Der Niß Puk ist Geist der germanischen Tradition.
Hilft für süße Grütze, straft mit Spuk und Ruin. Als Wicht unterm Reetdach gilt der Niß Puk als Hauskobold Nordfrieslands.
Der Niß Puk, auch Nis Puk oder Puk, ist der Hauskobold des nordfriesischen und schleswigschen Raums, der in Haus, Stall oder Scheune haust. Bei gutem Umgang hilft er bei Hof- und Stallarbeit und verlangt Grütze; in anderer Ausprägung trägt er dem Besitzer fremdes Gut zu.
Gut belegt ist der nordfriesische Hauskobold in Karl Müllenhoffs Sagensammlung von 1845 und in der Forschung H. F. Feilbergs. Als Bindeglied zwischen deutscher und skandinavischer Kobold-Tradition ist er bis heute lebendige Regionalfolklore im deutsch-dänischen Grenzland.
Typ: Hauskobold von Haus, Stall und Scheune
Herkunft: Nordfriesland, Schleswig, deutsch-dänisches Grenzland
Texte: Müllenhoff 1845, Feilberg
Zeitraum: schleswig-holsteinische Sagen, Müllenhoff 1845
Erscheinung: kleiner Kobold mit roter Zipfelmütze
Die schriftlichen Belege gehören zur schleswig-holsteinischen Sagenüberlieferung; Kernquelle ist Karl Müllenhoffs Sammlung von 1845.
Nordfriesland, Schleswig und das deutsch-dänische Grenzland; der Glaube ist im nordfriesisch-, niederdeutsch- und dänischsprachigen Raum verbreitet.
Gut belegt: Müllenhoffs Sagen der Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg von 1845 und die Forschung Henning Frederik Feilbergs.
Norddeutsch-dänisch: Der Name verbindet Niß, Kurzform von Nikolaus wie skandinavisch nisse, und Puk, altdänisch puge zu altnordisch puki, Kobold oder Teufelchen, sprachverwandt mit englisch Puck.
Erscheinung
Der Niß Puk ist ein kleiner Kobold, oft mit roter Zipfelmütze, der in Haus, Stall oder Scheune, gern unterm Reetdach, haust; meist ist er verborgen und nur durch Geräusche und Wirken bemerkbar.
Wirkung
Der Niß Puk ist zweigesichtig: Als guter Hausgeist hilft er bei Hof- und Stallarbeit, hütet die Hühner vor dem Iltis und bringt Glück; in der anderen Ausprägung nähert er sich dem Drak-Typ, der dem Besitzer fremdes, gestohlenes Gut zuträgt und ihn reich macht, moralisch ambivalent.
Die wichtigsten Aspekte des Puk der Scheune auf einen Blick.
Hauskobold des deutsch-dänischen Grenzlands, ein Bindeglied zwischen deutscher und skandinavischer Kobold-Tradition.
Haus, Stall und Scheune: Er hilft bei Hof- und Stallarbeit, hütet die Hühner vor dem Iltis und bringt dem Hof Glück.
Kleiner Kobold mit roter Zipfelmütze, gern unterm Reetdach hausend; meist verborgen und nur an Geräuschen und Wirken erkennbar.
Hof- und Stallhilfe und Hausglück; als Bringer-Variante trägt er dem Besitzer fremdes Gut zu und macht ihn reich, moralisch ambivalent.
Die Pflichtgabe ist eine Schale süße Grütze mit Butter und Milch am festen Platz; Verweigerung straft er mit Unruhe und Spuk bis zum Ruin des Hofes.
Direkt verwandt mit Nisse und Tomte, dazu Hinzelmann und Hödekin; sprachverwandt ist der englische Puck.
Der Name verbindet Niß, Kurzform von Nikolaus wie skandinavisch nisse, und Puk, altdänisch puge zu altnordisch puki, Kobold oder Teufelchen, sprachverwandt mit englisch Puck. Schon der Name zeigt damit die Doppelherkunft des Wesens aus deutscher und nordischer Überlieferung.
Verbreitet ist der Glaube im nordfriesisch-, niederdeutsch- und dänischsprachigen Raum. Gut belegt ist er in Karl Müllenhoffs Sagen der Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg von 1845 und in der Forschung H. F. Feilbergs, der die Geschichte der Nisse-Gestalten umfassend aufgearbeitet hat.
Der Niß Puk ist lebendige Regionalfolklore im deutsch-dänischen Grenzland, in Museen, Kinderbüchern und Erzählprojekten, und ein Bindeglied zwischen deutscher und skandinavischer Kobold-Tradition.
Religionswissenschaftlich ist der Niß Puk bei guter Behandlung nützlich; seine Rache besteht in Spuk und wirtschaftlichem Ruin, nicht in Tötung. Wichtige Klarstellungen: Puk ist etymologisch mit Puck verwandt, doch ist der Niß Puk eine eigene norddeutsch-dänische Ausprägung, nicht Shakespeares Puck; er ist nicht rein gutartig, da die Drak-Variante fremdes Gut bringt; und Niß bedeutet Nikolaus, nicht Nixe.
Die Speisegabe ist Pflicht: eine Schale süße Grütze mit Butter und Milch am festen Platz. Ein belegtes Sagenmuster aus Stapelholm besagt, dass, wer ihm die Grütze verweigert oder ihn jagt, mit so viel Unruhe und Spuk gestraft wird, dass der Hof unbrauchbar wird und billig verkauft werden muss; die neuen Besitzer, die ihn wieder füttern, haben Ruhe. Es gilt also Versorgen und Respektieren, nicht Vertreiben.
Der Niß Puk ist direkt verwandt mit dem skandinavischen Nisse und Tomte, dem Hinzelmann und Hödekin; sprachverwandt ist der englische Puck. Als Bringer-Variante steht er dem Drak oder Drachen-Kobold nahe.
Was ist ein Niß Puk?
Der nordfriesisch-schleswigsche Hauskobold, der in Haus, Stall oder Scheune haust.
Was verlangt er als Gabe?
Eine Schale süße Grütze mit Butter am festen Platz.
Ist er dasselbe wie Shakespeares Puck?
Nein. Puk ist etymologisch verwandt, doch der Niß Puk ist eine eigene norddeutsch-dänische Ausprägung.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als nordfriesischer Hauskobold und Puk der Scheune verkörpert der Niß Puk das alte Vertragsdenken des Hofes: Wer die Grütze hinstellt, hat einen Helfer unterm Reetdach; wer sie verweigert, verliert den Hof.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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