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Königskerze – Schutzkraut gegen Blitz und böse Geister

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Königskerze (Verbascum), im Volksmund auch Himmelbrand, Donnerkerze oder Wetterkerze genannt, gilt seit alters her als Pflanze mit besonderer, dem Himmel zugewandter Kraft. Ihr kerzengerader, oft mannshoher Stängel wurde als sichtbares Zeichen für die Verbindung zwischen Erde und Himmel gedeutet.

Die Überlieferung schreibt der Königskerze magische Kräfte zu, die vor allem gegen zwei Gefahren wirken sollen: Blitzschlag und böse Geister. Wanderer sollen von ihr auch vor wilden Tieren beschützt worden sein, wenn sie ein Stück der Pflanze bei sich trugen.

Der Königskerze schreibt der Volksglaube magische Kräfte gegen Blitz und böse Geister zu.

Wacholder – Räucherpflanze und Schutzstrauch, historisch-illustrativ

Schnellübersicht

Die Königskerze (Verbascum, verschiedene Arten wie V. thapsus und V. densiflorum) ist eine zweijährige, hochwachsende Pflanze mit dichtem, filzigem Blattwerk und gelben Blüten an einem kerzenartigen Stängel. Sie wächst bevorzugt an trockenen, sonnigen Standorten, Wegrändern und Ödland.

Volkstümliche Namen wie Himmelbrand, Donnerkerze, Wetterkerze und Marienkerze verweisen auf ihre traditionelle Rolle als Wetter- und Schutzpflanze. Als Weihkraut war sie fester Bestandteil der Kräuterbüschel, die zu Mariä Himmelfahrt geweiht wurden.

Herkunft und Überlieferung

Der althochdeutsche Name „himilbrando“ (Himmelbrand) beschreibt die Pflanze als eine Art brennende Fackel, die zum Himmel weist. Mit Pech oder Teer bestrichen und angezündet, diente der blühende Stängel früher tatsächlich als einfache Fackel, worauf sich auch der Name Königskerze bezieht.

In der christlichen Tradition wurde die Pflanze der Gottesmutter zugeordnet und als Marienkerze zum festen Bestandteil des Kräuterbuschens, der zu Mariä Himmelfahrt am 15. August in der Kirche geweiht wurde. Dieser Weihkraut-Status erklärt, warum die Königskerze in vielen Gegenden auch Weihkraut genannt wurde.

Segenssprüche wie „Unsere liebe Frau geht über Land, hat den Himmelbrand in der Hand“ belegen die enge Verknüpfung von Marienverehrung und Pflanzenmagie, die für den späten Volksglauben typisch ist.

Wirkprinzip laut Überlieferung

Der Überlieferung nach schützt die Königskerze auf zwei Wegen: durch ihre Form und durch ihre Weihe. Ihr gerader, hoher Wuchs, der aus der Erde in den Himmel ragt, wurde als natürliches Zeichen ihrer Fähigkeit gedeutet, Blitzeinschläge von Haus und Hof abzulenken.

Getrocknete Stängel oder Blüten wurden deshalb im Dach, am Giebel oder in der Nähe des Hauses angebracht, in dem Glauben, die Pflanze ziehe die Kraft des Gewitters gleichsam auf sich. Als geweihtes Kraut, Teil des Kräuterbuschens, wurde ihr zusätzlich eine kirchlich legitimierte Schutzkraft zugesprochen, die über die reine Pflanzenmagie hinausging.

Wanderern soll ein mitgeführter Stängel oder ein kleines Beutelchen mit Blüten Schutz vor wilden Tieren geboten haben, eine Vorstellung, die die Pflanze in die Reihe der Reise- und Wegschutzkräuter stellt.

Kulturübergreifende Verbreitung

Die Königskerze ist über weite Teile Europas, Nordafrikas und Asiens verbreitet, und mit ihr auch der Glaube an ihre Schutzkraft. In England und Skandinavien ist die Vorstellung belegt, dass die Pflanze vor bösen Geistern und Hexerei schützt, wenn man sie am Haus anpflanzt.

In Indien wird verwandten Verbascum-Arten seit langem eine Kraft gegen böse Geister und Magie nachgesagt: Getrocknete Pflanzenteile wurden dort in kleinen Beuteln getragen oder an Türen und Fenstern aufgehängt, ähnlich der mitteleuropäischen Praxis mit dem Kräuterbuschen. Diese Parallele zwischen weit entfernten Kulturräumen zeigt, wie verbreitet die Zuschreibung magischer Kraft an hochwachsende, auffällige Pflanzen ist.

Wogegen es eingesetzt wird

Im Zentrum der Überlieferung steht der Schutz vor Blitzeinschlag, den die Königskerze in vielen Regionen zugeschrieben bekam. Daneben gilt sie als Schutz vor bösen Geistern und Dämonen, die an Türen und Fenstern abgewehrt werden sollten.

Wanderer sollen durch mitgeführte Pflanzenteile vor wilden Tieren bewahrt worden sein, und in manchen Überlieferungen schützt die Königskerze zusätzlich vor Verhexung und schädigendem Zauber, der gegen Haus und Vieh gerichtet ist. Der Schutz-Kompass ordnet diese Bedrohungsbilder im Detail zu.

Anwendung und Grenzen

Nach überlieferter Praxis wurden getrocknete Königskerzen-Stängel oder Blütenrispen an Türen und Fenstern aufgehängt oder unter dem Dach verwahrt. Kleine Beutel mit getrockneten Blüten wurden auch am Körper getragen, ähnlich der Anwendung anderer Schutzkräuter.

Als Teil des Kräuterbuschens wurde die Pflanze einmal jährlich zu Mariä Himmelfahrt geweiht und danach im Haus aufbewahrt, oft über der Tür oder am Herrgottswinkel. Manche Überlieferungen berichten auch vom Verräuchern der Pflanze, um böse Zauberkräfte und Dämonen abzuwehren.

Eine Grenze liegt in der Vielfalt der regionalen Bräuche: Welcher Teil der Pflanze wie verwendet wurde, unterscheidet sich von Landstrich zu Landstrich erheblich, was eine einheitliche Anwendung erschwert.

Literatur (Auswahl)

  • Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Hrsg. von Hanns Bächtold-Stäubli. Berlin: de Gruyter, 1927-1942.
  • Heinrich Marzell (unter Mitwirkung von Wilhelm Wissmann): Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen. Leipzig/Stuttgart: Hirzel, 1943-1979.
  • Heinrich Marzell: Geschichte und Volkskunde der deutschen Heilpflanzen. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 1938 (Neudruck Hildesheim: Olms, 2002).
  • Siegfried Seligmann: Der böse Blick und Verwandtes. Berlin: Barsdorf, 1910.

Verwandte Schlüsselbegriffe: koenigskerze himmelbrand marienkerze wetterkerze.

iWell Guard und Schutztraditionen

Die Königskerze verbindet zwei Schutzgedanken, die auf den ersten Blick weit auseinanderliegen: den Schutz vor der sichtbaren Naturgewalt des Blitzes und den Schutz vor der unsichtbaren Welt der Geister. Beide Vorstellungen eint der Wunsch, Haus und Familie vor Kräften zu bewahren, die sich menschlicher Kontrolle entziehen. Dieser Wunsch nach einer verlässlichen Grenze gegen das Unkontrollierbare ist das Prinzip, dem auch der iWell Guard folgt.

Wo die Königskerze am Dach oder an der Tür hing, trägt der Anhänger den gleichen Schutzgedanken am Körper, immer verfügbar und nicht an den Ort des Hauses gebunden.

Persönliche Erfahrungen können unterschiedlich sein. Kein Medizinprodukt. Kein Heilversprechen.