Abiku ist Dämon der Yoruba-Überlieferung.
Geboren um zu sterben, und doch kehrt es immer wieder heim.
Abiku ist das wiederkehrende Geistkind der Yoruba: ein Kind, das geboren wird, um jung zu sterben, und danach immer wieder in dieselbe Familie zurückkehrt. Es gehört einer Geistergemeinschaft an, deren Mitglieder untereinander verabredet haben, früh zu sterben und in die Geisterwelt Orun heimzukehren.
Der Name àbíkú verbindet àbí, das Geborene, mit ikú, dem Tod. Nach dem Ethnografen Timothy Mobolade bilden die Abiku eine eigene Geist-Spezies mit eigenen Aufenthaltsorten: abgelegene Winkel, der Wald und Wegränder, vor allem unter großen Bäumen wie dem Iroko und dem Affenbrotbaum.
Für die Mutter und die Familie bedeutet der Pakt des Kindes mit seiner Geistergemeinschaft wiederholtes Leid: Jede Geburt steht unter dem Verdacht, dass dasselbe Kind erneut zurückgekehrt ist, nur um erneut zu sterben.
Typ: wiederkehrendes Geistkind im Kreislauf von Geburt und frühem Tod
Herkunft: Yoruba-Glaube an eine Geistergemeinschaft, deren Mitglieder verabredet haben, früh zu sterben
Texte: ethnografisch fixiert bei Mobolade 1973, seither stark literarisch rezipiert
Zeitraum: seit 1973 akademisch erfasst, literarisch bis in die Gegenwart wirksam
Erscheinung: ein Kind an der Schwelle zwischen Lebenden und Geistern, Träger übernatürlichen Wissens
Ethnografisch fixiert bei Timothy Mobolade 1973, ist der Abiku-Glaube seither stark literarisch rezipiert worden und gilt bis heute als lebendiger Bestandteil der Yoruba-Kultur.
Das Yorubaland in Südwestnigeria und Benin, wo der Glaube an das wiederkehrende Geistkind bis heute Teil der Familienerfahrung ist.
Gut: die grundlegende Studie Mobolades von 1973 und eine breite literarische Rezeption bei Ben Okri, Wole Soyinka und John Pepper Clark.
Yoruba: Der Name àbíkú verbindet àbí, das Geborene, und ikú, den Tod: geboren, um zu sterben. Der Name benennt damit unmittelbar das Schicksal des Kindes, das dem Kreislauf aus Geburt und frühem Tod verfallen ist.
Erscheinung
Der Abiku ist ein Wesen an der Schwelle zwischen Lebenden und Geistern und trägt übernatürliches Wissen. Er gilt als Symbol des unlösbaren Widerspruchs von Werden und Vergehen, ein Kind, das dem eigenen Tod von Geburt an verpflichtet ist.
Wirkung
Der Pakt mit der Geistergemeinschaft ruft das Kind vorzeitig zurück in die Geisterwelt Orun. Für die Familie bedeutet das den wiederholten Verlust desselben Kindes, sodass sie nach Mitteln sucht, den Kreislauf zu durchbrechen.
Die wichtigsten Aspekte des Geistkindes auf einen Blick.
Teil der Yoruba-Geisterwelt und ihrer Vorstellung von Reinkarnation, verkörpert durch eine eigene Geist-Spezies innerhalb einer Geistergemeinschaft.
Mütter und Familien, die durch den wiederholten frühen Tod desselben Kindes leiden und nach Erklärung suchen.
Ein gewöhnliches Kind, kenntlich erst durch Ritzmale und einen bittenden Schutznamen wie bleib und begrabe uns.
Mythische Erklärung wiederholten Kindstods: Das Kind gehört einer Geistergemeinschaft an, die es früh zurückfordert.
Skarifizierung, Schutznamen, Amulette und die Zeremonien spezialisierter Wahrsagepriester, die das Kind zum Verbleib überreden sollen.
Der Name àbíkú verbindet àbí, das Geborene, mit ikú, dem Tod, und bedeutet geboren, um zu sterben. Nach dem Ethnografen Timothy Mobolade bilden die Abiku eine eigene Geist-Spezies: Ihre Mitglieder gehören einer Geistergemeinschaft an, die verabredet hat, früh zu sterben und in die Geisterwelt Orun zurückzukehren.
Als Aufenthaltsorte der Abiku gelten abgelegene Winkel, der Wald und Wegränder, vor allem unter großen Bäumen wie dem Iroko und dem Affenbrotbaum. Von dort aus sucht sich das Wesen die Familie, in die es geboren wird, nur um den Pakt mit seiner Geistergemeinschaft bald darauf einzulösen.
Ben Okri gestaltet in seinem Roman Der hungrige Weg von 1991 den Protagonisten Azaro als Abiku- und Geistkind. Wole Soyinka widmet dem Abiku ein Gedicht, in dem er den Kreislauf von Schöpfung und Zerstörung verkörpert, und auch John Pepper Clark hat der Gestalt ein eigenes Gedicht gewidmet.
Religionswissenschaftlich ist der Abiku, wie der Ogbanje der Igbo, eine mythische Erklärung wiederholten frühen Kindstods, eingebettet in die Yoruba-Vorstellung von Reinkarnation und in eine Geistergemeinschaft, an die das Kind gebunden bleibt.
Quellenfest sind Skarifizierung, feine Ritzmale, die das Kind für seine Geistergefährten unattraktiv machen sollen, dazu Schutznamen, oft bittende Namen mit der Bedeutung bleib und begrabe uns. Als Amulett dienen Fußringe und Ketten, die das Kind spirituell festigen sollen, während Salz und Schutzzeichen im Volksglauben allgemein gegen Geister wirken. Beifuß steht für die Kräuter und die Medizin, mit denen spezialisierte Wahrsagepriester in Zeremonien das Kind zum Verbleib überreden. Ältere Berichte erwähnen zudem extreme Praktiken an der Leiche eines gestorbenen Abiku-Kindes; diese gehören zum historischen Leidensbericht und werden hier mit Abstand genannt, nicht als heute empfohlene oder verbreitete Praxis.
Die direkte Parallele zum Abiku ist der Ogbanje der Igbo: dasselbe Grundmuster eines Kindes, das immer wieder stirbt und zurückkehrt, nur unter anderem Namen und in einem anderen Volk. Weitere Tote-Kinder-Motive finden sich in den slawischen Navki, unruhigen Geistern früh verstorbener Kinder, im skandinavischen Myling und im philippinischen Tiyanak.
Was bedeutet der Name Abiku?
Geboren, um zu sterben, aus den Yoruba-Wörtern àbí und ikú.
Wie unterscheidet sich der Abiku vom Ogbanje?
Es ist dasselbe Phänomen bei zwei Völkern: der Abiku bei den Yoruba, der Ogbanje bei den Igbo.
Wie versucht die Familie, den Kreislauf zu brechen?
Durch Skarifizierung, Schutznamen, Amulette und die Divinationsrituale der Wahrsagepriester.
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als Yoruba-Geistkind trägt Abiku, was sein Name sagt: geboren um zu sterben. Ritzmale, Schutznamen und die Kunst der Wahrsagepriester sind der Versuch der Familie, den Kreislauf endlich zu durchbrechen.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
Im Schutz-Kompass vergleichen →Empfohlene Schutzmittel
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