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Astaroth, Dämon der christlichen Tradition

Astaroth ist in der christlich-westlichen Dämonologie ein mächtiger Dämon oder Dämonen-Fürst, typischerweise als weiblich oder androgynes Wesen dargestellt. Religionswissenschaftlich repräsentiert Astaroth die Konvertierung altorientalischer Gottheiten (bes. assyrisch-phönizische Astarte) in dämonische Figuren durch christliche Häresiologen.

Inhaltsverzeichnis

Astaroth - Dämonen aus der Christentum-Tradition, historisch-illustrativ

Astaroth

Astaroth ist in der Goetia (Lemegeton) eine der 72 Geister des Heiligen Namens, oft als stolzer, gelehrter Dämon beschrieben. Sie soll Geheimwissen über Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft vermitteln und kann in Zwiegespräche mit Magiern eingehen.

Darstellung: oft humanoid-weiblich, manchmal mit dämonischen Merkmalen (Schwinge, Hörner). Zentrale Mythen: Salomonic Magic (Lemegeton), später okkulte Traditionen (MacGregor Mathers), moderne magische Ordnungen. Funktional: Quelle verbotenen Wissens, Versucher (Vergnügen, Laster), aber auch Verhandlungspartner für Magier.

Kurzprofil: Astaroth

Astaroth entstand als dämonisches Konzept in frühmittelalterlichen christlichen Häresie-Texten (ca. 4. 8. Jahrhundert), basierend auf älteren Gottheiten-Dämonisierungen. Zentrale Quellen: De Doctrina Apostolorum, frühe kirchliche Dämonen-Kataloge, später das Lemegeton (Kleine Schlüssel Salomons, 16. 17. Jhd.).

Verbreitung: westlich-europäisch, später global durch okkulte Bewegungen. Forschungsstand: Joseph Dan (Jewish Magic and Superstition), Owen Davies (Grimoires), Steven Flowers (Rune Primer), S. L. MacGregor Mathers (magischer Historiker und Lemegeton-Editor).

Einordnung

Zeitraum der Texte

Die schriftliche Überlieferung zu Astaroth reicht mehrere Jahrhunderte zurück in die Vergangenheit, mit großer Wahrscheinlichkeit noch älteren mündlichen Traditionen, die vorher existierten. Die Christentum haben diese Entität oder dieses Konzept über außerordentlich lange Zeiträume bewahrt und sorgfältig von Generation zu Generation weitergegeben, was auf zentrale religiöse und kulturelle Bedeutung hindeutet.

Die Namensgeschichte lässt sich quellenmäßig verfolgen: Aus der westsemitischen Göttin Astarte wurde über die hebräische Verzerrung Aschtoret in der dämonologischen Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit ein männlicher Höllenfürst. Diese Umdeutung blieb stabil: Von Weyer über die Lemegeton bis zu Collin de Plancys Dictionnaire Infernal (1818) erscheint Astaroth durchgehend als Dämon. Im heutigen Okkultismus und in der Popkultur wird der Name weiter verwendet, meist in direkter Anlehnung an die goetischen Beschreibungen.

Verbreitungsraum

Astaroth war nicht auf bestimmte Region oder Lokationen begrenzt, sondern universell in der gesamten Christentum-Welt bekannt und verehrt oder respektvoll gefürchtet. Ob in großen urbanen Zentren oder in peripherer ländlicher Region, ob bei sozialem Elite oder bei einfachem Volk, die spirituelle oder kulturelle Bedeutung dieser Entität war durchgehend anerkannt und universell.

Die Verbreitung der Astaroth-Gestalt verlief über Bücher, nicht über Volkskulte: Weyers Dämonenkatalog wurde ins Englische übertragen und von Reginald Scot 1584 weiterverarbeitet, die Lemegeton zirkulierte als Handschrift unter Sammlern und Gelehrten, und Druckausgaben des 19. Jahrhunderts machten den Stoff einem breiteren Publikum zugänglich. So entstand eine über Sprachgrenzen hinweg erstaunlich einheitliche Beschreibung des Großherzogs, die auf gemeinsamen Textvorlagen beruht, nicht auf gewachsener regionaler Verehrung.

Quellenlage

Primärquellen sind das Lemegeton (griech./lat. magical text, ca. 16. 17. Jhd. verschiedene Mss.), der Tafel Salomons (hebräisch-christliche magische Traditionen), Goetia-Texte (Geister-Evokation). Zeitraum: 4. 17. Jahrhundert (Konzept-Schichtung). Sprachräume: Latein, Griechisch, Hebräisch, später Deutsch, Englisch.

Geographisch: Mitteleeuropa, Mittelmeer (ursprünglich Astarte-Kult). Forscher: Owen Davies (Cunning-Folk and Grimoires), Joseph Dan (Jewish Mysticism and Magic), Darcy Kuntz (Lemegeton-Editionen), Austin Osman Spare (magische Moderne). Quellenlegitimität: historisch umstritten; Lemegeton ist wahrscheinlich spätre Kompilation (16. 18. Jhd.), nicht salomonisch-antik.

Bezeichnung und Schreibweisen

Astaroth wird in den verschiedenen Quellen und künstlerischen Traditionen mit bestimmten wiederkehrenden ikonographischen Elementen dargestellt, die über Jahrzehnte und über verschiedene geografische Räume hinweg relativ konstant bleiben. Diese Elemente sind nicht rein dekorativ oder zufällig gewählt, sondern sind tief symbolisch kodiert und tragen große Bedeutung.

Die Goetia beschreibt Astaroth mit einem festen Satz von Kennzeichen: Er erscheint als Engel auf einem höllischen Drachen reitend, trägt eine Viper in der rechten Hand und führt 40 Legionen an. Jedes Detail hat in der Grimoire-Literatur eine Funktion. Das Siegel dient der Identifikation und Bindung, der Drache und die Viper markieren seinen Rang und seine Gefährlichkeit, die zugeschriebenen Wissensgebiete (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, freie Künste) definieren, wofür man ihn beschwören sollte. Wer die Konventionen dieser Literatur kannte, konnte aus Erscheinungsbild und Siegel die Zuständigkeit des Geistes ablesen.

Wesenszüge

Astaroth war zentral in der religiösen Praxis, den Alltagsritualen und im alltäglichen Verständnis der Christentum. Menschen wendeten sich in kritischen oder bestimmten Lebenssituationen oder zu bestimmten rituellen Jahreszeiten an diese Entität, mit strukturierten, oft aufwendigen Ritualen, Gebeten oder Opfergaben.

Der Umgang mit Astaroth folgte in den Grimoires der Frühen Neuzeit festen Vorschriften: Die Lemegeton (Goetia) nennt für die Beschwörung des Großherzogs Siegel, Schutzkreis und vorgeschriebene Anrufungsformeln, dazu Warnungen vor seinem giftigen Atem, gegen den der Magier einen Silberring halten soll. Solche Anweisungen waren schriftlich fixiert und richteten sich an gelehrte Praktiker mit Latein- und Bibelkenntnissen, nicht an Laien.

Dass die Astaroth-Beschwörung über Jahrhunderte hinweg abgeschrieben und neu aufgelegt wurde, von Weyers Pseudomonarchia Daemonum (1577) über die Lemegeton-Handschriften des 17. Jahrhunderts bis zu den Druckausgaben des 19. und 20. Jahrhunderts, belegt ein anhaltendes Interesse an dieser Praxis. Die Zwecke waren dabei klar umrissen: Astaroth sollte verborgenes Wissen offenbaren, über Vergangenheit und Zukunft Auskunft geben und in den freien Künsten unterrichten. Es ging also um Wissenserwerb und Divination, nicht um Heilung oder Abwehr.

Steckbrief: Astaroth

Der Steckbrief zu Astaroth betrachtet ihre dämonologische Klassifizierung, ihre Herkunft aus älteren Gottheiten, ihre magische Funktion in Goetia-Praktiken, ihre Morphologie (weiblich, dämonisch-elegant), ihre Rolle in Versuchungs- und Wissensvermittlungsmythen, Schutzpraktiken gegen ihre Verführung, und kulturelle Parallelen zu älteren Göttin-Figuren.

Tradition

Astaroth entstand zeitlich in frühmittelalterlich-christlichen Dämonisierungen heidnischer Gottheiten (4. 8. Jahrhundert), mit später Fixierung in Goetia und okkulten Systemen (16. 17. Jahrhundert). Geographische Herkunft: Mittlerer Osten (ursprüngliche Astarte-Göttin, phönizisch-assyrisch), später europäisiert.

Kulturelle Herkunft: Synkretismus aus altorientalischer Muttergöttin, christlicher Dämonologie, neuzeitlich-okkultem Pragmatismus. Erste Belege: Kirchenväter-Texte (Origenes, Hieronymus) nennen Astaroth als dämonische Kraft; Goetia-Quellen sind spätmittelalterlich (14. 15. Jhd.) oder später.

Bezogen auf

Astaroth-Magie richtete sich an Magier, Alchemisten, gelehrte Okkultisten, Elite-Praktiker von Goetia und Ceremonial Magic. Anlässe: Wissens-Suche, okkulte Initiation, Verhandlung mit übernatürlichen Mächten, manchmal Vergnügen oder dämonische Verführung (theologisch als Sünde interpretiert).

Sozialer Kontext: Mittelalter-Spätmittelalter (Inquisition, Verfolgung von Magie), Frühneuzeit (Okkulte Bewegungen, Alchemie), Neuzeit (magische Ordnungen, Thelemismus). Die Praktiken waren illegal und kriminalisiert; Astaroth-Evokation war magisches Wagnis.

Astaroths Erscheinung

Astaroth wird ikonographisch oft als weiblich oder androgyn dargestellt, elegant und verführerisch, manchmal mit Schwingen, Hörner oder Feuerlicht-Aura. Farben: purpur, rot, grau (variiert nach Quelle).

In Lemegeton-Illustrationen: humanoid-dämonisch, oft auf Drachchen reitend oder mit Symbolen (Pentakel, magische Siegel). Attribute: Fackel, Buch (Wissen), manchmal Schlange oder Skorpion (Gift-Gefahr). Moderner Okkulte Kunst: eher elegant-elegant als monströs; Darstellung variiert stark je nach magischer Tradition.

Funktion
Wirkungsbereich:

Astaroth ist im Lemegeton (Lesser Key of Solomon) das 29. Dämon der goetischen Hierarchie.

Abwehrformen

Schutzpraktiken gegen Astaroth: Exorzismus durch christliches Gebet und Namen Jesu, magische Siegel und Pentakeln (Schutz-Symbole aus Lemegeton), Invokation von Schutzgeistern (Erzengel Michael für Kampf gegen Dämonen), rituelle Grenzen und Kreise (magischer Schutz-Raum), ethische Reinheit (als Voraussetzung, Astaroth abzuwehren).

Historisch: Kirche betont Buße und Bekenntnis; okkulte Traditionen betonen Magie und Willenskraft. Moderner Ansatz: psychologische Distanzierung von Verführungsnarrativen oder Diskernment-Praktiken.

Pendants

Vergleichbare Figuren sind die Lilith (jüdische Dämonin-Göttin), Hecate (griechische Unterwelt-Göttin, später dämonisiert), Ishtar/Inanna (mesopotamische Liebes- und Kriegsgöttin, ambivalent), keltische Mór-Ríghan (Göttin des Schicksals, dämonisiert), und Baphomet (südfranzösische/TempelLegende, ambivalent-dämonisch). Alle teilen: Göttin-Ursprünge, Dämonisierung durch Patriarchat/Christentum, Assoziation mit Verführung oder wildem Wissen.

Abwehr im Alltag

Beschwörungen und Bindungsformeln

Die Lemegeton-Praxis nutzt die 72 Namen Gottes (Shem ha-Meforasch) als Gegenzauber.

Pentakeln und Siegel

Astaroths Siegel ist im Lemegeton als geometrisches Zeichen festgehalten.

Schutzmaßnahmen gegen Betrug

Die magische Praxis betont, dass Astaroth lügt und daher strenge Bindung nötig ist.

Astaroth, Parallelen in anderen Kulturen

Jüdische Tradition: Astaroth ist Variante der Astarte-Dämonisierung. Jüdische Dämonologie kennt die Asmodeus (König der Dämonen, aber mit Ambivalenz, manchmal Helfer). In der Kabbala sind unreine Kelipot (Schalen des Bösen) oft weiblich und verführerisch.

Lilith ist die wichtigste female demon-Göttin in Judentum. Astaroth wird nicht central diskutiert, aber strukturell ähnlich: weibliche dämonische Autorität, Verführung, Groll gegen Gott/Menschen.

Griechisch-römische Welt: Hecate ist Unterwelt-Göttin und Magie-Patronin, ähnlich Astaroth’s Wissens-Vermittlung. Hera/Juno ist Göttin der Ehe, aber auch Rache-Göttin. Aphrodite/Venus ist Verführungsgöttin (später dämonisiert in Christentum als Luxuria/Lust). Die Graiai (graue Schwestern) sind alte weise Frauen mit magischem Wissen. Strukturell: weibliche Gottheiten als Gatekeeper des Wissens oder des Verbotenen.

Mesopotamien: Ishtar/Inanna ist direkte Vorgängerin von Astarte (phönizisch). Sie ist Liebe, Krieg, Fertigkeit, ambivalent, mächtig, verführerisch. Ihr Abstieg in die Unterwelt zeigt dunkle Seite. Ereshkigal ist Unterwelt-Göttin und dämonisch-rätselhaft. Beide sind verhandlungsfähige, nicht-böse im Sinne von Christentum, sondern kosmisch-notwendig.

Indien/Asien: Kali ist Shakti in dunkler Form: Vernichterin, aber auch Befreierin (paradox). Durga ist Dämonen-Bekämpferin, aber auch androgynes Kraftwesen. Chinesisches Daoism: weibliche Unsterbliche (Xiwangmu, Königin des Westens) sind weise und verführerisch. Tibetan Buddhismus: wrathful female deities (z.B. Dakinis) sind furchterregend-schön. Alle zeigen: weibliche übernatürliche Autorität ohne westlich-dämonische Moral-Färbung.

Von der Göttin Astarte zum Dämon Astaroth

Der Dämon Astaroth der christlichen Tradition geht auf eine Gottheit zurück, die im alten Vorderen Orient verehrt wurde. Astarte, im Hebräischen Aschtoret, war eine bedeutende Göttin der kanaanäischen und phönizischen Religion, verbunden mit Fruchtbarkeit, Liebe und teils auch mit dem Krieg.

Sie entspricht der mesopotamischen Ischtar und der sumerischen Inanna und gehörte zu den am weitesten verbreiteten Gottheiten der Region.

Die hebräische Bibel erwähnt diese Göttin mehrfach, und zwar durchweg ablehnend. Sie erscheint dort als Aschtoret beziehungsweise im Plural Aschtarot und wird als fremder Kult dargestellt, von dem sich Israel fernhalten soll.

Sprachlich vermuten viele Forscher, dass die Vokalisierung des hebräischen Namens bewusst verändert wurde, indem man die Vokale des Wortes boschet, „Schande“, einsetzte. Aus der Göttin wurde so im biblischen Sprachgebrauch eine mit Schande behaftete Gestalt.

In der weiteren christlichen Überlieferung verlief der Übergang von der abgelehnten Gottheit zum Dämon. Eine wiederkehrende Denkfigur der spätantiken und mittelalterlichen Theologie besagte, dass die Götter der Heiden in Wahrheit Dämonen seien. Über diese Deutung wurde aus der Göttin Astarte der männlich gedachte Dämon Astaroth.

Die religionswissenschaftliche Forschung sieht in diesem Vorgang ein Musterbeispiel der sogenannten Dämonisierung fremder Gottheiten, bei der ein verehrtes Wesen einer Religion in der nachfolgenden oder konkurrierenden Religion zur bösen Macht umgedeutet wird. Auch der Wechsel des Geschlechts ist Teil dieser Umdeutung und in der Forschung gut dokumentiert.

Astaroth in der Dämonologie der frühen Neuzeit

Seine ausgearbeitete Gestalt erhielt Astaroth in der dämonologischen Literatur des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Schriften, die die Hölle nach dem Vorbild eines irdischen Hofes oder Staates ordneten und den Dämonen Ränge, Ämter und Zuständigkeiten zuwiesen. Astaroth gehört in diesen Werken regelmäßig zur obersten Ebene.

Im einflussreichen Pseudomonarchia daemonum, das Johann Weyer 1577 als Anhang zu seiner Schrift gegen die Hexenverfolgung veröffentlichte, erscheint Astaroth als ein mächtiger Großherzog der Hölle.

Weyer beschreibt ihn als Gestalt, die auf einem höllischen Tier reitet und eine Schlange in der Hand hält; wer ihn beschwört, solle sich vor seinem üblen Atem in Acht nehmen.

Ihm wird zugeschrieben, Auskunft über Vergangenheit und Zukunft zu geben und die Geheimnisse der freien Künste zu lehren. Der später aus diesem Material hervorgegangene Lemegeton, auch Goetia genannt, übernahm Astaroth in seine Liste der zweiundsiebzig Dämonen.

Die wissenschaftliche Forschung betont, dass diese Werke keine Berichte über tatsächlich praktizierte Kulte sind, sondern gelehrte Konstruktionen. Sie verarbeiten ältere Namenslisten, biblische Anspielungen und literarische Traditionen zu einem System, das mehr über die Vorstellungswelt seiner Verfasser aussagt als über reale dämonische Wesen.

Astaroth ist in diesem System ein fester Posten, eine der wenigen Gestalten, die in nahezu allen einschlägigen Schriften vorkommen. Seine Stellung als Großherzog macht ihn zu einem der ranghöchsten Dämonen der westlichen Dämonologie. Wer sich für die Logik dieser Höllenhierarchien interessiert, findet im Bereich der christlich geprägten Dämonologie weitere Beispiele.

Astaroth in Hexenprozessen, Literatur und Populärkultur

Über die gelehrte Dämonologie hinaus tauchte der Name Astaroth auch in den Hexenprozessen der frühen Neuzeit auf. In den Verhörakten erscheint er gelegentlich als einer der Dämonen, mit denen die Angeklagten angeblich einen Pakt geschlossen hätten.

Diese Aussagen sind als Quellen über reale Dämonenverehrung wertlos, weil sie unter Druck, oft unter Folter, und nach den Suggestivfragen der Inquisitoren entstanden. Sie zeigen aber, dass die Namen der dämonologischen Handbücher in das Denken der Verfolger eingedrungen waren und das Bild der Hölle prägten.

In der Literatur fand Astaroth ebenfalls Verwendung. Bereits in mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Texten erscheint sein Name, und in der Folge griffen ihn immer wieder Autoren auf, die die Hölle oder das Dämonische darstellten.

Da der Name klangvoll ist und in den Standardwerken der Dämonologie verzeichnet steht, bot er sich als gut beglaubigte Gestalt für literarische Zwecke an.

In der Gegenwart ist Astaroth vor allem in der Populärkultur präsent. Er erscheint in Computerspielen, Rollenspielen, Filmen, Comics und in der Musik, oft als mächtiger Höllenfürst oder als Gegner, der bezwungen werden muss. Diese moderne Verwendung knüpft fast ausschließlich an die dämonologischen Handbücher an, ohne den langen Weg von der Göttin Astarte zu kennen.

Wissenschaftlich bleibt Astaroth damit ein lehrreicher Fall: eine Gestalt, deren Spur von einer angesehenen altorientalischen Göttin über die biblische Ablehnung und die gelehrte Dämonisierung bis zum Standarddämon der modernen Unterhaltung reicht. An kaum einer anderen Figur lässt sich der Vorgang der Dämonisierung über zwei Jahrtausende so durchgehend nachzeichnen.

Weiterführende Verlinkungen

    Literatur (Auswahl)

    • Joseph H. Peterson (ed. & trans.): The Lesser Key of Solomon: The Goetia. Weiser Books, 2001.

    Die hier beschriebene Schutzpraxis ist wissenschaftliche Einordnung historischer Traditionen. iWell Guard knüpft an diese kulturhistorische Linie tragbarer Schutzobjekte an und stellt eine zeitgenössische Form davon dar. Mehr über den iWell Guard →

    Einordnung & Schutz

    IVSTUFE
    Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe IV zu – Schwere Einwirkung.

    Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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