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Sumpall und die Pflicht des Ausgleichs am Wasser

Sumpall ist Geist der Mapuche-Tradition.

Goldhaarige Wasserhüter, gebunden an Geben und Nehmen. Die Pflicht zum Ausgleich zwischen Geben und Nehmen bindet den goldhaarigen Sumpall an die Menschen am Wasser.

GeistMapuche

Inhaltsverzeichnis

Sumpall, Geist der Mapuche-Tradition
Sumpall

Die Sumpall sind die Wassermenschen der Mapuche-Überlieferung Südchiles und Patagoniens, halb Mensch, halb Fisch, mit langem goldenem Haar. Sie hüten Flüsse und Seen, ziehen aber Badende in die Tiefe. Der Mythos führt sie auf Ertrunkene einer Schlangenschlacht zurück.

Auf einen Blick: Sumpall

Typ: Wassermensch, halb Mensch halb Fisch
Herkunft: Mapuche-Überlieferung Südchiles
Texte: Sammlungen seit Guevara 1911
Zeitraum: mündlich, bis heute lebendig
Erscheinung: goldhaariger Fischleib, Wohnort Sumallhue

Überlieferungskontext

Zeitraum der Texte

Ethnografisch seit dem frühen 20. Jahrhundert dokumentiert, mündlich bis heute lebendig.

Verbreitungsraum

Südchile und das angrenzende Patagonien: Flüsse, Seen, Meer und Quellen.

Quellenlage

Ethnografisch solide in Sammelwerken; eine deutschsprachige Spezialliteratur zu den Sumpall fehlt.

Name und Varianten

Mapudungun: Ihr Wohnort heißt Sumallhue; eine gesicherte Worterklärung des Namens fehlt in den Quellen.

Erscheinung und Ambivalenz

Erscheinung

Halb Mensch, halb Fisch, meerjungfrauenähnlich, mit langem goldenem Haar; wo ein Sumpall lebt, fehlt es nie an Wasser.

Wirkung

Lockt mit Klängen ins Wasser, bringt aber Fruchtbarkeit und Fischfang.

Steckbrief: Sumpall

Die wichtigsten Merkmale der Wassermenschen auf einen Blick.

Kulturkontext

Mapuche-Überlieferung Südchiles, verknüpft mit dem Schlangenmythos der Schöpfung.

Bezogen auf

Menschen an Flüssen und Seen, besonders allein Badende.

Darstellung

Halb Mensch, halb Fisch, meerjungfrauenähnlich, langes goldenes Haar.

Wirkungsbereich

Zieht Menschen ins Wasser, bringt aber Fruchtbarkeit, Fischfang und Ausgleich.

Umgang

Achtung des Wassers; nach einem Raub gleicht die Zahlung gapitun die Familie aus.

Abgrenzung

Die wohlwollende Pincoya ist verwandt, der bösartige Nguruvilu ihr Gegenstück.

Vom Ertrunkenen zum Wasserhüter

Die Sumpall gehören zur Mapuche-Überlieferung, dokumentiert seit Guevara und Lehmann-Nitsche im frühen 20. Jahrhundert. Die gute Landschlange Tren-Tren schuf sie aus jenen, die in ihrer Schlacht gegen die Meeresschlange Caicai-Vilu ertranken; meist weiblich, seltener männlich oder menschengestaltig.

Zwischen Ethnografie und lebendiger Erzählung

Die Sumpall sind fester Bestandteil der Mapuche-Mythologie und der patagonischen Folklore. Religionswissenschaftlich zählen sie zu den Ngen-ko, den Hütergeistern des Wassers, klar abzugrenzen vom bösartigen Wekufe wie dem Nguruvilu.

Achtung des Wassers als Schutzform

Quellenfest: Wer Gewässer schädigt, riskiert die Rache der Sumpall. Die Ausgleichszahlung gapitun ist die kulturelle Ordnungslogik, wichtiger als Abwehr durch Gegenstände. Schutzmittel: Amulett, Salz, Schutzkreis.

Wassermenschen und ihre Mapuche-Verwandten

Die Sumpall gehören zum Typus der Meerjungfrau, wie ihn auch die Sirenen der griechischen Sage oder die slawische Rusalka kennen. Von der fluterzeugenden Caicai-Vilu und vom bösartigen Nguruvilu trennt sie die Regel des Ausgleichs.

Häufige Fragen zu Sumpall

Sind die Sumpall gut oder böse?

Ambivalent: gefährlich für Badende, doch fruchtbarkeitsbringend und ordnungswahrend.

Was ist gapitun?

Die Ausgleichszahlung an die Familie eines geraubten Mädchens, die das gestörte Gleichgewicht wiederherstellt.

Weiterführende Verlinkungen

Literatur (Auswahl)

Quellen:

  • Guevara, Tomás: Folklore araucano. Santiago de Chile 1911.
  • Lehmann-Nitsche, Robert: Folklore argentino. La Plata 1911.

Mehr im Literaturverzeichnis.

Sumpall Mapuche: Diese goldhaarigen Wasserhüter ziehen Badende ins Wasser, bringen aber auch Fruchtbarkeit und Fischfang. Als Wassermenschen Chiles folgen sie der Regel der Reziprozität: Jede Entnahme aus dem Wasser verlangt Ausgleich.

Einordnung & Schutz

IIISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe III zu – Belastende Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

Im Schutz-Kompass vergleichen →

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