Mae Nak ist Geist der thailändischen Tradition.
Die treue Tote, die aus Liebe zur tödlichen Gefahr wird.
Mae Nak ist der berühmteste Geist Thailands: die junge Frau, die zusammen mit ihrem Neugeborenen im Kindbett starb, während ihr Mann Mak im Krieg stand. Aus Liebe kehrt sie zurück, führt den Haushalt scheinbar unverändert weiter und begegnet ihm bei seiner Heimkehr, als wäre nichts geschehen.
Ihre Geschichte trägt den Namen Mae Nak Phra Khanong, benannt nach dem Bezirk am gleichnamigen Kanal in Bangkok, wo sie im Kern des 19. Jahrhunderts spielt. Nak ist im Kindbett gestorben, gemeinsam mit ihrem Kind, und zählt damit zu den Phi Tai Hong, den Geistern des gewaltsamen oder verfrühten Todes.
Was sie von einem gewöhnlichen Rachegeist unterscheidet, ist die Konsequenz ihrer Liebe: Sie duldet keine Trennung von Mak und tötet jeden, der ihm die Wahrheit über ihren Tod verraten will.
Typ: Rachegeist und treue Tote, berühmtester Vertreter der Phi Tai Hong
Herkunft: Thailändische Geistererzählung um eine im Kindbett gestorbene Frau im Bezirk Phra Khanong
Texte: mündliche und literarische Fassungen der Legende, dazu die Studien Anuman Rajadhons und McDaniels
Zeitraum: Handlung im Kern des 19. Jahrhunderts, bis heute lebendig
Erscheinung: schöne junge Frau mit ihrem Säugling, für ihren Mann täuschend lebendig
Die Legende gilt als bekannteste Geistererzählung Thailands; ihr Kern spielt im 19. Jahrhundert und wird bis heute mündlich, im Kult und im Kino weitergetragen.
Thailand, mit dem Zentrum in Bangkok: Die Handlung ist eng an den Bezirk Phra Khanong am gleichnamigen Kanal gebunden, wo bis heute ihr Schrein steht.
Gut: Ein lebendiger Kult am Wat Mahabut und eine breite Filmrezeption stützen die Überlieferung, dazu die Studien von McDaniel und Anuman Rajadhon.
Thailändisch: Mae ist ein respektvoller Titel für eine Frau oder Mutter, Nak ihr Eigenname: Mae Nak heißt sinngemäß Mutter Nak. Der volle Titel der Erzählung, Mae Nak Phra Khanong, fügt den Namen des Bezirks hinzu, in dem die Geschichte spielt.
Erscheinung
Mae Nak erscheint als schöne junge Frau mit ihrem Säugling im Arm, für ihren Mann täuschend lebendig. Erst ein übernatürliches Zeichen entlarvt sie: In der berühmtesten Szene ihrer Legende streckt sich ihr Arm unnatürlich in die Länge, um eine unter das Haus gefallene Zitrone aufzuheben.
Wirkung
Als Geist hält Mae Nak ihren Haushalt aufrecht und wehrt jede Trennung von ihrem Mann ab. Sie tötet Nachbarn und andere, die ihm die Wahrheit über ihren Tod verraten wollen. Ihre Liebe ist damit ebenso schützend wie tödlich.
Die wichtigsten Aspekte der treuen Toten auf einen Blick.
Berühmtester Vertreter der Phi Tai Hong, der thailändischen Geister des gewaltsamen oder verfrühten Todes.
Ihren Ehemann Mak und alle, die ihm die Wahrheit über ihren Tod verraten wollen.
Schöne junge Frau mit Kind, äußerlich lebendig, bis ein übernatürliches Zeichen wie der gestreckte Arm sie verrät.
Häuslicher Schutz und tödliche Eifersucht zugleich: Sie führt den Haushalt fort und tötet, um ihr Geheimnis zu wahren.
Mönchsriten und geweihtes Wasser sollen den Geist binden; ihr Schrein am Wat Mahabut wird bis heute um Beistand gebeten.
Als Phi Tai Hong teilt sie den Ursprung im gewaltsamen Tod mit der malaiischen Pontianak.
Der Name Mae Nak, die Mutter Nak, gehört zur Erzählung Mae Nak Phra Khanong, benannt nach dem Bezirk Phra Khanong am gleichnamigen Kanal in Bangkok, wo die Geschichte im 19. Jahrhundert spielt. Nak starb bei der Geburt, während ihr Mann Mak im Krieg stand; als er heimkehrt, findet er sie und das Kind scheinbar lebend vor, ohne zu ahnen, dass beide Geister sind.
Als Typus gehört Mae Nak zu den Phi Tai Hong, den Geistern des gewaltsamen oder verfrühten Todes, hier in der besonderen Form der im Kindbett gestorbenen Frau. Ihre Geschichte gilt in Thailand als Musterfall dieses schlechten, unerlösten Todes und zugleich als Musterfall ehelicher Treue über das Grab hinaus.
Mae Nak ist der Kernstoff des thailändischen Horrorkinos. Der Film Nang Nak von 1999 unter der Regie von Nonzee Nimibutr war der erste thailändische Film mit über hundert Millionen Baht Einspiel und gilt als Meilenstein der thailändischen Filmwelle. Ihr Schrein in Bangkok ist bis heute ein lebendiger Wallfahrtsort.
Religionswissenschaftlich verbindet Mae Nak den Glauben an den schlechten, gewaltsamen und verfrühten Tod im Kindbett mit dem buddhistischen Erlösungsweg der Mönchsriten. Sie zeigt zugleich, wie ein gefürchteter Geist zur verehrten Schutzgestalt mit eigenem Schrein werden kann.
Buddhistisch wird Mae Nak schließlich von einem mächtigen Mönch gebannt, der ihren Geist bindet; einer Überlieferung nach wird ihr Stirnknochen als Amulett gefasst, um ihre Kraft zu kontrollieren. Bis heute besteht ihr ein Schrein am Wat Mahabut, an dem Gläubige um Beistand bitten; Räuchern und Opfergaben gehören zu ihrer Verehrung dort. Allgemein gelten Mönchsriten, Weihwasser und Amulette als Umgang mit einem gewaltsam Verstorbenen.
Mae Nak ist der berühmteste Vertreter der Phi Tai Hong, der thailändischen Geister des gewaltsamen Todes. Als im Kindbett gestorbene Frau ist sie mit der malaiischen Pontianak und Langsuir sowie der indischen Churel verwandt, die alle aus dem Tod im Kindbett hervorgehen.
Warum tötet Mae Nak, obwohl sie aus Liebe zurückkehrt?
Sie duldet keine Trennung von ihrem Mann und tötet jene, die ihm die Wahrheit über ihren Tod verraten wollen.
Woran erkennt ihr Mann, dass sie ein Geist ist?
An einem übernatürlichen Zeichen: Ihr Arm streckt sich unnatürlich, um eine unter das Haus gefallene Zitrone aufzuheben.
Wie wird Mae Nak gebannt?
Durch einen mächtigen Mönch; bis heute besteht ihr ein verehrter Schrein am Wat Mahabut.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als die im Kindbett gestorbene Frau von Mae Nak Phra Khanong bleibt Mae Nak das Musterbild ehelicher Treue über den Tod hinaus: liebevoll und tödlich zugleich, bis sie ein Mönch endlich zur Ruhe bringt.
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