dreschen, Mahlen und Aufräumen gegen Milch, Sahne und Speise; bei Kränkung Lärm und Verschwinden.

Umgang

Milch oder Sahne und Speise am Herd bereitstellen, die Arbeit weder kommentieren noch belohnen; ein Kleidungsstück beendet den Dienst.

Vergleichbares

Brownie, Hob und Lob Lie-by-the-Fire sowie der Puck; im weiteren Sinn Kobold, Nisse und Tomte.

Robin Goodfellow und die zwei Gesichter des Namens

Der Name verbindet Hob, eine Koseform von Robert und Robin, mit goblin. Robin Goodfellow und Puck sind seit dem 16. Jahrhundert die bekanntesten Vertreter des Typs, populär geworden durch Shakespeares Sommernachtstraum, wo der schelmische, aber gutartige Geist seinen festen literarischen Ort fand.

Dass der Hobgoblin von Anfang an ambivalent wahrgenommen wurde, belegt Reginald Scot: 1584 zählt er den hobgoblin unter die Schreckgestalten, mit denen man Kinder ängstigte. Der freundliche Helfer der Höfe und das Schreckwort der Kinderstube standen also früh nebeneinander, lange bevor die Fantasy den bösen Pol verstärkte.

Von Shakespeare zur Fantasy

In moderner Fantasy, besonders bei Tolkien und in Rollenspielen, ist der Hobgoblin eine größere, kriegerische und bösartige Goblin-Art; diese Bedeutung hat sich vom freundlichen Folklore-Wesen weit entfernt. Bei Shakespeare und in älterer Literatur bleibt er der schelmische, aber gutartige Robin Goodfellow.

Religionswissenschaftlich ist der Hobgoblin ursprünglich ein freundlicher Hausgeist, der nur bei Kränkung boshaft wird. Wichtige Klarstellungen: Die böse Fantasy-Bedeutung ist jung. Historisch steht er nahe am Brownie und am Puck. Und die Angst-Verwendung bei Scot zeigt, dass beide Pole früh nebeneinander standen.

Milch, Speise und das Kleider-Tabu

Zum guten Verhältnis gehört, dem Hobgoblin nachts eine Schale Milch oder Sahne und etwas Speise am Herd bereitzustellen und seine Arbeit nicht zu kommentieren oder zu belohnen. Will man ihn loswerden, schenkt man ihm ein Kleidungsstück, worauf er beleidigt verschwindet. Diese Praktiken sind volkskundliches Sammelgut, vor allem aus England.

Puck, Brownie und die weitere Verwandtschaft

Der Hobgoblin entspricht dem schottischen und englischen Brownie, dem Hob, dem Lob Lie-by-the-Fire und dem Puck sowie dem manxischen Fenodyree; im weiteren Sinn stehen der deutsche Kobold und der skandinavische Nisse und Tomte daneben. Sein gekränktes Spiegelbild ist der Boggart. Der Kern des Hobgoblin ist der ortsgebundene Hausgeist vom brownie-Typ, der Kleidung als Lohn verweigert.

Häufige Fragen zum Hobgoblin

Was ist ein Hobgoblin?

Ursprünglich ein freundlicher, hilfsbereiter Hausgeist der englischen Folklore, nahe am Brownie und am Puck.

Warum gilt er heute als böse?

Das ist eine spätere, vor allem durch Fantasy verstärkte Bedeutungsverschiebung; bei Tolkien und in Rollenspielen wurde er zur kriegerischen Goblin-Art.

Wie wird man ihn los?

Indem man ihm ein Kleidungsstück schenkt, worauf er beleidigt verschwindet, dasselbe Tabu wie beim Brownie.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Briggs, Katharine M.: A Dictionary of Fairies. London 1976.
  • Scot, Reginald: The Discoverie of Witchcraft. London 1584.
  • Wright, Elizabeth Mary: Rustic Speech and Folk-Lore. Oxford 1913.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als englischer Hausgeist und freundlicher Kobold steht der Hobgoblin für ein Wesen, dessen Name eine eigene Geschichte erzählt: vom hilfreichen Robin der Höfe zum Schreckwort der Fantasy.

Einordnung & Schutz

IISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe II zu – Spürbare Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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