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Lalahon, die Herrin der Ernte im feuerspeienden Berg

Lalahon ist Göttin der philippinischen Visaya-Tradition.

Die Erntegöttin im Vulkan, die im Zorn Heuschrecken sendet. Als Herrin der Ernte verbindet Lalahon vulkanische Kraft mit landwirtschaftlichem Segen.

GöttinPhilippinen

Inhaltsverzeichnis

Lalahon, die Ernte- und Vulkangöttin der Visaya
Lalahon

Lalahon ist die Ernte- und Vulkangöttin der Visaya mit Wohnsitz im feuerspeienden Vulkan auf Negros. Sie wird für gute Ernte angerufen und sendet im Zorn Heuschrecken, die die Saat verderben.

Sie ist das bestbelegte der philippinischen Feuer- und Vulkanwesen: Miguel de Loarca nennt sie 1582 in seiner Relación de las Yslas Filipinas ausdrücklich, eine seltene direkte Primärquelle, die sie zudem wörtlich als Frau bezeichnet.

Im Überblick: Lalahon

Typ: Ernte- und Vulkangöttin
Herkunft: Visaya, besonders Negros, Philippinen
Texte: direkt bei Loarca 1582 bezeugt
Zeitraum: frühkolonial
Erscheinung: in der Quelle nicht bildlich beschrieben, Wohnsitz im Vulkan

Die Primärquelle von 1582

Zeitraum der Texte

Frühkolonial und direkt bezeugt: Miguel de Loarca nennt Lalahon 1582 in seiner Relación de las Yslas Filipinas, eine für philippinische Gottheiten seltene direkte Primärquelle.

Verbreitungsraum

Die Visaya, besonders Negros: Ihr Wohnsitz ist der Vulkan Kanlaon auf dieser Insel, nicht der Mayon.

Quellenlage

Gut: Die direkte Nennung bei Loarca 1582 macht Lalahon zum am sichersten fassbaren philippinischen Vulkanwesen; die Standardausgabe der Quellen ist Blair und Robertson.

Name und Varianten

Visaya: Lalahon, auch Lahon, ist verwandt mit Laon, der Uralten; ein männlicher Aspekt heißt Makapatag, der Gleichmacher. Loarca sagt wörtlich, Lahon sei eine Frau.

Erscheinungsbild und Wirken

Erscheinung

In der Primärquelle ist Lalahon nicht bildlich beschrieben; moderne Darstellungen als feurige Diwata sind Popkultur. Ihr Wohnsitz im Vulkan und ihre Verbindung zu Ernte und Heuschrecken bilden ihre Symbolik.

Wirkung

Lalahon ist eine Erntegöttin: Man ruft sie für eine gute Ernte an. Bei Zorn sendet sie eine Heuschreckenplage, welche die Saat verdirbt, nicht primär Feuer. Ihr Wohnsitz ist der Vulkan Kanlaon auf Negros.

Steckbrief: Lalahon

Die wichtigsten Aspekte der Erntegöttin auf einen Blick.

Tradition

Ambivalente Ernte- und Fruchtbarkeitsgöttin der Visaya, verwandt mit Laon, der Uralten; direkt bei Loarca 1582 bezeugt.

Bezogen auf

Bauern und ihre Felder: Lalahon wird für die Aussaat und eine gute Ernte angerufen.

Darstellung

In der Quelle nicht bildlich beschrieben; die feurige Diwata moderner Bilder ist Popkultur, gesichert ist nur der Wohnsitz im Vulkan.

Wirkungsbereich

Segen und Plage der Felder: gute Ernte bei Anrufung, im Zorn die Heuschreckenplage, welche die Saat verdirbt.

Umgang

Belegt ist die Anrufung für die Felder nach Loarca; konkrete Opferrituale nennt die Quelle nicht, darüber hinaus bleibt die Kultform unbelegt.

Abgrenzung

Kan-Laon als moderner personaler Gott desselben Vulkans; typologisch die griechische Demeter als ambivalente Erntemacht.

Loarca 1582: die Göttin im feuerspeienden Berg

Miguel de Loarca nennt Lalahon in seiner Relación de las Yslas Filipinas von 1582 ausdrücklich: Sie wohne in einem feuerspeienden Vulkan auf Negros, werde für die Felder und die Aussaat angerufen und sende im Zorn Heuschrecken. Loarca sagt wörtlich, Lahon sei eine Frau. Damit ist Lalahon direkt primärquellenbelegt, was unter den philippinischen Vulkanwesen die Ausnahme ist.

Der Name Lalahon, auch Lahon, ist verwandt mit Laon, der Uralten, die Chirino 1604 als Schöpfergottheit nennt; ein männlicher Aspekt heißt Makapatag, der Gleichmacher. Der Kern der Gestalt ist die Erntegöttin, deren Segen und Strafe beide über die Felder kommen.

Die Fehlübersetzung von 1903 und ihre Folgen

Lalahon ist populär als Feuer- oder Vulkangöttin, was großteils auf einer Fehlübersetzung beruht, sowie in Fan-Kunst, Blogs und im Anito-Revival präsent.

Religionswissenschaftlich ist Lalahon wegen des direkten Belegs bei Loarca das am sichersten fassbare philippinische Vulkanwesen. Wichtige Klarstellungen: Die Feuer-Zuschreibung beruht auf einem Übersetzungsfehler von 1903, der den feuerspeienden Vulkan auf die Göttin übertrug. Sie ist primär Ernte- und Heuschrecken-Gottheit. Sie gehört zum Kanlaon auf Negros, nicht zum Mayon. Und sie ist bei Loarca ausdrücklich weiblich.

Anrufung für die Felder

Belegt ist die Anrufung für die Felder nach Loarca: Die Bauern wandten sich an Lalahon für die Aussaat und eine gute Ernte. Konkrete Opferrituale nennt die Quelle nicht; darüber hinaus ist die Kultform ehrlich als unbelegt zu kennzeichnen. Der Kern ist die Bitte um gute Ernte und die Abwendung der Heuschreckenplage, der gefürchteten Strafe der Göttin.

Lalahon und Kan-Laon: derselbe Berg, zwei Namen

Innerhalb der Visaya ist Lalahon eng mit Laon und Kan-Laon verwandt: Beide gehören zum Vulkan Kanlaon auf Negros, doch während Kan-Laon die moderne personale Rückbildung aus dem Bergnamen ist, ist Lalahon die 1582 direkt bezeugte Göttin im Berg. Als ambivalente Ernte- und Fruchtbarkeitsgöttin, deren Segen und Plage nahe beieinander liegen, ist sie der griechischen Demeter vergleichbar; die Heuschreckenplage als göttliche Strafe ist ein weit verbreitetes Motiv. Zur weiteren Nachbarschaft gehört Gugurang, der höchste Gott der Bicol.

Häufige Fragen zu Lalahon

Wer ist Lalahon?

Eine Ernte- und Vulkangöttin der Visaya, die für die Felder angerufen wird und bei Zorn Heuschrecken sendet.

Ist sie eine Feuergöttin?

Diese Zuschreibung beruht auf einer Fehlübersetzung; das Feuer bezieht sich auf den Vulkan, nicht auf die Göttin.

Zu welchem Vulkan gehört sie?

Zum Kanlaon auf Negros, nicht zum Mayon.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Loarca, Miguel de: Relación de las Yslas Filipinas. 1582.
  • Blair, Emma / Robertson, James (Hg.): The Philippine Islands, 1493 bis 1803, Band 5. Cleveland 1903.
  • Scott, William Henry: Barangay. Sixteenth-Century Philippine Culture and Society. Quezon City 1994.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Lalahon ist bei den Visaya Erntegöttin geblieben, auch wenn die Popkultur sie zur Feuermacht stilisiert hat: Als Göttin des Vulkans Kanlaon verbindet sie den feuerspeienden Berg mit den Feldern zu seinen Füßen, deren Segen und Plage aus derselben Hand kommen.

Einordnung & Schutz

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