Hob, Yorkshires Name für den guten Hausgeist
Von Ralf Ittermann · zuletzt geprüft am
Der Hob ist ein Geist der englischen Volksüberlieferung.
Nordenglands nächtlicher Helfer, dessen Name Gattungswort wurde.
Der Hob ist ein meist gutartiger, hilfreicher Hausgeist Nordenglands, besonders Yorkshires, und zugleich ein Gattungsbegriff für den ortsgebundenen Kobold vom Typ des Brownie. Viele lokale Geister tragen den Namen als Bestandteil, etwa Hob Hole Hob oder Hob of Hart Hall.
Nachts hilft der Hob bei Dreschen, Ernte und Hausarbeit im Tausch gegen Speise und Respekt; wird er gekränkt, verwandelt er sich in einen lärmenden Poltergeist. Oft sind Hügel, Höhlen und Höfe nach benannten Hobs benannt.
Typ: Hilfreicher Hausgeist und Gattungsbegriff für den brownie-artigen Kobold
Herkunft: Nordenglische Folklore
Texte: Briggs, Gutch, Wright
Zeitraum: volkskundliches Sammelgut Nordenglands
Erscheinung: klein, zottelig, oft unsichtbar
Quellenkontext
Zeitraum der Texte
Der Hob gehört zur nordenglischen Folklore; überliefert ist er vor allem im volkskundlichen Sammelgut, etwa bei Eliza Gutch für das North Riding of Yorkshire und bei Katharine Briggs.
Verbreitungsraum
Yorkshire, Nordengland und die Midlands; zahlreiche benannte Hobs sind mit Hügeln, Höhlen und Höfen verbunden, die ihren Namen tragen.
Belegdichte
Gut: die Sammlungen von Briggs und Gutch sowie Wrights volkskundliche Studien zu Sprache und Volksglauben.
Name und Varianten
Englisch: hob, wie in Hobgoblin eine Koseform von Robert und Robin, die zum Sammelnamen für den hilfreichen Hausgeist wurde. Der Name steckt in vielen nordenglischen Toponymen.
Gestalt und Wirken
Erscheinung
Der Hob ist klein, zottelig und rau, oft nackt, und häufig unsichtbar; man erkennt ihn eher an seiner nächtlichen Arbeit als an seiner Gestalt. Wie den Brownie vertreibt ihn ein Kleidergeschenk.
Wirkung
Der Hob hilft nachts bei Dreschen, Ernte und Hausarbeit im Tausch gegen Speise und Respekt und wird bei Kränkung zum lärmenden Poltergeist. Einem berühmten Hob Hole Hob an der Küste Yorkshires schrieb der Volksglaube zu, den Keuchhusten heilen zu können, wenn Eltern ihr Kind zu ihm brachten; das ist als historischer Aberglaube zu verstehen, nicht als medizinische Aussage.
Steckbrief: Hob
Die wichtigsten Aspekte des nordenglischen Hausgeists auf einen Blick.
Nordenglische Folklore, besonders Yorkshire und die Midlands; der Name wurde vom Einzelwesen zum Gattungswort für den hilfreichen Kobold.
Haus, Hof und Vieh: Der Hob hilft nachts bei Dreschen, Ernte und Hausarbeit, solange man ihm Speise und Respekt entgegenbringt.
Klein, zottelig und rau, oft nackt und häufig unsichtbar; erkannt wird er an der getanen Arbeit, nicht an seiner Gestalt.
Nächtliche Arbeitshilfe gegen Speise; dem Hob Hole Hob schrieb der Volksglaube zudem die Heilung des Keuchhustens zu, ein historischer Aberglaube.
Speise dalassen, die Arbeit nicht belohnen, nicht spotten; ein Kleidungsstück gilt als Kränkung und vertreibt den Hob.
Brownie, Hobgoblin und Lob Lie-by-the-Fire; im weiteren Sinn der deutsche Kobold und der skandinavische Nisse.
Hob, Robert und Robin: die Geschichte eines Namens
Hob ist wie in Hobgoblin eine Koseform von Robert und Robin und wurde zum Sammelnamen für den hilfreichen Hausgeist. Damit ist der Hob beides zugleich: ein Einzelwesen der Sagen und ein Gattungsbegriff, unter dem die nordenglische Folklore ihre ortsgebundenen Helfer versammelt.
In Nordengland und den Midlands sind zahlreiche benannte Hobs überliefert, etwa Hob Hole Hob oder Hob of Hart Hall; oft sind Hügel, Höhlen und Höfe nach ihnen benannt. So hat sich der Hausgeist in die Landschaft selbst eingeschrieben, lange nachdem die Sagen verblasst sind.
Ortsnamen und Nachleben
Der Hob lebt in nordenglischer Orts- und Flurnamenfolklore und in Sagensammlungen weiter; sein Name steckt in vielen Toponymen. In der populären Fantasy verschmilzt er oft mit hobbit-, hobgoblin- und brownie-Motiven zu einer allgemeinen Vorstellung vom kleinen Hausgeist.
Religionswissenschaftlich ist der Hob ein meist gutartiger, hilfreicher Hausgeist, der bei Kränkung zum Poltergeist wird. Wichtige Klarstellungen: Hob ist ebenso ein Gattungsbegriff wie ein Einzelwesen. Die Keuchhusten-Heilung ist historischer Aberglaube, kein Heilversprechen. Und er teilt das brownie-Muster von Hilfe gegen Speise und Beleidigung durch Lohn.
Gaben und Gegengaben
Zum guten Verhältnis gehört, dem Hob Speise zu lassen, seine Arbeit nicht zu belohnen und ihn nicht zu verspotten. Ein Kleidungsstück gilt als Kränkung und vertreibt ihn, dasselbe Tabu wie beim Brownie. Diese Vorstellungen sind volkskundliches Sammelgut Nordenglands; sie beschreiben eine Beziehung auf Gegenseitigkeit, in der Respekt die eigentliche Währung ist.
Verwandte vom brownie-Typ
Der Hob entspricht dem Brownie, dem Hobgoblin, dem Lob Lie-by-the-Fire und dem manxischen Fenodyree; im weiteren Sinn stehen der deutsche Kobold und der skandinavische Nisse daneben. Sein gekränktes Gegenstück ist der Boggart. Der Hob ist der Prototyp des ortsgebundenen, hilfreichen Hausgeists, dessen Name zum Gattungswort wurde.
Häufige Fragen zum Hob
Was ist ein Hob?
Ein meist gutartiger Hausgeist Nordenglands und zugleich ein Gattungsbegriff für den brownie-artigen, ortsgebundenen Kobold.
Sollte man dem Hob Lohn geben?
Nein. Wie der Brownie fühlt er sich durch Lohn oder Kleidung gekränkt und verschwindet oder wird zum Poltergeist.
Konnte der Hob Krankheiten heilen?
Dem Hob Hole Hob schrieb der Volksglaube die Heilung des Keuchhustens zu. Das ist ein historischer Aberglaube und keine medizinische Aussage.
Weiterführende Verlinkungen
Literatur (Auswahl)
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als nordenglischer Hausgeist und hilfreicher Kobold hat der Hob sogar der Landschaft seinen Namen gegeben: In Hügeln, Höhlen und Höfen Yorkshires lebt er als Ortsname weiter.





