Manananggal ist Dämon der philippinischen Tradition.
Ihr Oberkörper trennt sich nachts und jagt Schwangere. Der Steckbrief beschreibt den Moment, wenn sich der Oberkörper vom Rumpf löst.
Manananggal ist die selbstteilende Frau der philippinischen Folklore. Nachts trennt sich ihr Oberkörper an der Taille vom Rumpf, wächst Fledermausflügel und fliegt davon, um mit langer, fadenartiger Zunge das Blut Schwangerer und Ungeborener zu saugen. Ein fliegender Oberkörper mit heraushängenden Innereien sucht so nach Beute, während die zurückgelassene untere Hälfte ihre Schwäche bleibt.
Der Name geht auf das Tagalog tanggal zurück, abtrennen oder lösen, und bezeichnet wörtlich die sich selbst Abtrennende. Als Untertyp des Aswang-Komplexes zählt sie zu den Eingeweidesaugern in der Klassifikation des Volkskundlers Maximo Ramos: tagsüber eine gewöhnliche Frau, nachts die geflügelte Gestalt.
Typ: Fliegender Eingeweidesauger, selbstteilender Typ des Aswang-Komplexes
Herkunft: Philippinische Folklore der Visayas und des südlichen Luzon, vorkolonial mit spanisch-katholischer Überformung
Texte: Gut dokumentiert durch Maximo Ramos‘ Klassifikation des Aswang-Komplexes
Zeitraum: vorkolonial bis heute
Erscheinung: Frau, die sich nachts an der Taille teilt, Oberkörper mit Fledermausflügeln
Die Manananggal ist als Untertyp des Aswang-Komplexes vorkolonial verwurzelt, wurde aber während der spanisch-katholischen Kolonialzeit inhaltlich mitgeformt und dämonisiert.
Verbreitet ist der Glaube vor allem in den Visayas, daneben im südlichen Luzon.
Gut: Grundlegend ist Maximo Ramos‘ fünfteilige Klassifikation des Aswang-Komplexes, in der die Manananggal einen eigenen Typ bildet.
Tagalog: Der Name stammt von tanggal, abtrennen oder lösen: Manananggal bedeutet die sich selbst Abtrennende. Er benennt damit unmittelbar den Kernvorgang der Gestalt, die Trennung von Ober- und Unterkörper.
Erscheinung
Ihr Oberkörper von Kopf bis Bauch löst sich nachts, wächst Fledermausflügel und fliegt, während die untere Körperhälfte zurückbleibt. Eine lange, dünne, fadenartige Zunge gehört ebenso zu ihrer Gestalt. Sie symbolisiert die bedrohte Weiblichkeit und Fruchtbarkeit und die Angst um die Schwangerschaft.
Wirkung
Nachts fliegt die Manananggal zu Häusern schwangerer Frauen, senkt ihre lange Zunge durch Dach oder Fenster und saugt das Blut oder das Herz des Fötus. Auch Schlafende greift sie an.
Die wichtigsten Aspekte der selbstteilenden Blutsaugerin auf einen Blick.
Untertyp des Aswang-Komplexes nach der Klassifikation des Volkskundlers Maximo Ramos.
Schwangere Frauen und Ungeborene, daneben auch Schlafende in ihren Häusern.
Tagsüber eine gewöhnliche Frau, nachts ein geflügelter Oberkörper mit fadenartiger Zunge.
Blutsaugen an Schwangeren und Ungeborenen; die zurückgelassene untere Hälfte ist zugleich ihre Schwäche.
Salz, Asche oder Knoblauch auf die offene Taillenwunde der zurückgelassenen Hälfte, dazu Ingwer und der Stachelrochen-Schwanz Buntot Pagi als allgemeiner Aswang-Schutz.
Die malaiische Penanggalan trennt sich am Hals statt an der Taille, die thailändische Krasue ist ein fliegender Kopf mit Eingeweiden.
Der Name Manananggal geht auf das Tagalog tanggal zurück, abtrennen oder lösen, und bezeichnet wörtlich die sich selbst Abtrennende. Sie entspricht dem Typ des selbstteilenden Eingeweidesaugers in der fünfteiligen Klassifikation des Aswang-Komplexes, die der Volkskundler Maximo Ramos vorgelegt hat.
Wie der Aswang insgesamt wurde die Manananggal während der spanisch-katholischen Kolonialzeit dämonisierend mitgeformt. Ihre Wurzeln liegen jedoch in vorkolonialer philippinischer Vorstellung, verbreitet vor allem in den Visayas und im südlichen Luzon.
Das bekannteste Manananggal-Segment ist Teil der philippinischen Filmreihe Shake, Rattle and Roll von 1984, eines Kultklassikers. Die Gestalt ist zudem fest in Comics und der Halloween-Ikonografie der Philippinen verankert.
Religionswissenschaftlich ist die Manananggal der Eingeweidesauger-Typ des Aswang-Komplexes. Sie bündelt Ängste um Schwangerschaft und weibliche Sexualität: Ihre schöne Tagesgestalt und die grausige Nachtgestalt spiegeln die Ambivalenz einer Bedrohung, die scheinbar aus der eigenen Nachbarschaft kommt.
Die Schwäche der Manananggal ist die zurückgelassene untere Körperhälfte. Wird sie gefunden, streut man Salz, Asche oder Knoblauch auf die offene Taillenwunde; dann kann sich der Oberkörper bei Tagesanbruch nicht mehr vereinigen, und das Wesen stirbt. Zusätzlich gelten Ingwer und ein Amulett aus dem getrockneten Stachelrochen-Schwanz Buntot Pagi als allgemeiner Schutz gegen die fliegende Blutsaugerin.
Die Manananggal ist eng mit der malaiischen Penanggalan verwandt, die sich jedoch am Hals statt an der Taille trennt, und mit der thailändischen Krasue, deren Kopf mit leuchtenden Eingeweiden fliegt. Weitere regionale Verwandte sind Ahp, Kasu und Leyak; eine gemeinsame austronesische Wurzel dieser Gestalten wird diskutiert.
Warum sind es immer Frauen?
Die Figur bündelt Ängste um Schwangerschaft und weibliche Sexualität; tagsüber erscheint die Manananggal als schöne junge Frau.
Wie tötet man sie?
Indem man Salz, Asche oder Knoblauch auf die zurückgelassene untere Hälfte streut, sodass sich der Oberkörper nicht mehr vereinigen kann.
Ist sie dasselbe wie die Penanggalan?
Verwandt, aber die Trennstelle ist verschieden: Bei der Manananggal ist es die Taille, bei der Penanggalan der Hals.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als selbstteilende Frau bleibt die Manananggal die anschaulichste Gestalt des philippinischen Aswang-Komplexes: ein fliegender Oberkörper, der bei Tagesanbruch zur zurückgelassenen unteren Hälfte zurückfinden muss, um zu überleben.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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