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Cacus, das Ungeheuer vom Aventin

Cacus ist Dämon der römischen Tradition.

Der feuerspeiende Riese vom Aventin, den Herkules erschlug.

DämonRom

Inhaltsverzeichnis

Cacus, der feuerspeiende Riese der römischen Sage
Cacus

Cacus ist in der römischen Sage ein feuerspeiender Riese, der in einer Höhle am Aventin haust und die Umgebung terrorisiert. Er raubt dem Herkules einen Teil der Rinder des Geryon und wird von dem Helden erschlagen.

Seine Geschichte ist bei Vergil, Livius und Ovid breit ausgestaltet und begründet einen der ältesten Kultorte Roms: die Verehrung des Herkules an der Ara Maxima am Forum Boarium. Als Sohn des Feuergottes Vulcanus verkörpert Cacus das rohe, zerstörerische Feuer, den Gegenpol zum hütenden Herdfeuer seiner Schwester Caca.

Im Überblick: Cacus

Typ: Feuerspeiender Riese der römischen Ursprungssage
Herkunft: Frühes Rom, Höhle am Aventin
Texte: Vergils Aeneis, Livius, Ovids Fasten
Zeitraum: altrömische Sage, literarisch ausgestaltet im 1. Jahrhundert v. Chr.
Erscheinung: riesenhafter, halbtierischer Unhold, der Feuer und Rauch speit

Textgeschichte

Zeitraum der Texte

Die Sage ist altrömisch und wurde bei Vergil in der Aeneis, bei Livius und bei Ovid in den Fasten breit ausgestaltet.

Verbreitungsraum

Das frühe Rom: Schauplatz ist die Höhle am Aventin, Bezugspunkt der Herkules-Kult am Forum Boarium.

Quellenlage

Gut: Die Erzählung steht in einer festen literarischen Tradition von Vergil über Livius bis Ovid.

Name und Varianten

Lateinisch: Cacus. Der Name wird oft mit griechisch kakos, schlecht, in Verbindung gebracht, ist aber wohl älteren, italischen Ursprungs. Caca heißt die weibliche Entsprechung, seine Schwester.

Erscheinung und Verhalten

Erscheinung

Cacus wird als riesenhafter, halbtierischer Unhold geschildert, der aus dem Rachen Feuer und Rauch speit. Seine Höhle ist mit den Schädeln und Gliedern Erschlagener behängt.

Wirkung

Cacus raubt Vieh und mordet Reisende. Als Herkules mit den Rindern des Geryon vorbeizieht, stiehlt er einen Teil der Tiere und zieht sie rückwärts in die Höhle, um die Spuren zu verwischen; das Brüllen der Rinder verrät ihn, und Herkules erschlägt ihn.

Steckbrief: Cacus

Die wichtigsten Aspekte des feuerspeienden Riesen auf einen Blick.

Tradition

Gestalt der römischen Ursprungssage, verkörpert das rohe, zerstörerische Feuer; literarisch fest verankert seit Vergil.

Bezogen auf

Reisende und Viehbesitzer der Umgebung, die er beraubt und tötet; in der Sage schließlich Herkules selbst.

Darstellung

Riesenhaft und halbtierisch, Feuer und Rauch speiend; seine Höhle ist mit den Schädeln Erschlagener behängt.

Wirkungsbereich

Viehraub, Mord und Schrecken am Aventin, bis Herkules das Ungeheuer erschlägt und die Ordnung wiederherstellt.

Umgang

Cacus selbst hat keinen Kult; sein Tod begründet die Verehrung des Herkules an der Ara Maxima am Forum Boarium.

Abgrenzung

Sohn des Vulcanus, Bruder der hütenden Herdgöttin Caca: dasselbe Feuer, entgegengesetzte Gesichter.

Der Rinderraub am Aventin

Der Name Cacus wird oft mit griechisch kakos, schlecht, in Verbindung gebracht, ist aber wohl älteren, italischen Ursprungs. Die Sage ist bei Vergil in der Aeneis, bei Livius und bei Ovid in den Fasten breit ausgestaltet. Cacus gilt als Sohn des Feuergottes Vulcanus, was seine Feuernatur erklärt.

Die Erzählung selbst ist einfach und wirkungsvoll: Als Herkules mit den Rindern des Geryon vorbeizieht, stiehlt Cacus einen Teil der Tiere und zieht sie rückwärts in seine Höhle, damit die Spuren vom Versteck wegführen. Das Brüllen der Rinder verrät ihn, Herkules erschlägt ihn, und an die Stelle des Schreckens tritt die Ordnung: Der Tod des Cacus begründet die Verehrung des Herkules an der Ara Maxima, einem der ältesten Kultorte Roms.

Von Vergil bis zur Renaissance

Die Cacus-Sage ist durch Vergil und Ovid literarisch fest verankert und wurde in Kunst und Skulptur der Renaissance und des Barock aufgegriffen, etwa in Florenz. Cacus steht dort sinnbildlich für die vom Helden bezwungene Rohheit.

Religionswissenschaftlich ist Cacus ein Musterbeispiel für das zerstörerische Feuer als Ungeheuer, das der Kulturheros bezwingt. Die Erzählung ordnet das wilde Feuer der Ordnung unter und verknüpft dies mit der Gründung eines Kultplatzes; das Paar Cacus und Caca zeigt die Doppelnatur des Feuers.

Kein Kult für das Ungeheuer

Cacus selbst hat keinen Kult; er ist der besiegte Gegner. Sein Tod begründet jedoch die Verehrung des Herkules an der Ara Maxima am Forum Boarium, einem der ältesten Kultorte Roms. Die Sage diente als Ursprungserzählung für diesen Kult und für die Ordnung, die Herkules an die Stelle des Schreckens setzte: Verehrt wird nicht das Ungeheuer, sondern sein Bezwinger.

Feuerungeheuer und ihre Bezwinger

Cacus entspricht dem Typus des feuerspeienden Ungeheuers, das ein Held erschlägt, wie ihn auch der griechische Drachen- und Riesenkampf kennt. Als Sohn des Vulcanus steht er in der Feuerlinie des römischen Feuergottes; sein Gegenbild ist das hütende Herdfeuer seiner Schwester Caca, die in der Sage den Rinderraub aufdeckt.

Häufige Fragen zu Cacus

Wer war Cacus?

Ein feuerspeiender Riese der römischen Sage, Sohn des Vulcanus, der in einer Höhle am Aventin hauste und die Umgebung terrorisierte.

Wie starb er?

Herkules erschlug ihn, nachdem Cacus einen Teil der Rinder des Geryon geraubt hatte; das Brüllen der Tiere hatte das Versteck verraten.

Was hat er mit Caca zu tun?

Caca ist seine Schwester und eine hütende Herdgöttin; sie bildet den Gegenpol zu seinem zerstörerischen Feuer.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Vergil: Aeneis, 8. Buch. 1. Jahrhundert v. Chr.
  • Ovid: Fasti, 1. Buch. 1. Jahrhundert.
  • Livius: Ab urbe condita, 1. Buch. 1. Jahrhundert v. Chr.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als feuerspeiender Riese Roms und Gegner des Herkules bleibt Cacus das Lehrstück der Sage: Das wilde Feuer weicht der Ordnung, und aus dem Ort des Schreckens wird einer der ältesten Kultplätze der Stadt.

Einordnung & Schutz

IVSTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe IV zu – Schwere Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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