Aswang ist Dämon der philippinischen Tradition.
Kein Einzelwesen, sondern fünf Typen des nächtlichen Grauens.
Aswang ist der Sammelbegriff für die gestaltwandelnden Blutsauger, Leichenfresser und Hexenwesen der philippinischen Folklore. Tagsüber ein unauffälliger Nachbar, oft eine Frau, wird der Aswang nachts zum Gestaltwandler, der Leichen frisst und Ungeborene und Kranke bedroht.
Der Religionswissenschaftler Maximo Ramos systematisierte 1971 den Aswang Complex in fünf Typen: den blutsaugenden Vampir, den selbstteilenden Eingeweidesauger, den menschenfressenden Werhund, die rachsüchtige oder Böser-Blick-Hexe und den aasfressenden Ghul. Der Glaube ist besonders in der Provinz Capiz auf der Insel Panay verwurzelt.
Typ: Sammelbegriff für fünf Typen gestaltwandelnder Blutsauger, Leichenfresser und Hexenwesen
Herkunft: vorkolonialer philippinischer Glaube, katholisch überformt, 1971 durch Maximo Ramos wissenschaftlich systematisiert
Texte: Ramos, The Aswang Complex in Philippine Folklore und The Creatures of Philippine Lower Mythology, beide 1971
Zeitraum: vorkolonial bis heute, lebendige Alltagsfolklore
Erscheinung: tagsüber unauffälliger Mensch, nachts einer von fünf Gestaltwandler-Typen
Vorkolonialen Ursprungs und bis heute lebendig: 1971 systematisierte Maximo Ramos den Glauben wissenschaftlich im Aswang Complex.
Landesweiter Sammelbegriff, besonders verbreitet im südlichen Luzon, in Teilen Mindanaos und den Visayas; als Hochburg gilt die Provinz Capiz auf der Insel Panay.
Gut: Grundlage ist die Systematisierung von Maximo Ramos aus dem Jahr 1971, ergänzt durch zeitgenössische Rezensionen wie die von Frank Lynch.
Philippinisch: Die Herkunft des Namens Aswang ist umstritten; diskutiert werden Wurzeln für Hund oder Bestie sowie für eine Gottheit. Spanische Missionare deuteten die indigenen Nachtgestalten als Hexen und Teufelswerk um.
Erscheinung
Der Aswang ist wandelbar: als Hund, Schwein, Vogel oder Mensch. Tagsüber ist er vollständig menschlich und in die Nachbarschaft integriert, was ihn sozial besonders bedrohlich macht. Er symbolisiert die Angst vor dem verborgenen Bösen in der Nachbarschaft, vor Krankheit, sozialer Abweichung und dem Zusammenbruch gemeinschaftlicher Werte.
Wirkung
Je nach Typ frisst der Aswang nachts Leichen als Ghul, saugt Blut als Vampir oder holt Ungeborene aus dem Mutterleib. Ramos deutete die Gestalt als kulturelles Ausdrucksmittel moralischer Grenzen.
Die wichtigsten Aspekte des Aswang Complex auf einen Blick.
Verbindet vorkolonialen philippinischen Volksglauben mit spanisch-katholischer Dämonisierung; 1971 von Maximo Ramos wissenschaftlich systematisiert.
Nächtlich Unterwegs Befindliche, Leichen, Ungeborene, Kranke und Kinder, je nach Typ des Aswang Complex.
Tagsüber unauffälliger Mensch, oft eine Frau; nachts einer von fünf Gestaltwandler-Typen, unter anderem als Hund, Schwein oder Vogel.
Blutsaugen, Leichenfressen und der Raub Ungeborener, je nach Typ des Complex verschieden ausgeprägt.
Salz in den Hausecken, Knoblauch an Türen und Fenstern sowie der getrocknete Stachelrochen-Schwanz Buntot Pagi als Amulett.
Die Manananggal als sein Eingeweidesauger-Typ, der Multo dagegen ein harmloser Totengeist ohne die räuberischen Züge des Aswang.
Aswang ist ein Oberbegriff, dessen Herkunft umstritten ist; diskutiert werden Wurzeln für Hund oder Bestie sowie für eine Gottheit. Spanische Missionare deuteten die indigenen Nachtgestalten als Hexen und Teufelswerk um und prägten damit die bis heute nachwirkende katholische Überformung.
Der Religionswissenschaftler Maximo Ramos systematisierte 1971 den Aswang Complex in fünf Typen: den blutsaugenden Vampir, den selbstteilenden Eingeweidesauger, den menschenfressenden Werhund, die rachsüchtige oder Böser-Blick-Hexe und den aasfressenden Ghul. Erst diese Systematik ordnete die vielen regionalen Nachtgestalten der Philippinen zu einem gemeinsamen Complex.
Der Aswang ist der Superstar des philippinischen Horrorfilms, unter anderem im Film Aswang von 1992, und ein fester Bestandteil von Comics, Halloween und moderner Populärkultur.
Religionswissenschaftlich ist der Aswang kein Einzelwesen, sondern ein Komplex aus fünf Typen. Er verbindet vorkolonialen Glauben mit katholischer Überformung und dient als kulturelles Ausdrucksmittel für die Angst vor dem verborgenen Bösen und für moralische Grenzen der Gemeinschaft.
Quellenfest sind Salz, in jede Hausecke gestreut, sowie Knoblauch in der Tasche oder als Kranz an Türen und Fenstern. Hinzu kommen Ingwer und der getrocknete Stachelrochen-Schwanz Buntot Pagi, der als Amulett und Peitsche gilt, dazu Rosenkranz, eine silberne Klinge und die Räucherung mit Knoblauch und der Makabuhay-Pflanze.
Der Aswang entspricht in seinem blutsaugenden Typ dem Vampir und in seinem aasfressenden Typ dem arabischen Ghul; als Gestaltwandler ist er dem Werwolf-Motiv verwandt. Innerhalb der philippinischen Geisterwelt dieser Sammlung stehen ihm der kopflose Pugot und das Geisterkind Tiyanak zur Seite, beide eigenständige Gestalten neben dem eigentlichen Aswang Complex.
Ist der Aswang ein einzelnes Wesen?
Nein, er ist ein Sammelbegriff und Complex aus fünf Typen nach Maximo Ramos: Vampir, Eingeweidesauger, Werhund, Hexe und Ghul.
Woran erkennt man einen Aswang?
Traditionell am gespiegelten Blick in seinen Augen oder daran, dass er tagsüber ein scheinbar normaler Nachbar ist.
Wo ist der Glaube am stärksten?
In der Provinz Capiz auf der Insel Panay.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als philippinischer Gestaltwandler ist der Aswang kein einzelnes Ungeheuer, sondern der Sammelname für den gesamten Aswang Complex: fünf Typen des nächtlichen Grauens, die tagsüber als unauffällige Nachbarn unter den Menschen leben.
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