Haugbúi ist Geist der altnordischen Überlieferung.
Ein Wächter, der seinen Hügel und dessen Schatz nie verlässt. In der Überlieferung erscheint er als Wächter im eigenen Grabhügel.
Haugbúi, auch haugbui geschrieben, ist der altnordische Bewohner des Grabhügels: ein körperlicher Untoter, der seinen Hügel nicht verlässt und ihn samt Schatz bewacht. Anders als der mobile, aggressive Draugr ist er strikt ortsgebunden und greift nur jene an, die in seinen Hügel eindringen.
Wer den Hügel meidet, hat vom Haugbúi nichts zu fürchten. Belegt ist er vor allem in den Isländersagas, etwa als Kárr der Alte in der Grettis saga, der wie ein Wächter in seinem Grabhügel verharrt und sich nur bei Störung erhebt.
Typ: ortsgebundener Grabhügelbewohner, der Hügel und Schatz bewacht
Herkunft: Island und Skandinavien, altnordische Sagaliteratur
Texte: Isländersagas, gut bezeugt, etwa die Grettis saga
Zeitraum: altnordische Sagazeit
Erscheinung: körperlicher Untoter im Hügel, oft dem Aussehen zu Lebzeiten ähnlich
Altnordische Sagazeit: Der Haugbúi ist eine feste Gestalt der isländischen Sagaliteratur und dort mehrfach bezeugt.
Island und Skandinavien. Sein Wirkungsort bleibt dabei immer der eigene Grabhügel.
Gut: mehrere Isländersagas, allen voran die Grettis saga, bezeugen den Haugbúi als eigenständige Gestalt neben dem mobilen Draugr.
Altnordisch: Haugbúi setzt sich aus haugr, Hügel oder Grabhügel, und búi, Bewohner, zusammen, wörtlich also Hügelbewohner. Das Wort haugr ist mit dem englischen how für Hügel verwandt. In den Sagas heißt die Gestalt oft nicht draugr, sondern haugbúi oder aptrganga, Wiedergeher.
Erscheinung
Der Haugbúi erscheint als massiver, körperlicher Toter in seinem Hügel, oft noch der Gestalt zu Lebzeiten ähnlich, und ist untrennbar mit dem Grabschatz verbunden.
Wirkung
Er symbolisiert den fortdauernden Besitzanspruch des Toten über Hügel und Beigaben und steht damit dem Wächtergeist näher als dem raubenden Untoten. Strikt ortsgebunden verlässt er den Hügel nicht und greift nur Eindringlinge und Grabräuber an, die seinen Schatz bedrohen; wer den Hügel meidet, hat von ihm nichts zu fürchten.
Die wichtigsten Aspekte des Grabhügelbewohners auf einen Blick.
Feste Gestalt der altnordischen Sagaliteratur, bezeugt in den Isländersagas neben dem mobilen Draugr.
Eindringlinge und Grabräuber, die seinen Hügel betreten; wer fernbleibt, wird nicht behelligt.
Massiver, körperlicher Toter im Grabhügel, oft noch der Gestalt zu Lebzeiten ähnlich.
Wächter über Hügel und Schatz: Er verteidigt seinen Besitzanspruch, statt selbst auf Beutezug zu gehen.
Die Grenze wahren und den Hügel nicht betreten; wer dennoch eindringt, muss den Haugbúi im Zweikampf besiegen.
Ortsgebundener Gegenpart zum mobilen Draugr, verwandt mit dem Gjenganger und dem Wiedergänger.
Der Name Haugbúi setzt sich aus haugr, Hügel oder Grabhügel, und búi, Bewohner, zusammen und bedeutet wörtlich Hügelbewohner; das altnordische haugr ist mit dem englischen how für Hügel verwandt. In den Sagas trägt die Gestalt oft nicht den Namen draugr, sondern haugbúi oder aptrganga, Wiedergeher.
Ein zentraler Saga-Beleg ist Kárr der Alte in der Grettis saga: Er bleibt wie ein Wächter in seinem Grabhügel und erhebt sich nur, wenn er gestört wird. Zum Vergleich steht in derselben Saga der ebenfalls berühmte Glámr, ein mobiler Wiedergänger, der seinen Unruheort verlässt und damit das genaue Gegenbild des ortsgebundenen Haugbúi liefert.
Der Haugbúi ist eine wichtige Quelle für das moderne Bild der nordischen Untoten und gilt als Vorbild für J. R. R. Tolkiens Grabunholde, die barrow-wights, sowie für schatzhütende Untote in Fantasy und Spielen.
Religionswissenschaftlich ist der Haugbúi Ausdruck des Ahnen- und Grabhügelkults, in dem der Tote Eigentümer seines Hügels bleibt. Er zeigt Totenfurcht und Besitzvorstellungen und steht als Wächtergeist zwischen dem ruhelosen Wiedergänger und dem raubenden Untoten.
In den Sagas wird der Haugbúi im Zweikampf innerhalb des Hügels besiegt; die typische Vernichtung nordischer Untoter ist die Enthauptung, wobei man den Kopf an die Rückseite des Leichnams legt, gefolgt von der Verbrennung. Die einfachste Vermeidung bleibt jedoch, den Grabhügel gar nicht erst zu betreten und den Schatz nicht zu rauben, also die Grenze zu wahren.
Wo diese Grenze doch überschritten wird, ergänzen weitere Vorkehrungen den Umgang mit dem Grabbewohner: Eisen galt als wirksam gegen den Untoten, ein Schwellenschutz sollte verhindern, dass er dem Eindringling bis zum Ausgang folgt, und Eberesche diente als schützendes Holz gegen die Kräfte des Hügelbewohners.
Der Haugbúi ist die ortsgebundene Variante des Draugr, der im Gegensatz zu ihm mobil und aggressiv auftritt; beide zählen zu den nordischen Wiedergängern und stehen dem Gjenganger nahe, dem skandinavischen Sprachpendant für den leibhaftig zurückkehrenden Toten. Auch der Wiedergänger der germanischen Überlieferung gehört in dieses Feld körperlich zurückkehrender Untoter.
Was unterscheidet den Haugbúi vom Draugr?
Der Haugbúi verlässt seinen Hügel nicht und greift nur Eindringlinge an. Der Draugr dagegen ist mobil und aggressiv und sucht die Lebenden auch außerhalb seines Grabes heim.
Ist er immer bösartig?
Nein, oft ist er passiv oder sogar hilfreich, solange man den Hügel nicht stört und den Schatz nicht anrührt.
Was bewacht er?
Seinen Grabhügel und den darin liegenden Schatz, den er als fortdauernden Besitz betrachtet.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als altnordischer Untoter bleibt der Haugbúi vor allem eines: der Grabhügelbewohner, der seinen Hügel und dessen Schatz auch im Tod nicht aufgibt und nur denen gefährlich wird, die seine Grenze missachten.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
Empfohlene Schutzmittel
Das einfachste Schutzmittel dieser Sammlung: 41 Schichten aus Echtgold 999, Platin, Silber und Silizium, gefertigt in Ruhla/Thüringen. Muss nicht aktiviert werden, ist an keine Person gebunden und wirkt im Umkreis von rund 50 Metern, auch ohne getragen zu werden.
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