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Aziza, die kleinen Lehrmeister des Waldes

Die Aziza sind Geister der westafrikanischen Vodun-Tradition.

Kleine Waldfeen, die Jägern Kräuterwissen und Jagdmagie schenken. Als kleine Lehrmeister des Waldes vermitteln die Aziza ihr Wissen nur an würdige Jäger. Die Aziza gelten als die hilfreichen Waldfeen Dahomeys.

GeisterVodou

Inhaltsverzeichnis

Aziza, Geist der Fon-Überlieferung
Aziza

Aziza sind kleine, hilfreiche Waldfeen der Fon und Ewe im historischen Dahomey, dem heutigen Benin, Togo und Südwest-Nigeria. Im tiefen Wald, in Seidenwollbäumen und Termitenhügeln, schenkten sie den Menschen spirituelles und praktisches Wissen, besonders Jägern die Vodun-Kräuterkunde und die Jagdmagie.

Sie gelten als durchweg wohlwollend: Wer sich grob oder gierig nähert, wird nicht bestraft, sondern sich selbst überlassen. In der dahomeischen Überlieferung sollen die Aziza dem König viele der Vodun, der Gottheiten, überbracht haben; sie sind damit Mittler zwischen Wald und Kult.

Auf einen Blick: Aziza

Typ: Kleine, wohlwollende Waldfeen und Naturgeister
Herkunft: Fon und Ewe im historischen Dahomey
Texte: Feldstudie von Melville J. Herskovits (1938), darauf gestützte Nacherzählungen
Zeitraum: traditionelle Vodun-Religion bis in die Gegenwart
Erscheinung: kindsgroß, teils behaart, teils mit Flügeln und schwachem Leuchten

Quellenkontext

Zeitraum der Texte

Ethnographisch belegt bei Melville J. Herskovits 1938; moderne Nacherzählungen stützen sich auf diese Feldstudie.

Verbreitungsraum

Fon und Ewe im historischen Dahomey, heute Benin, Togo und Südwest-Nigeria.

Quellenlage

Solide: Grundlage ist Herskovits‘ Feldstudie von 1938, ergänzt um Enzyklopädien der afrikanischen Mythologie.

Name und Varianten

Fon und Ewe: Eine gesicherte Etymologie des Namens Aziza ist in den greifbaren Quellen nicht belegt. Die Aziza gehören zur traditionellen Religion der Fon und Ewe, dem Vodun, und sind über die Überlieferung vom Geschenk der Gottheiten fest mit ihm verbunden.

Beschreibung

Erscheinung

Die Aziza sind kleine Naturgeister von Kindergröße; die Überlieferung beschreibt sie mal behaart, mal mit schmetterlingsartigen Flügeln und schwachem Leuchten im Unterholz. Sie hausen im tiefen Wald, in den Stämmen und Wurzeln von Seidenwollbäumen und in Termitenhügeln, beides Schwellenorte zur Geisterwelt in westafrikanischer Tradition.

Wirkung

Die Aziza lehrten die Menschheit wichtiges Wissen, unter anderem den Umgang mit dem Feuer. Jägern übermittelten sie spirituelles und praktisches Wald-, Kräuter- und Jagdwissen sowie Jagdmagie. Gegenüber Respektvollen sind sie hilfreich; wer sich grob oder gierig nähert, wird sich selbst überlassen.

Steckbrief: Aziza

Die wichtigsten Aspekte der Waldfeen auf einen Blick.

Tradition

Naturgeister der traditionellen Fon- und Ewe-Religion, des Vodun; in der dahomeischen Überlieferung Überbringer der Gottheiten an den König.

Bezogen auf

Menschen, besonders respektvolle Jäger, denen sie Wald-, Kräuter- und Jagdwissen sowie Jagdmagie übermitteln.

Darstellung

Kindsgroße Wesen, teils behaart, teils mit schmetterlingsartigen Flügeln und schwachem Leuchten im Unterholz.

Funktion

Kulturbringer und Wissensvermittler: Sie schenkten den Menschen unter anderem den Umgang mit dem Feuer und die Vodun-Kräuterkunde.

Umgang

Jäger legen Opfergaben in den Wald, um sich Wohlwollen und Beistand zu sichern; Grundhaltung ist der Respekt vor Wald und Tieren.

Verwandtes

Die europäischen Waldfeen und Elfen sowie das irische Feenvolk der Aos Sí, das an Schwellenorten wohnt.

Die Geister, die dem König die Götter brachten

Die Aziza sind Naturgeister der traditionellen Fon- und Ewe-Religion, des Vodun. In der dahomeischen Überlieferung sollen sie dem König viele der Vodun, der Gottheiten, überbracht haben, die bis heute verehrt werden; sie sind damit Mittler zwischen Wald und Kult. Eine gesicherte Etymologie des Namens ist in den greifbaren Quellen nicht belegt.

Grundlage der Kenntnis ist Melville J. Herskovits‘ Feldstudie über Dahomey von 1938; die modernen Nacherzählungen stützen sich auf sie. Die Wohnorte der Aziza, Seidenwollbäume und Termitenhügel, gelten in westafrikanischer Tradition als Schwellenorte zur Geisterwelt und kennzeichnen sie als Grenzgänger zwischen Zivilisation und Wildnis.

Moderne Rezeption und Einordnung

In der modernen Fantasy- und Spielekultur werden die Aziza als afrikanische Feen oder Elfen rezipiert. Eine kanonische Verankerung in großen Erzählwelten ist nicht belastbar belegt; die Rezeption bleibt bislang überschaubar.

Religionswissenschaftlich sind die Aziza der klassische Typus des wohlwollenden Waldgeistes: Hüter der Wildnis und Vermittler von Kultur- und Kräuterwissen an die Menschen, ein Kulturbringer-Motiv, hier speziell Feuer und Jagdmagie. Über ihre Rolle als Überbringer der Gottheiten sind sie mit dem Ahnen- und Vodun-Kult verbunden.

Opfergaben statt Abwehr

Der Umgang mit den Aziza ist positiv: Jäger legen ihnen Opfergaben in den Wald, um sich ihr Wohlwollen und ihren Beistand zu sichern. Grundhaltung ist der Respekt vor Wald und Tieren. Da die Aziza wohlwollend sind, geht es nicht um Abwehr, sondern um die Pflege des guten Verhältnisses.

Feenvölker und Waldgeister im Vergleich

Die Aziza entsprechen den europäischen Waldfeen und Elfen, kleinen, im Wald lebenden, wissensschenkenden Naturwesen, und den irischen Aos Sí, dem Feenvolk, das an Schwellenorten wohnt und Menschen je nach Respekt belohnt oder straft. In Westafrika selbst stehen ihnen der Iroko-Mann, der gefährliche Baumgeist der Yoruba, und der Eloko, der menschenfressende Waldzwerg des Kongobeckens, gegenüber: Die Aziza sind deren freundliches Gegenbild.

Häufige Fragen zu den Aziza

Sind die Aziza gefährlich?

Nein, sie gelten als wohlwollend; von respektlosen Menschen ziehen sie sich lediglich zurück.

Was haben sie den Menschen gegeben?

Feuer sowie Jagd-, Kräuter- und Vodun-Wissen; in der Überlieferung auch die Vodun-Gottheiten selbst.

Wo leben die Aziza?

Im tiefen Wald, in Seidenwollbäumen und Termitenhügeln, beides Schwellenorte zur Geisterwelt.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Herskovits, Melville J.: Dahomey. An Ancient West African Kingdom. New York 1938.
  • Knappert, Jan: African Mythology. An Encyclopedia of Myth and Legend. London 1995.
  • Verger, Pierre Fatumbi: Ewé. The Use of Plants in Yoruba Society. São Paulo 1995.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als westafrikanische Waldfeen verbinden die Aziza Fon und Ewe mit dem verborgenen Wissen des Waldes: Sie schenken Feuer, Kräuterkunde und Jagdmagie und verlangen dafür nichts als Respekt.

Einordnung & Schutz

ISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe I zu – Geringe Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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Empfohlene Schutzmittel

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