Baphomet ist der Dämon der christlichen Tradition, ein Wesen von komplexer religionsgeschichtlicher Deutung. Seine Bedeutung liegt in der Verkörperung kirchlicher Angst vor Häresie, Magie und dualistischen Häretikern, insbesondere den Templern, und spiegelt mittelalterliche Konzepte böser Transzendenz wider.
Baphomet wurde als kopfloses oder bocksköpfiges Wesen dargestellt, dem frühe christliche Dämonen-Theologie dämonische Macht zuschrieb. Zentrale Mythen verbinden ihn mit den Templerprozessen des 14. Jahrhunderts, wo Ankläger behaupteten, Templer hätten das Wesen verehrt. Später übernahm der okkulte Romantizismus des 19. Jahrhunderts Baphomet als Symbol, was seine dämonische Gestalt in der westlichen Ikonografie verfestigte.
Primäre Quellen entstammen den Templer-Prozessakten (1307, 1314), insbesondere Aussagen vor der päpstlichen Kommission. Sekundär dokumentieren Jacques de Molay-Briefe und die historiografische Kritik älterer Templer-Hagiografien die Ursprünge des Baphomet-Mythos. Forschungsstand zeigt breite Skepsis an historischen Templer-Götzen-Kulten; die Forschung (Finke, Barber, Selwood) sieht Baphomet eher als Ankläger-Konstrukt denn als reale Verehrung.
Die schriftliche Überlieferung zu Baphomet reicht mehrere Jahrhunderte zurück in die Vergangenheit, mit großer Wahrscheinlichkeit noch älteren mündlichen Traditionen, die vorher existierten. Die Christentum haben diese Entität oder dieses Konzept über außerordentlich lange Zeiträume bewahrt und sorgfältig von Generation zu Generation weitergegeben, was auf zentrale religiöse und kulturelle Bedeutung hindeutet.
Zwischen den Quellenschichten liegt ein Bruch von rund 550 Jahren: Nach den Templerprozessen des frühen 14. Jahrhunderts verschwindet Baphomet weitgehend aus den Quellen, bis Gelehrte und Esoteriker des 18. und 19. Jahrhunderts den Stoff wieder aufgriffen.
Die heute bekannte ziegenköpfige Gestalt ist vollständig eine Schöpfung Lévis von 1856 und keine Fortsetzung mittelalterlicher Verehrung. Lebendig ist die Figur dennoch: als Symbol in okkulten Gruppen, als Provokation in Musik und Kunst und als Statue des Satanic Temple in aktuellen Debatten um Religionsfreiheit in den USA.
Baphomet war nicht auf bestimmte Region oder Lokationen begrenzt, sondern universell in der gesamten Christentum-Welt bekannt und verehrt oder respektvoll gefürchtet. Ob in großen urbanen Zentren oder in peripherer ländlicher Region, ob bei sozialem Elite oder bei einfachem Volk, die spirituelle oder kulturelle Bedeutung dieser Entität war durchgehend anerkannt und universell.
Die Verbreitung des Baphomet beruht nicht auf Handel oder Wanderung eines Kultes, sondern auf der Zirkulation von Texten und Bildern: Die Prozessakten machten den Namen in ganz Europa bekannt, Lévis Buch wurde übersetzt und sein Kupferstich vielfach reproduziert, und im 20. Jahrhundert sorgten okkulte Organisationen, Plattencover und schließlich das Internet für eine weltweit einheitliche Bildvorstellung.
Gerade weil fast alle modernen Darstellungen auf dieselbe Vorlage von 1856 zurückgehen, ist die Figur über Länder hinweg so gleichförmig.
Die Quellenlage für Baphomet ist disparat: Die Templer-Prozessakten (1307, 1314, französisches Archiv und Vatikan) sind Primärquellen, aber belastet durch juridische Folter-Kontexte.
Weitere Erwähnungen in spätmittelalterlichen Dämonologien (15. 16. Jahrhundert) sowie in der Mabinogion-Tradition (Wales) existieren, sind aber fragmentarisch. Sekundär arbeiteten Scholem (Kabbalistik-Kontext), Barber (Templer-Geschichte), Finke und Selwood (Templer-Prozess-Kritik) und Lévi (19. Jahrhundert: Baphomet-Rehabilitierung im Okkultismus) die Figur auf.
Baphomet wird in den verschiedenen Quellen und künstlerischen Traditionen mit bestimmten wiederkehrenden ikonographischen Elementen dargestellt, die über Jahrzehnte und über verschiedene geografische Räume hinweg relativ konstant bleiben. Diese Elemente sind nicht rein dekorativ oder zufällig gewählt, sondern sind tief symbolisch kodiert und tragen große Bedeutung.
Lévis Zeichnung des Baphomet von 1856 ist ein bewusst konstruiertes Symbolbild, dessen Elemente er selbst erläuterte. Dazu gehören der Ziegenkopf, die Fackel zwischen den Hörnern, die weiblichen Brüste, der Caduceus, die beschrifteten Arme mit Solve und Coagula sowie die Geste nach oben und unten. Sie sollen die Vereinigung von Gegensätzen darstellen, also Geist und Materie, männlich und weiblich, oben und unten.
Wer Lévis Schriften kennt, kann jedes Detail dieser Figur als Aussage seines okkulten Lehrsystems entschlüsseln. Spätere Verwendungen, etwa das Siegel des Baphomet der Church of Satan (1966), greifen diese Bildsprache auf und deuten sie um.
Baphomet war zentral in der religiösen Praxis, den Alltagsritualen und im alltäglichen Verständnis der Christentum. Menschen wendeten sich in kritischen oder bestimmten Lebenssituationen oder zu bestimmten rituellen Jahreszeiten an diese Entität, mit strukturierten, oft aufwendigen Ritualen, Gebeten oder Opfergaben.
Einen geregelten Baphomet-Kult hat es nach heutigem Forschungsstand nie gegeben: Der Name taucht zuerst in den Verhörprotokollen des Templerprozesses ab 1307 auf, wo Geständnisse über die Verehrung eines Idols unter Folter zustande kamen und einander widersprachen.
Erst Eliphas Lévi entwarf 1856 in seinem Lehrwerk zur Magie eine ausgearbeitete Figur mit fester Symbolik, und erst moderne okkulte Gruppen machten daraus ein systematisch verwendetes Zeichen mit eigenen Gebrauchsregeln.
Die Karriere des Namens verlief in klar trennbaren Etappen mit jeweils eigener Funktion: Im Templerprozess diente der Vorwurf der Baphomet-Verehrung der Anklage und der Vernichtung des Ordens, im 19. Jahrhundert nutzte Lévi die Figur als Lehrbild für sein magisches System, und im 20. Jahrhundert wurde sie zum Erkennungszeichen satanistischer und okkulter Strömungen.
Es handelt sich also nicht um eine durchgehende Praxis, sondern um wiederholte Neuverwendungen desselben Namens für ganz unterschiedliche Zwecke: juristische Anklage, esoterische Didaktik, weltanschauliche Selbstdarstellung.
Der Steckbrief erfasst Bapmots religiöse Klassifikation über sechs Dimensionen: Herkunft aus dem Mittelalter, Zielgruppe von Inquisitoren und späteren Okkultisten, ikonografische Merkmale, abwehrende Kontexte in der christlichen Praxis, und schließlich Parallelen zu anderen dämonischen Figuren im Judentum und Islam. Diese Übersicht ordnet die disparaten Überlieferungen.
Baphomet entstammt dem französischen Mittelalter, konkret den Templerprozessen unter König Philipp IV. (1307, 1314). Die erste dokumentierte Erwähnung findet sich in den Verhörprotokollen von 1307. Die geografische Herkunft liegt in Frankreich, mit sekundären Belegen aus Zypern (Templer-Zentrum) und Rom (Papst-Kurie). Die Datierung ist präzise: Frühjahr 1307 als erste Verfolgungswelle.
Baphomet richtete sich primär an inquisitoriale Behörden und Ankläger als Beschuldigung gegen die Templer-Ritterschaft. Die Zielgruppe umfasste reiche Landbesitzer, die als Ketzer vernichtet werden sollten.
Später adoptierte eine Gruppe romantischer Okkultisten des 19. Jahrhunderts (Lévi, Blavatsky) Baphomet als Symbol der Gegenkultur gegen kirchliche Orthodoxie. Der Anlass war weniger Kult als vielmehr juristischer Vorwurf und künstlerische Repräsentation.
Bapmots ikonografische Merkmale variieren: In den Templer-Akten wird es als Kopf, Schädel oder steinernes Haupt beschrieben. In der romantischen Okkultur des 19. Jahrhunderts (Eliphas Lévi) wird Baphomet zum androgyn-anthropomorphen Wesen mit Bocksmerkmalen, Pentagramm-Stirn, Flügeln und esoterischen Symbolen. Attribute sind Stab, Flamme, duale Geschlechtlichkeit. Die typische Darstellung folgt Lévi (1854 Dogme et Rituel).
Baphomet ist eine synkretistische Figur mit zwei primären Schichten: (1) Templer-Inquisition 14. Jahrhundert und (2) moderne romantisch-okkulte Rezeption durch Eliphas Lévi (1856).
Im christlichen Kontext galt Baphomet als dämonisch-verehrtes Wesen, das Schutzpraktiken rechtfertigte: Templer-Anhänger mussten Abschwörungen leisten, inquisitoriale Exorzismen wurden rituel durchgeführt. Für späte Okkultisten war Baphomet Respektsfigur einer heterodoxen Spiritualität, nicht Schad-Dämon. Die Abwehr bestand in orthodoxer Glaubensbestätigung und kirchlichem Anathema.
Ähnliche Figuren finden sich in jüdischer Tradition (Azazel, dämonischer Sündenbock der Lev 16), in islamischer Dämonologie (Iblis, Widersacher Gottes), und in mesopotamischen Schad-Dämonen (Shedu, Lamia-Typen).
Parallel sind christliche Dämonische wie Belzebub, Mammona oder die Dämonischen Geister der Apokryphen-Literatur (Henoch, Tobit). Die Verwandtschaft liegt in der Funktion als Verkörperung von Häresie, Transzendenzwiderstand und Inversion orthodoxer Ordnung.
Templer-Rituale und magische Rekonstruktion
Die Templer-Prozesse (1307, 1314) dokumentieren Anschuldigungen der Baphomet-Anbetung.
Pentagrammatische Symbolik
Lévis Baphomet trägt ein Pentagramm auf der Stirn.
Schutzamulette und anti-okkulte Stigmatisierung
Im christlichen Kontext wurde Baphomet zum Anti-Amulett.
Jüdische Tradition: Baphomet hat keine direkte jüdische Entsprechung. Entfernt verwandt ist Azazel (Lev 16), der Sündenbock-Dämon, dem Israel rituelle Sünden aufbürdet, oder die Samael-Figur der Kabbala (Scholem, Sefer ha-Bahir), ein dualistischer Fürst der dämonischen Sphären. Die Funktion als Abjekt der Heilung durch Ausweisung teilen sie.
Griechisch-römische Welt: In der Antike entspricht Baphomet entfernt dem Pan, dem dämonisierten Waldgott mit Bocksmerkmalen, oder den Lamiae-Dämonen des späteren Dämonen-Kanons. Auch der ikonische Dämon Typhon trägt kosmische Gegnerschaft gegen Ordnung in sich. Die böcksköpfige Ikonografie verbindet Pan und Baphomet durch antike Satyr-Bildung.
Mesopotamien: Mesopotamische Dämonologie kennt keine präzise Parallele. Entfernt verwandt sind die Shedu-Dämon oder die chaotischen Wesenheiten der Marduk-Enuma-Elisch-Mythologie (Tiamat, Kingu). Diese verkörpern wie Baphomet kosmische Widersachung gegen göttliche Ordnung. Die Ritualisiertheit ihrer Bekämpfung entspricht kristlichen Exorzismus-Praktiken.
Indien/Asien: Keine direkte Entsprechung. Entfernt verwandt sind Asuras (Hinduismus), dämonische Gegenmächte gegen Devas, oder Yakshas mit liminaler Natur (Schmoldt, Mythologie). Die Funktion als dualistischer Gegenpol zur Ordnung teilen sie mit Baphomet, nicht aber die spezifische Häretiker-Verkörperung des Westens.
Der Name Baphomet taucht zuerst im frühen vierzehnten Jahrhundert auf, im Zusammenhang mit dem Prozess gegen den Templerorden. Nach der Verhaftung der Templer in Frankreich im Oktober 1307 erhoben die Untersuchungsbehörden zahlreiche Anschuldigungen, darunter den Vorwurf, die Ritter hätten ein Götzenbild verehrt. In den Verhörprotokollen erscheint dafür wiederholt der Name Baphometh oder ähnliche Schreibweisen.
Die historische Forschung ist sich weitgehend einig, dass es sich bei diesem angeblichen Götzen nicht um einen real verehrten Kult handelte. Die Aussagen der Templer wurden überwiegend unter Folter oder Folterandrohung gemacht und widersprechen sich in fast allen Einzelheiten.
Mal ist von einem bärtigen Kopf die Rede, mal von einer Katze, mal von einer Figur mit mehreren Gesichtern. Diese Widersprüchlichkeit gilt als starkes Indiz dafür, dass die Anschuldigungen konstruiert waren, um den politisch und finanziell unbequemen Orden zu zerschlagen.
Zur Herkunft des Namens gibt es mehrere Erklärungsansätze. Die verbreitetste, von Historikern wie Malcolm Barber in The Trial of the Templars (1978) vertretene Deutung sieht in Baphomet eine altfranzösische Verballhornung von Mahomet, der mittelalterlichen Form des Namens des Propheten Mohammed.
Da die Templer im Heiligen Land mit der islamischen Welt in Kontakt standen, lag der Vorwurf eines heimlichen Abfalls zum Islam für die Ankläger nahe. Andere Vorschläge, etwa eine Ableitung aus dem Griechischen, gelten als weniger wahrscheinlich. Festzuhalten ist: Baphomet beginnt seine Geschichte nicht als verehrte Gestalt, sondern als Element einer Anklageschrift.
Das heute bekannteste Bild Baphomets, eine sitzende Gestalt mit Ziegenkopf, Flügeln, weiblicher Brust und einer Fackel zwischen den Hörnern, ist keine mittelalterliche Überlieferung.
Es stammt aus dem neunzehnten Jahrhundert und wurde 1854 vom französischen Okkultisten Eliphas Levi, mit bürgerlichem Namen Alphonse Louis Constant, in seinem Werk Dogme et rituel de la haute magie entworfen und gezeichnet.
Levi nannte seine Figur den Baphomet von Mendes oder den Ziegenbock des Sabbats. Für ihn war das Bild kein Dämon, sondern ein Symbol. Er deutete die einzelnen Bestandteile als Ausdruck eines kosmischen Gleichgewichts: das Tierische und das Menschliche, das Männliche und das Weibliche, das Obere und das Untere.
Die Geste der Arme, einer nach oben, einer nach unten, übernahm er aus der hermetischen Formel „wie oben, so unten“. Levis Baphomet war damit eine bewusst konstruierte Allegorie der Vereinigung der Gegensätze, kein Objekt der Anbetung.
Spätere Strömungen des Okkultismus übernahmen das Bild und verschoben seine Bedeutung erneut. In der Gründungsphase moderner magischer Orden wurde Baphomet teils als Chiffre für verborgenes Wissen verwendet.
Die Forschung zur Religionsgeschichte der Moderne, etwa die Arbeiten von Wouter Hanegraaff zur westlichen Esoterik, betont, dass diese Aneignung weniger mit den historischen Templern zu tun hat als mit dem Bedürfnis des neunzehnten Jahrhunderts, sich eine eigene symbolische Gegentradition zu schaffen.
Die Linie vom Templerprozess zu Levis Zeichnung ist also keine durchgehende Überlieferung, sondern eine nachträgliche Verknüpfung zweier ganz verschiedener Vorgänge.
Im zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhundert ist Baphomet zu einem festen Bestandteil moderner alternativreligiöser und subkultureller Symbolik geworden. Der 1966 gegründete Church of Satan verwendete eine stilisierte Form des Ziegenkopfes im Pentagramm als Emblem, das sogenannte Sigil of Baphomet.
Hier ist die Figur erneut umgedeutet, diesmal als Zeichen einer bewusst antiklerikalen, weltbejahenden Haltung, die sich vom christlichen Sündenbegriff abgrenzt.
Eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erhielt Baphomet durch den Satanic Temple, eine US-amerikanische Organisation, die seit den 2010er Jahren eine große Bronzestatue Baphomets als Mittel politischer Auseinandersetzung einsetzt.
Die Statue wurde unter anderem verwendet, um in den Vereinigten Staaten die rechtliche Frage zu stellen, ob religiöse Denkmäler auf öffentlichem Grund stehen dürfen. In diesem Kontext ist Baphomet weniger eine geglaubte Gestalt als ein juristisches und rhetorisches Instrument zur Verteidigung der Trennung von Staat und Religion.
Parallel dazu erscheint Baphomet vielfach in Film, Musik und Spielen, oft als Schreckbild des Bösen. Diese populärkulturelle Verwendung knüpft kaum noch an Levis Symbolik an, sondern an ein diffuses Bild des Dämonischen.
Religionswissenschaftlich ist Baphomet damit ein Lehrstück: Eine Gestalt, die aus einer Anklage des Mittelalters entstand, im neunzehnten Jahrhundert als philosophisches Symbol neu erfunden wurde und in der Gegenwart je nach Gruppe als Provokation, als Bekenntnis oder als bloßes Gruselmotiv dient.
Der Vergleich mit anderen christlich geprägten Dämonengestalten zeigt, wie stark Bedeutungen über die Jahrhunderte wandern können.
Die wissenschaftliche Bewertung Baphomets ist im Kern klar, wird aber in der populären Wahrnehmung beständig überlagert. Drei Punkte gelten als gesichert. Erstens: Es gibt keinen Beleg für einen tatsächlichen Baphomet-Kult der Templer.
Die Anschuldigungen entstanden im Rahmen eines politisch motivierten Prozesses. Zweitens: Das bekannte Ziegenbild stammt von Eliphas Levi und ist gut fünfhundert Jahre jünger als der Templerprozess. Drittens: Die heutige Verwendung in alternativreligiösen Gruppen ist eine bewusste, moderne Aneignung.
Trotz dieser Klarheit halten sich mehrere Missverständnisse. Verbreitet ist die Annahme, das Levi-Bild sei mittelalterlich oder gar die Abbildung des realen Templer-Götzen.
Ebenso hält sich die Vorstellung, Baphomet sei ein eigenständiger Dämon der christlichen Theologie, obwohl er in den klassischen Dämonenkatalogen des Mittelalters und der frühen Neuzeit nicht vorkommt. Auch Versuche, den Namen aus geheimen Buchstabencodes herzuleiten, gelten in der seriösen Forschung als spekulativ.
Offen bleibt in der historischen Forschung vor allem die Detailfrage, wie genau der Name in den Verhörprotokollen von 1307 zustande kam und ob einzelne Templer ihn bereits vor dem Prozess kannten. Die Quellenlage erlaubt hier kein endgültiges Urteil.
Wissenschaftlich ist Baphomet weniger als geglaubtes Wesen interessant denn als Fallbeispiel dafür, wie ein Name durch Anklage, künstlerische Erfindung und subkulturelle Aneignung über sieben Jahrhunderte hinweg immer wieder neu aufgeladen wurde, ohne je eine durchgehende kultische Wirklichkeit gehabt zu haben.
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