Langsuir ist Dämonin der malaiischen Überlieferung.
Schöne Mutter, deren Haar die tödliche Wunde im Nacken verbirgt. Die Überlieferung beschreibt die trauernde Mutter mit dem Loch im Nacken.
Langsuir ist der Geist einer Frau, die während oder nach der Geburt starb. Sie erscheint als schöne Frau mit bodenlangem Haar und langen Nägeln, deren Haar ein Loch im Nacken verbirgt, durch das sie nachts das Blut von Kindern saugt.
Sie ist der Muttergeist, während der Pontianak der Geist des Kindes ist. Die Überlieferung ist gut dokumentiert, klassisch bei Skeat 1900, und im gesamten malaiischen Archipel verbreitet, in Malaysia, Indonesien und Singapur. Bevorzugte Ziele sind Neugeborene und Wöchnerinnen.
Typ: Blutsaugender Geist einer im Kindbett gestorbenen Frau, der Muttergeist neben dem kindlichen Pontianak
Herkunft: Malaiischer Volksglaube um im Wochenbett verstorbene Frauen, ein islamisch überformter animistischer Geburtsdämon
Texte: Gut dokumentiert, klassisch bei Skeat 1900, ergänzt durch Skeat und Blagden 1906 sowie McHugh 1959
Zeitraum: seit dem späten 19. Jahrhundert schriftlich erfasst, bis in die Gegenwart lebendig
Erscheinung: meist schöne Frau mit bodenlangem schwarzem Haar und langen Nägeln, oft in Grün, in vermischten Überlieferungen auch als schwebender Kopf
Seit dem späten 19. Jahrhundert schriftlich erfasst, klassisch bei Skeat 1900: Die Überlieferung ist bis in die Gegenwart lebendig, zuletzt sichtbar in der medial begleiteten Sichtungspanik von Kelantan 2013.
Malaysia, Indonesien, Singapur und der gesamte malaiische Archipel.
Gut: Grundlegend sind Skeats Malay Magic von 1900 und die gemeinsam mit Blagden verfasste Studie von 1906, ergänzt um McHughs Sammlung von 1959 und das Nachschlagewerk von Bane.
Malaiisch: Der Name wird von helang, Greifvogel, abgeleitet und verweist auf die Eulen- und Nachtvogelnähe der Langsuir. Wichtig ist die Unterscheidung: Der Langsuir ist der Geist der Mutter, die während oder nach der Schwangerschaft starb, der Pontianak der Geist des Kindes. In der Praxis vermischen sich die Begriffe jedoch, und in Malaysia heißt der Pontianak auch Hantu Langsuyar.
Erscheinung
Ihre Schönheit ist Tarnung: Die langen Nägel und das bis zu den Knöcheln fallende Haar sind ein ambivalentes Schönheits- und Gefahrenzeichen. Das Haar verbirgt das Loch im Nacken, durch das sie das Blut saugt, ihr zentrales Verwundbarkeits- und Bannmotiv.
Wirkung
Die Langsuir saugt nachts Blut durch den Nacken, bevorzugt an Neugeborenen. Der Ruf der Eule gilt als der Schrei einer Frau, die ihr verlorenes Kind sucht. Holzfäller, die giftiges Rengas-Holz schlagen, müssen sich der Überlieferung nach rituell gegen sie schützen.
Die wichtigsten Aspekte des Muttergeistes auf einen Blick.
Klassische Gestalt der malaiischen Geisterwelt, erstmals systematisch bei Skeat 1900 beschrieben.
Neugeborene und Wöchnerinnen, auch Holzfäller, die das giftige Rengas-Holz schlagen, gelten als gefährdet.
Schöne Frau mit bodenlangem schwarzem Haar und langen Nägeln, oft in Grün, in vermischten Überlieferungen auch als schwebender Kopf.
Nächtliches Blutsaugen durch den Nacken, gerichtet auf Kinder und frisch entbundene Frauen.
Glasperlen, Hühnerei und Nadeln an der Leiche zur Vorbeugung, Nägel- und Haarschnitt zur Zähmung einer bereits verwandelten Langsuir.
Der Pontianak als Geist des Kindes zu ihrer Mutter, der Penanggalan als körperlich andere Gestalt des fliegenden Kopfes, dazu der Toyol als weiterer Dämon der malaiischen Überlieferung.
Nach Walter William Skeat war die ursprüngliche Langsuir eine Frau von blendender Schönheit, die aus Schock über die Totgeburt ihres Kindes starb, kreischend davonflog und sich auf einen Baum setzte. Aus dieser einzelnen Gestalt entwickelte sich die allgemeine Vorstellung vom Geist jeder Frau, die während oder nach der Geburt stirbt.
Der Name wird von helang, Greifvogel, abgeleitet und verweist auf die Nähe der Langsuir zu Eulen und anderen Nachtvögeln: Ihr Ruf gilt als der Schrei einer Frau, die ihr verlorenes Kind sucht. Wichtig bleibt die Unterscheidung von ihrem eigenen Kind, dem Pontianak, auch wenn sich die Begriffe in der Praxis vermischen und der Pontianak in Malaysia gelegentlich selbst Hantu Langsuyar heißt.
Die Langsuir ist Teil des malaysischen Pontianak- und Hantu-Horrorfilmkomplexes und damit fest in der populären Geisterkultur Südostasiens verankert. 2013 löste eine Sichtungspanik in Kelantan mediale Berichterstattung aus und zeigte, wie lebendig der Glaube bis heute ist.
Religionswissenschaftlich ist die Langsuir der Prototyp des Kindbett-Toten-Glaubens: die im Wochenbett gestorbene Frau als unreiner Toter, der zur Bedrohung für Neugeborene wird. Sie gilt als klassischer animistischer Geburtsdämon, islamisch überformt.
Quellenfest ist die Zähmung: Fängt man die Langsuir und schneidet ihr Nägel und Haare kurz und stopft sie in das Loch im Nacken, wird sie zahm und von einer normalen Frau ununterscheidbar. Zur Vorbeugung legt man der frisch Verstorbenen Glasperlen in den Mund, ein Hühnerei unter die Achseln und Nadeln in die Handflächen, dazu Eisen in die Öffnungen der Leiche, damit sie nicht kreischen und nicht fliegen kann. Auch Beschwörungsformeln gelten als wirksam, ein getragenes Amulett ebenso. Pflanzlich gelten die Blätter der Gandasuli als Schutzmittel, in einer Reihe mit anderen Kräutern wie Beifuß.
Die Langsuir ist mit der philippinischen Aswang und dem Pontianak verwandt. In der Gestalt des schwebenden Kopfes mit Eingeweiden steht sie der Penanggalan, der Krasue und der Manananggal nahe, ist aber wesensverschieden, da sie klassisch als ganze fliegende Frau erscheint und nur in vermischten Überlieferungen als Kopf allein. Als klagender Frauengeist wird sie zudem mit der Banshee verglichen.
Ist die Langsuir dasselbe wie der Pontianak?
Nein, quellenehrlich getrennt: Die Langsuir ist die verstorbene Mutter, der Pontianak das tote Kind. In Malaysia werden die Begriffe in der Praxis aber vermischt.
Wie wird sie gezähmt?
Indem man ihr Haare und Nägel kürzt und in das Loch im Nacken stopft, danach ist sie von einer normalen Frau nicht mehr zu unterscheiden.
Woran erkennt man sie?
An grünem Gewand, bodenlangem Haar, sehr langen Nägeln und ihrer Nähe zu Eulen und anderen Nachtvögeln.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Unter dem Namen Langsuyar bleibt Langsuir der Geist der verstorbenen Mutter: eine Frau, die im Kindbett starb und deren Schönheit die tödliche Öffnung in ihrem Nacken verbirgt, bis Haar und Nägel sie zähmen.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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