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Lantern Man, das Licht, das aufs Pfeifen hört

Der Lantern Man ist Geist der englischen Tradition.

Wer nachts in der Marsch pfeift, ruft das tödliche Licht. Der Steckbrief zeigt, wie der Geist aufs Pfeifen der Wanderer hört und ihnen mit seinem Licht folgt.

GeistEngland

Inhaltsverzeichnis

Lantern Man, das gefährliche Irrlicht Ostenglands
Lantern Man

Der Lantern Man ist das gefährliche Irrlicht der ostenglischen Feuchtgebiete in Norfolk und Suffolk. Anders als die harmloseren Moorlichter gilt er als räuberisch: Er lockt gezielt in tiefes Wasser und Moor und wird durch Pfeifen angezogen.

Für ihn sind konkrete Abwehrformen überliefert, was ihn von den meisten anderen Geisterlichtern unterscheidet. Berühmt sind die Syleham lights und der Ort Thurlton, mit dem sich die Sage vom Tod des Wherry-Manns Joseph Bexfield verbindet.

Im Überblick: Lantern Man

Typ: Aggressives, tödlich konnotiertes Moorlicht
Herkunft: Ostenglischer Volksglaube
Texte: regionale Folklore, im 19. und 20. Jahrhundert gesammelt
Zeitraum: 19. und 20. Jahrhundert
Erscheinung: Geister- oder Laternenlicht über Schilf und Marsch

Historische Einordnung

Zeitraum der Texte

Gesammelt wurde die Überlieferung im 19. und 20. Jahrhundert; sie gehört zum ostenglischen Volksglauben der Feuchtgebiete.

Verbreitungsraum

Die Norfolk Broads und das Suffolk-Fenland; berühmt sind die Syleham lights und der Ort Thurlton.

Quellenlage

Mäßig: regionale Folklore Ostenglands; die Anekdote um Joseph Bexfield von 1809 ist als Sage zu behandeln.

Name und Varianten

Englisch: Der Name bedeutet schlicht der Laternenmann. Er benennt das personifizierte Irrlicht der Marschen, ohne weitere etymologische Tiefenschicht.

Erscheinungsbild

Erscheinung

Der Lantern Man erscheint als Geister- oder Laternenlicht über Schilf und Marsch. Er verkörpert die tödliche Gefahr der nächtlichen Feuchtgebiete, in denen ein falscher Schritt ins tiefe Wasser führt.

Wirkung

Er ist aggressiver als das Standard-Irrlicht: Er lockt gezielt in tiefes Wasser und Moor und wird durch Geräusch, vor allem durch Pfeifen, angezogen. Wer pfeift, ruft ihn; wer zurückpfeift oder antwortet, wird tiefer hineingelockt.

Steckbrief: Lantern Man

Die wichtigsten Aspekte des Marschenlichts auf einen Blick.

Kulturkontext

Ostenglische Marschen-Folklore der Norfolk Broads und des Suffolk-Fenlands, bis heute Teil der regionalen Spukliteratur.

Bezogen auf

Nächtliche Wanderer in den Feuchtgebieten, besonders jene, die pfeifen oder offenes Licht tragen.

Darstellung

Fahles Geister- oder Laternenlicht über Schilf und Marschwasser, ohne feste Körpergestalt.

Wirkungsbereich

Gezieltes Locken in tiefes Wasser und Moor; als Auslöser gilt das Pfeifen, auf das das Licht antwortet.

Abwehrformen

Nicht pfeifen; sich flach hinlegen und das Gesicht verbergen, bis das Licht vorbeizieht; offene Lichter und Laternen löschen.

Abgrenzung

Dem passiven Standard-Irrlicht wie der Hobby Lantern steht er als Angreifer gegenüber; dem Spunkie ähnelt er in der Bösartigkeit.

Thurlton, Syleham und die Sage von Joseph Bexfield

Der Name bedeutet schlicht der Laternenmann: das personifizierte Irrlicht der Marschen. Bezeugt ist die Gestalt in den Norfolk Broads und im Suffolk-Fenland; berühmt sind die Syleham lights, ein wiederkehrend beobachtetes Lichtphänomen, und der Ort Thurlton.

Mit Thurlton verbindet sich die bekannteste Erzählung: die Anekdote von Joseph Bexfield, der 1809 auf der Marsch umgekommen sein soll. Sie wird als Beleg für die Tödlichkeit des Lantern Man erzählt, ist quellenkritisch aber als Sage zu behandeln, nicht als dokumentierter Unglücksfall.

Rezeption in der Broads-Folklore

Der Lantern Man ist ein fester Bestandteil der Broads-Folklore und der regionalen Spukliteratur und wirkt bis in den heutigen Tourismus fort.

Religionswissenschaftlich zeigt er die Bedrohungslesart des Irrlichts in Reinform: ein Naturlicht der Sümpfe, das mit Verhaltensregeln und einem Auslöser, dem Pfeifen, versehen wurde. Wissenschaftlich wird das Licht als entzündetes Sumpfgas gedeutet; der Fall Joseph Bexfield ist Sage, kein forensischer Beweis.

Nicht pfeifen: die überlieferte Abwehr

Für den Lantern Man sind konkrete Abwehrformen überliefert, was ihn von den meisten anderen Irrlichtern unterscheidet. Die erste Regel lautet: nicht pfeifen, denn das Pfeifen zieht ihn an, und wer auf das Licht antwortet, lockt es näher heran. Die zweite: sich flach auf den Boden legen und das Gesicht verbergen, bis das Licht vorbeigezogen ist. Die dritte: offene Lichter und Laternen löschen, da der Lantern Man offenes Licht sucht.

Vom Standard-Irrlicht zum Angreifer

Der Lantern Man steht dem passiveren Standard-will-o‘-the-wisp gegenüber, wie es etwa Hobby Lantern oder das einbeinige Hinkypunk des West Country verkörpern; das Pfeif-Signal und der Angriffszug sind die ostenglische Besonderheit. Im Grad der Bösartigkeit ähnelt er dem schottischen Spunkie.

Häufige Fragen zum Lantern Man

Warum soll man nicht pfeifen?

Weil der Lantern Man durch Pfeifen angezogen wird; wer zurückpfeift oder antwortet, wird tiefer in die Marsch gelockt.

Wie schützt man sich?

Nicht pfeifen, sich flach hinlegen und das Gesicht verbergen, bis das Licht vorbei ist, und offene Lichter löschen.

Ist der Lantern Man tödlich?

Er gilt als tödlich konnotiert, weil er gezielt in tiefes Wasser und Moor lockt; die Bexfield-Erzählung ist allerdings Sage.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Briggs, Katharine: A Dictionary of Fairies. London 1976.
  • Porter, Enid: The Folklore of East Anglia. London 1974.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als ostenglisches Irrlicht mit tödlichem Ruf verkörpert der Laternenmann der Marschen die Bedrohungslesart des Geisterlichts: ein Licht, das auf Pfeifen antwortet und den, der ihm folgt, ins tiefe Wasser führt.

Einordnung & Schutz

IVSTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe IV zu – Schwere Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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