Der Boggart ist Geist der englischen Volksüberlieferung.
Er poltert, verdirbt die Milch und zieht mit der Familie um. Der Steckbrief zeigt, wie der Boggart vom Hausgeist zum gefürchteten Plagegeist werden kann.
Der Boggart ist ein bösartiger Hausgeist und Poltergeist aus dem nördlichen England, besonders aus Lancashire und Yorkshire. Er poltert nachts, reißt Decken weg, verdirbt Milch, lässt Geschirr zerbrechen und foppt die Bewohner.
In vielen Sagen ist er ein Brownie, der durch Kränkung oder Missachtung verdorben wurde. Zieht die geplagte Familie fort, folgt er oft mit im Umzugskarren, ein berühmtes Wandermotiv der nordenglischen Folklore.
Typ: Bösartiger Hausgeist und Poltergeist
Herkunft: Nordenglische Folklore
Texte: Croker, Roby, Briggs
Zeitraum: dicht überliefert im 18. und 19. Jahrhundert
Erscheinung: unsichtbar oder dunkel und zottelig
Boggart-Sagen sind im 18. und 19. Jahrhundert aus Lancashire und Yorkshire dicht überliefert; festgehalten haben sie unter anderem Thomas Crofton Croker und John Roby.
Lancashire, Yorkshire und das nördliche England; ein berühmter Ortsbezug ist der Boggart von Boggart Hole Clough bei Manchester.
Gut: die Sagensammlungen von Croker und Roby aus dem 19. Jahrhundert sowie die volkskundlichen Nachschlagewerke von Briggs und Wright.
Englisch: boggart, aus der bug-Wortfamilie, zu der auch bogle, bogey und bogeyman gehören; dahinter steht mittelenglisch bugge, die Schreckgestalt.
Erscheinung
Der Boggart ist meist unsichtbar und nur an seinen Wirkungen erkennbar, oder er erscheint als dunkles, zotteliges, teils tiergestaltiges Wesen. Er wirkt durch Geräusche, Bewegungen und Streiche mehr als durch Gestalt.
Wirkung
Der Boggart poltert nachts, reißt Decken weg, verdirbt Milch, lässt Geschirr zerbrechen, plagt das Vieh und foppt die Bewohner. Zieht die Familie fort, folgt er oft mit im Umzugskarren. Er ist der bösartige Gegenpol zum hilfreichen Brownie, mit dem ihn das Verderbnis-Motiv verbindet.
Die wichtigsten Aspekte des Poltergeists auf einen Blick.
Nordenglische Spuk- und Ortssagen des 18. und 19. Jahrhunderts; sein Name gehört zur bug-Wortfamilie der Schreckgestalten.
Haus und Familie: Der Boggart plagt die Bewohner und das Vieh, und sein Wandermotiv zeigt, dass er der Familie folgt, nicht nur dem Haus.
Meist unsichtbar, nur an Lärm und Streichen erkennbar; erscheint er doch, dann als dunkles, zotteliges, teils tiergestaltiges Wesen.
Poltern, verdorbene Milch, zerbrochenes Geschirr, weggerissene Decken und geplagtes Vieh; klassischer nächtlicher Spuk im Haus.
Besänftigen durch Höflichkeit, vertreiben durch Bann und Segen; Eisen und die Benennung galten als riskant, weil ihn ein Name reizen konnte.
Der hilfreiche Brownie als Gegenpol, dazu der schottische bogle und der walisische bwca; im weiteren Sinn der deutsche Poltergeist.
Der Name Boggart gehört zur bug-Wortfamilie, zu der auch bogle, bogey und bogeyman zählen; dahinter steht mittelenglisch bugge, die Schreckgestalt. Damit trägt der Boggart die Angst schon im Namen, anders als seine hilfreichen Verwandten vom Typ des Brownie.
Dicht überliefert sind Boggart-Sagen im 18. und 19. Jahrhundert aus Lancashire und Yorkshire, etwa der Boggart von Boggart Hole Clough bei Manchester, den Thomas Crofton Croker und John Roby festhielten. Ein wiederkehrendes Erzählmotiv ist der gescheiterte Umzug: Die geplagte Familie flieht, und der Boggart fährt im Umzugskarren mit.
J. K. Rowling machte den Boggart in Harry Potter zu einem gestaltwandelnden Wesen, das die schlimmste Angst des Betrachters annimmt; diese literarische Deutung weicht von der Folklore ab. In Nordengland bleibt der Boggart ein fester Bestandteil lokaler Spuk- und Ortssagen.
Religionswissenschaftlich ist der Boggart ein bösartiger Hausgeist und Poltergeist, oft ein verdorbener Brownie. Wichtige Klarstellungen: Brownie und Boggart sind zwei Zustände desselben Kobold-Spektrums, hilfreich gegenüber gekränkt-boshaft. Der Harry-Potter-Boggart ist eine moderne Erfindung. Und sein Wandermotiv zeigt, dass er an die Familie, nicht nur an das Haus gebunden ist.
Da ein Umzug selten hilft, versuchte man den Boggart durch Höflichkeit zu besänftigen oder ihn mit Bann und Segen zu vertreiben. Eisen und die Benennung galten dabei als riskant, weil ihn ein Name reizen konnte. Diese Vorstellungen sind volkskundlich überliefert und regional verschieden; eine überall gültige Abwehr kennt die nordenglische Folklore nicht.
Der Boggart entspricht dem schottischen bogle, dem walisischen bwca und dem verdorbenen Brownie; im weiteren Sinn stehen der deutsche Poltergeist und der gekränkte Kobold daneben. Sein Kern ist der zum Poltergeist gewordene, ortsgebundene Hausgeist, nicht ein Naturdämon. Innerhalb der britischen Familie sind auch Hob, Hobgoblin und Silkie verwandt.
Was ist ein Boggart?
Ein bösartiger Hausgeist und Poltergeist Nordenglands, in vielen Sagen ein Brownie, der durch Kränkung oder Missachtung verdorben wurde.
Hilft ein Umzug gegen den Boggart?
Meist nicht. In vielen Sagen zieht er einfach mit der Familie um und fährt im Umzugskarren mit.
Ist der Boggart aus Harry Potter authentisch?
Nein. Das gestaltwandelnde Angstwesen ist eine moderne literarische Deutung, die von der nordenglischen Folklore abweicht.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als englischer Poltergeist und in vielen Sagen ein verdorbener Brownie zeigt der Boggart die dunkle Seite des Hausgeist-Glaubens: Dieselbe Kraft, die einen Hof segnen kann, plagt ihn, wenn sie gekränkt wird.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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