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Marbendill, das dreifache Lachen des Meermanns

Marbendill ist Geist der germanischen/nordischen Tradition.

Gefangen lacht er dreimal und deckt verborgene Wahrheit auf. Das dreifache Lachen des gefangenen Meermanns steht im Zentrum der Marbendill-Überlieferung. Marbendill zählt zu den markantesten Meermännern der isländischen Sagen.

Inhaltsverzeichnis

Marbendill, Geist der germanischen/nordischen Tradition
Marbendill

Als isländischer Wassergeist ist der Marbendill Meermann und Weissager zugleich. Fischer ziehen ihn aus dem Meer; wer ihn freilässt, wird reich belohnt.

Bekannt ist sein dreifaches Lachen, das jedes Mal eine verborgene Wahrheit ans Licht bringt.

Auf einen Blick: Marbendill

Typ: weissagender Meermann
Herkunft: Island
Texte: Landnámabók, Jón Árnason
Zeitraum: 12. Jh. bis heute
Erscheinung: bärtiger Meermann

Quellenkontext

Zeitraum der Texte

12. Jh. (Landnámabók) bis heute.

Verbreitungsraum

Island.

Quellenlage

Landnámabók und Jón Árnason.

Name und Varianten

Sprache: Altnordisch mar-mennill, See-Männlein, aus marr, Meer, und einer Verkleinerungsform von Mann.

Erscheinung und Verhalten

Erscheinung

Bärtiger Meermann, aus dem Meer gezogen, zunächst nur durch sein Lachen auffällig.

Wirkung

Sein Lachen deckt Schein und Sein auf; die Freilassung bringt sieben meergraue Kühe und Wohlstand.

Steckbrief: Marbendill

Die wichtigsten Aspekte des weissagenden Meermanns auf einen Blick.

Tradition

Isländische Sage seit der Landnámabók (12. Jh.).

Bezogen auf

Fischer und Bauern, die ihn aus dem Meer ziehen.

Darstellung

Bärtiger Meermann mit rätselhaftem, dreifachem Lachen.

Funktion

Weissagung und Wohlstand für den, der ihn freilässt.

Umgang

Kein Abwehrritus: Entscheidend ist das gegebene Wort.

Verwandtes

Der dänische Havmand und die germanische Nixe als nächste Verwandte.

Der Fang, das Lachen und der Lohn

Die Landnámabók des 12. Jahrhunderts berichtet von einem gefischten, weissagenden Marmennill. Jón Árnason sammelte die bekannteste Fassung: Ein Bauer trägt einen gefangenen Marbendill heimwärts, der dreimal lacht, beim Schlagen des Hundes, beim Sturz über den verfluchten Hügel und bei der Umarmung seiner Frau. Erst nach dem Freilassungsversprechen nennt er die Gründe: Freude, Schatz, Untreue.

Vom Sprichwort zum Sagenmotiv

Dass der Marbendill lachte, wurde in Island sprichwörtlich für plötzliches, spöttisches Auflachen. Er gehört zum Typus des gefangenen Wesens, das gegen Freilassung Segen gewährt, eine Erzählung über Erkenntnis und Selbsttäuschung.

Wortbruch statt Bannspruch

Überliefert ist kein Abwehrritus, sondern die Vertragstreue: Der Bauer muss die Freilassung versprechen; ein Wortbruch verwirkt den Segen. Schutzmittel der Fischer: Amulett, Salz, Eisen.

Meermänner und Wortverwandte Nordeuropas

Unter der älteren Form Marmennill ist der Marbendill dasselbe Wesen wie der dänische Havmand. Als männlicher Wassergeist berührt er sich mit der germanischen Nixe; vom Wasserpferd Nykur ist er klar zu trennen.

Häufige Fragen zu Marbendill

Warum lacht der Meermann dreimal?

Er sieht verborgene Wahrheit: echte Freude, einen Schatz, falsche Zuneigung.

Ist der Marbendill gefährlich?

Nein, ein Wissensträger; entscheidend ist, ihn wie versprochen freizulassen.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Quellen:

  • Jón Árnason: Íslenzkar þjóðsögur og ævintýri. Leipzig 1862 bis 1864.
  • Landnámabók. 12. Jahrhundert.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als isländischer Wassergeist bleibt der Marbendill Meermann und Weissager zugleich: Wer sein Wort hält, dem dankt er mit Wohlstand aus dem Meer statt mit Gewalt.

Einordnung & Schutz

IISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe II zu – Spürbare Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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