Nixe, die Wasserfrau mit dem nassen Saum
Von Ralf Ittermann · zuletzt geprüft am
Nixe ist ein Geist der germanischen/nordischen Tradition.
Sie tanzt mit Menschen und zieht Badende in die Tiefe. Die Nixe gilt als bekannter Wassergeist deutscher Flüsse und Seen.
Der Wassergeist Nixe bewohnt Flüsse, Seen und Mühlteiche, die weibliche Gegengestalt des Nix: Sie tanzt, warnt vor Unwetter, zieht Badende aber auch in die Tiefe.
Erkennbar am nassen Rocksaum; zur festen Stunde muss sie zurück ins Wasser.
Typ: weiblicher Wassergeist der Gewässer
Herkunft: gemeingermanische nykr-Wortfamilie
Texte: althochdeutsche Glossen, Grimms Sagen
Zeitraum: 10. bis 19. Jh.
Erscheinung: schöne Frau, nasser Kleidersaum
Textgeschichte
Zeitraum der Texte
Erste Belege reichen ins späte 10. Jahrhundert; ihre Gestalt gewinnt die Nixe in den Sagensammlungen des 19. Jahrhunderts.
Verbreitungsraum
Verbreitet im deutschsprachigen Raum, mit verwandten Gestalten in Skandinavien und England.
Quellenlage
Gut: das Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens und die Sammlungen der Brüder Grimm.
Name und Varianten
Sprache: Althochdeutsch nihhus meinte ein Wasserungeheuer, verwandt mit altenglisch nicor und altnordisch nykr; daraus die weibliche Form Nixe.
Erscheinung
Erscheinung
Jung, schön, grünlich schimmerndes Haar, Rocksaum stets nass. Den Fischschwanz kannte die Sagen-Nixe noch nicht.
Wirkung
Sie warnt vor Unwetter, zieht aber auch Badende hinab; das Gewässer fordert bisweilen ein Opfer.
Steckbrief: Nixe
Die wichtigsten Aspekte der Wasserfrau auf einen Blick.
Deutsche Sagentradition, verwandt mit Näcken und weiteren nordischen Wasserwesen.
Badende, Fischer, Müller und Tanzgesellschaften an Flüssen und Seen.
Schöne Frau, nasser Saum, kühle Hand, ursprünglich ohne Fischschwanz.
Warnerin und Tänzerin, aber auch Todesgefahr am Wasser.
Meidungsregeln, Kreuzzeichen, Glockengeläut und Respekt vor Warnungen.
Glosse und Grimm-Sage
Althochdeutsch nihhus meinte ein Wasserungeheuer, verwandt mit altenglisch nicor und altnordisch nykr.
Ihre Gestalt gewinnt die Nixe in Grimms Sagensammlungen, etwa in der Nixe im Teich: nasser Saum, Rückkehrpflicht. Der Nix dagegen musiziert und holt Ertrinkende.
Vom Glauben zum Kunstbild
Fouqués Undine und Heines Loreley-Gedicht prägten das romantische Bild der Wasserfrau.
Die Nixe gehört zu den Ortsgeistern der Gewässer; dahinter dürfte vorchristliche Quellverehrung stehen, die später zur Dämonin herabgestuft wurde.
Meidungsregeln
Überliefert sind Meidungsregeln: nicht mittags oder nachts baden, das Wasser meiden, wenn es laut Sage sein Opfer fordert. Dazu Kreuzzeichen und Weihwasser vor dem Baden, ein Amulett und Salz an der Schwelle.
Verwandte Wasserfrauen
Häufige Fragen zur Nixe
Worin unterscheiden sich Nixe und Nix?
Die Nixe ist weiblich, der Nix männlich: Sie tanzt und warnt, er musiziert und holt Ertrinkende.
Woran erkennt man eine Nixe?
Am nassen Rocksaum und der Eile, sobald ihre Rückkehrstunde naht.
Weiterführende Verlinkungen
Weiterlesen:
Literatur (Auswahl)
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als Wassergeist Nixe bekannt, lebt die Nixe Sage vom nassen Rocksaum bis heute fort, eine Geschichte von Anziehung und Gefahr zugleich.





