Der Shanxiao ist Dämon der chinesischen Tradition.
Der einbeinige Bergkobold, der Salz stiehlt und Krebse röstet. Als Salzdieb am Bergfeuer treibt der Shanxiao sein Unwesen zwischen Rauch und Glut.
Der Shanxiao ist ein einbeiniger Bergwald-Dämon Chinas, der in den Bergen und Wäldern haust. Am Lagerfeuer röstet er Frösche und Krebse, stiehlt Holzfällern das Salz und belästigt Reisende; wer ihn kränkt, bekommt Fieber.
Zugleich ist er ein Musterfall der daoistischen Geisterbeherrschung: Wer seinen Namen kennt und ausruft, entzieht ihm die Macht. Breit belegt ist er im Shenyijing, im Baopuzi und im Youyang zazu, zusammengefasst im Bencao Gangmu.
Typ: Einbeiniger Bergwald-Dämon, Bergessenz
Herkunft: China, klassische Textüberlieferung
Texte: Shenyijing, Baopuzi, Youyang zazu, zusammengefasst im Bencao Gangmu
Zeitraum: klassisch bis Gegenwart
Erscheinung: klein, affen- und menschenähnlich, einbeinig, nackt, teils mit rückwärts gedrehtem Fuß
Breit belegt in der klassischen Literatur: im Shenyijing, im Baopuzi des Ge Hong und im Youyang zazu, zusammengefasst im Bencao Gangmu des Li Shizhen.
Südchina; die älteren Quellen verorten die Wesen in den tiefen Bergen des Westens.
Gut: die klassischen Texte selbst, dazu die Deutungen der Forschung, die in den Shanxiao teils mythisierte Erinnerungen an Bergvölker sieht.
Chinesisch: Shānxiāo, wörtlich Bergkobold. Zahlreiche Varianten- und Dialektnamen sind belegt, unter anderem Baumgast. Das Baopuzi nennt unter den Bergessenzen den Qi, gestaltet wie ein kleiner Junge, der rückwärts auf einem Fuß hüpft.
Erscheinung
Der Shanxiao ist klein, affen- und kindähnlich, einbeinig, mit teils rückwärts gedrehtem Fuß, nackt und zottig. Er lebt in Bäumen und Bergen, fürchtet Knallgeräusche wie berstenden Bambus, liebt aber Musik. Er ist eher ein Kobold als ein durchweg bösartiges Wesen.
Wirkung
Der Shanxiao belästigt und bestiehlt Menschen, besonders um Salz, und röstet Krebse und Frösche am Feuer. Bei Kränkung verursacht er Fieber und Unglück wie Krankheit oder Hausbrand. Er ist wandelbar und nimmt andere Gestalten an.
Die wichtigsten Aspekte des Bergkobolds auf einen Blick.
Bergessenz und Dämon zugleich, Musterfall der Naturgeist-Ambivalenz und der daoistischen Geisterbeherrschung durch Namenswissen.
Reisende, Holzfäller und alle, die in den Bergen übernachten: Ihr Lagerfeuer und ihr Salz ziehen den Shanxiao an.
Kleiner, affen- und kindähnlicher Kobold auf einem Bein, nackt und zottig, teils mit rückwärts gedrehtem Fuß.
Belästigung und Diebstahl, besonders von Salz; bei Kränkung Fieber und Unglück wie Krankheit oder Hausbrand.
Der Namensbann aus dem Baopuzi und Knallriten: Bambus im Feuer, dessen Zerplatzen den Shanxiao vertreibt.
Das Shenyijing beschreibt nackte, über einen Fuß große Wesen in den tiefen Bergen des Westens, die Frösche und Krebse am Feuer rösten, Menschen nicht scheuen und Salz stehlen. Das Baopuzi des Ge Hong nennt die Bergessenzen, unter anderem den Qi, gestaltet wie ein kleiner Junge, der rückwärts auf einem Fuß hüpft; kennt und ruft man seinen Namen, kann er nicht schaden.
Zahlreiche Varianten- und Dialektnamen wie Baumgast zeigen, wie verbreitet die Gestalt war. Das Bencao Gangmu fasste die Überlieferung später zusammen; Li Shizhen berichtet zudem, dass mancherorts Menschen den Shanxiao als Geist verehrten, um Frieden zu erbitten.
Forscher deuten die Shanxiao teils als mythisierte Erinnerung an nichtchinesische Bergvölker sowie als Berg- und Totengeister; auch in der modernen Populärkultur erscheint die Gestalt.
Religionswissenschaftlich ist der Shanxiao eine Bergessenz und zugleich der Klasse der Dämonen zugeordnet. Er verkörpert die Ambivalenz des Naturgeistes zwischen Kobold und Bedrohung und die daoistische Vorstellung, dass Namenswissen Macht über Geister verleiht.
Quellenfest ist der Namensbann aus dem Baopuzi: Den Namen des Shanxiao zu kennen und auszurufen entzieht ihm die Macht. Dazu treten Feuer- und Knallriten, etwa das Werfen von Bambus ins Feuer, dessen Zerplatzen ihn vertreibt, denn Knallgeräusche fürchtet der Kobold. Li Shizhen berichtet außerdem, dass mancherorts Menschen ihn als Geist verehrten, um Frieden zu erbitten: Abwehr und Besänftigung standen nebeneinander.
Der Shanxiao gehört zu den einbeinigen Waldgeistern wie der kolumbianischen Patasola und dem brasilianischen Curupira mit seinen rückwärts gedrehten Füßen; er entspricht dem europäischen Kobold und dem japanischen Sansei. Innerhalb Chinas ist der Penghou abzugrenzen: Beide gelten als Essenzen, doch der Penghou ruht passiv im Holz des Kampferbaums, während der Shanxiao aktiv um die Lagerfeuer der Menschen streicht.
Wie viele Beine hat der Shanxiao?
Nur eines, teils mit rückwärts gedrehtem Fuß.
Wie schützt man sich?
Seinen Namen kennen und ausrufen sowie Knallgeräusche wie berstenden Bambus im Feuer nutzen.
Ist er ein Tier oder ein Geist?
Beides zugleich: eine Bergessenz, die zugleich den Geistern und Dämonen zugeordnet wird.
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als einbeiniger Bergwald-Dämon und Bergkobold Chinas steht der Shanxiao für die belebte Wildnis jenseits der Dörfer: lästig, launisch und doch beherrschbar für den, der seinen Namen kennt.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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