Lob Lie-by-the-Fire, der zottelige Riese am Herdfeuer
Von Ralf Ittermann · zuletzt geprüft am
Lob Lie-by-the-Fire ist ein Geist der englischen Volksüberlieferung.
Arbeitet nachts für zehn, liegt am Tag träge am Feuer. Der zottelige Riese am Herdfeuer, Lob Lie-by-the-Fire, gehört zu den bekannten Herdgeistern Englands.
Lob Lie-by-the-Fire, auch Lob-lie-by-the-fire oder der lubber fiend, ist ein gutartiger Herdgeist der englischen Folklore: ein großer, zotteliger Verwandter des Brownie und Hobgoblin, der nachts für die Familie arbeitet und tagsüber träge am Feuer liegt.
Die klassische literarische Quelle ist John Miltons Gedicht L’Allegro von 1631, in dem der lubber fiend als riesiger, haariger Geist beschrieben wird, der die Arbeit von zehn Knechten verrichtet und sich danach vor dem Feuer ausstreckt.
Typ: Gutartiger, träger Herdgeist vom brownie-Typ
Herkunft: Englische Folklore, literarisch geprägt durch Milton
Texte: Miltons L’Allegro (1631), Briggs, Ewing
Zeitraum: 17. Jahrhundert bis ins viktorianische Kinderbuch
Erscheinung: groß, zottelig, haarig, träge
Historische Einordnung
Zeitraum der Texte
Die klassische Quelle ist Miltons L’Allegro von 1631; der Name Lob ist bei Shakespeare als lob of spirits für Puck bezeugt und reicht damit ins 16. und 17. Jahrhundert zurück.
Verbreitungsraum
England; der feste Platz des Wesens ist die warme Ecke am Herd, um die sich die gesamte Überlieferung gruppiert.
Quellenlage
Mittel: Miltons Gedicht als literarischer Kern, dazu Briggs; belastbares eigenständiges Brauchtum ist selten und aus dem brownie-Komplex übertragen.
Name und Varianten
Englisch: lob, verwandt mit lubber, plumper Kerl, und lob, träge Gestalt; bei Shakespeare als lob of spirits für Puck bezeugt. Daneben steht die Miltonsche Bezeichnung lubber fiend.
Beschreibung
Erscheinung
Lob ist groß, zottelig und haarig, deutlich größer als der kleine Brownie, und wirkt schwerfällig und faul, arbeitet aber nachts kräftig. Sein Platz ist die warme Ecke am Herd.
Wirkung
Nachts verrichtet Lob die schwere Hausarbeit, drischt, mahlt und räumt, im Tausch gegen ein Schälchen Sahne oder Speise, und legt sich am Tag ans Feuer. Er teilt das brownie-Muster: hilfreich bei Respekt, beleidigt durch Lohn oder Spott. Sein Kern ist der gutartige, an den Herd gebundene Dienstgeist.
Steckbrief: Lob Lie-by-the-Fire
Die wichtigsten Aspekte des Herdgeists auf einen Blick.
Englische Folklore mit starker literarischer Prägung: Milton beschrieb den lubber fiend 1631, das viktorianische Kinderbuch hielt ihn lebendig.
Haus und Herd: Lob übernimmt nachts die schwere Hausarbeit der Familie und beansprucht dafür die warme Ecke am Feuer.
Groß, zottelig und haarig, deutlich größer als der kleine Brownie; tagsüber schwerfällig und faul vor dem Feuer ausgestreckt.
Dreschen, Mahlen und Aufräumen bei Nacht, nach Milton die Arbeit von zehn Knechten; als Gegengabe genügt ein Schälchen Sahne.
Sahne oder Speise am Herd bereitlegen und ihn nicht mit Lohn oder Kleidung kränken; eigenständige Rituale sind kaum überliefert.
Miltons lubber fiend und der Name Lob
Die klassische literarische Quelle ist John Miltons Gedicht L’Allegro von 1631: Dort erscheint der lubber fiend als riesiger, haariger Geist, der die Arbeit von zehn Knechten verrichtet und sich danach vor dem Feuer ausstreckt. Kaum ein anderer britischer Hausgeist verdankt sein Bild so sehr einem einzelnen Text.
Der Name Lob ist älter als Miltons Gedicht: Er ist verwandt mit lubber, plumper Kerl, und lob, träge Gestalt, und bei Shakespeare als lob of spirits für Puck bezeugt. Träger Körper und fleißige Nacht gehören bei diesem Wesen von Anfang an zusammen.
Kinderbuch und Nachleben
Juliana Horatia Ewing machte Lob Lie-by-the-Fire 1873 zum Titelwesen einer beliebten Erzählung, und Kipling nahm ihn in Puck of Pook’s Hill auf; dadurch blieb die Figur im viktorianischen und edwardianischen Kinderbuch lebendig.
Religionswissenschaftlich ist Lob ein gutartiger, träger Herdgeist, der für Speise arbeitet. Wichtige Klarstellungen: Der lubber fiend Miltons ist trotz des Worts fiend kein Teufel, sondern ein hilfreicher Hausgeist. Lob ist eine Größen- und Stilvariante des Brownie, kein eigener Wesenstyp. Und die viktorianische Literatur hat das Bild stark geformt.
Der Umgang mit dem Herdgeist
Zum guten Verhältnis gehört, Lob nachts Sahne oder Speise am Herd zu lassen und ihn nicht mit Lohn oder Kleidung zu kränken. Belastbare eigenständige Rituale sind selten; das Material ist literarisch geprägt und aus dem brownie-Komplex übertragen. Wer den Herdgeist behalten wollte, hielt sich an die einfache Regel aller brownie-artigen Wesen: Gabe statt Lohn, Respekt statt Spott.
Ein brownie-Typ im Großformat
Lob entspricht eng dem Brownie, dem Hobgoblin und dem Hob; im weiteren Sinn stehen der walisische bwca und der deutsche Kobold daneben. Er ist eindeutig ein brownie-Typ, unterschieden nur durch Größe, Trägheit am Tag und die literarische Prägung durch Milton. Wo der gekränkte Hausgeist zum Boggart wird, bleibt Lob der gutmütigste Vertreter der Familie.
Häufige Fragen zu Lob Lie-by-the-Fire
Was ist Lob Lie-by-the-Fire?
Ein gutartiger, großer und träger Herdgeist der englischen Folklore, verwandt mit dem Brownie, der nachts arbeitet und am Tag am Feuer liegt.
Ist der lubber fiend ein Teufel?
Nein. Trotz des Worts fiend ist er bei Milton ein hilfreicher Hausgeist, der die Arbeit von zehn Knechten verrichtet.
Woher stammt die Figur?
Literarisch vor allem aus Miltons L’Allegro von 1631; der Name Lob ist schon bei Shakespeare für Puck bezeugt.
Weiterführende Verlinkungen
Literatur (Auswahl)
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als englischer Herdgeist verbindet Lob Lie-by-the-Fire zwei Bilder, die Milton in seinem lubber fiend zusammenführte: die Kraft, die nachts für zehn arbeitet, und die Trägheit, die sich am Tag vor dem Feuer ausstreckt.





