Näcken und die Geige, die ins Wasser lockt
Von Ralf Ittermann · zuletzt geprüft am
Näcken ist ein Geist der germanischen/nordischen Tradition.
Sein Geigenspiel betört und zieht Badende in die Tiefe.
Der Näcken, der Wassergeist Skandinaviens, sitzt abends an Strömen und Wehren und spielt so betörend Geige, dass Zuhörer ins Wasser gehen.
Zugleich ist er Lehrmeister der Spielleute: Gegen Gaben gibt er sein Geigenspiel weiter.
Typ: geigender Wassergeist
Herkunft: Skandinavien, nykr-Wortfamilie
Texte: Sagen ab dem frühen 19. Jh.
Zeitraum: altnordisch bis heute
Erscheinung: nackter Geiger, auch Schimmel
Historischer Hintergrund
Zeitraum der Texte
Altnordisch belegt, Sagen ab dem frühen 19. Jh. notiert.
Verbreitungsraum
Schweden, Norwegen, Dänemark.
Quellenlage
Reich: Sagen und Volksmusik.
Name und Varianten
Sprache: Altnordisch nykr, althochdeutsch nihhus: daraus Näcken, Nøkken, Nøkke und der deutsche Nix.
Gestalt und Wirken
Erscheinung
Nackter Mann im Strom mit Geige, auch grauer Schimmel (Bäckahäst in Südschweden).
Wirkung
Seine Geige lockt in die Tiefe; Tanzende kommen erst zur Ruhe, wenn die Saiten zerschnitten werden.
Steckbrief: Näcken
Die wichtigsten Aspekte des geigenden Wassergeists auf einen Blick.
Skandinavische Form der germanischen nykr-Wortfamilie.
Badende als Gefahr, Spielleute als Schüler.
Nackter Geiger im Strom, auch als grauer Schimmel.
Verlockung und Ertrinkungsgefahr, zugleich Musikmeister.
Stahl im Wasser, Namensnennung als Bann.
Vom finnischen Näkki unterscheidet ihn die Geige.
Vom Nykr zum Geiger der Ströme
Jacob Grimm behandelte die nykr-Sippe 1835 als gesamtgermanische Gestalt. Aufgezeichnet wurden die Sagen ab dem frühen 19. Jahrhundert, in Norwegen durch Faye, in Schweden durch Hyltén-Cavallius. Eine Sage handelt von der Erlösung: Ein Geistlicher ruft dem Neck zu, eher werde sein Stab grünen, als dass der Geist selig werde; der Stab schlägt aus, der Neck singt vor Freude.
Von Stagnelius bis zur Eiskönigin
Die Romantik machte den Näcken zur Kunstfigur: Stagnelius’ Gedicht Näcken (1821) und Kittelsens Gemälde Nøkken (1904) prägten sein Bild. Er personifiziert die Ertrinkungsgefahr an Mühlen und die halb unheimliche Kunst des Spielmanns.
Stahl im Wasser und der rechte Name
Näcken, Näkki und die Wassermächte Nordeuropas
Häufige Fragen zum Näcken
Ist der Näcken dasselbe wie der Nix?
Sprachlich ja, beide teilen die germanische Wurzel; der Näcken hat als Sonderzug die Geige.
Was ist Näckens Polska?
Ein Melodietyp der schwedischen Volksmusik, den man der Sage nach nicht abbrechen kann.
Weiterführende Verlinkungen
Literatur (Auswahl)
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als Wassergeist Näcken bleibt er unvergessen: Sein Geigenspiel lockt Badende in die Tiefe, wer bei ihm lernt, erhält seltene Melodien. Ob als Nøkken in Norwegen oder als Näcken in Schweden: offen bleibt, ob der Geist selbst Erlösung findet.





