Yeongdeung Halmang ist Göttin der koreanischen Tradition.
Die Großmutter, die im zweiten Mondmonat aus dem Meer kommt. Der Steckbrief feiert sie als Besucherin, die im zweiten Mondmonat aus dem Meer steigt.
Yeongdeung Halmang, auch Yeondeung Halmoni, ist die koreanische Wind- und Meeresgöttin, besonders auf der Insel Jeju. Als Großmutter oder Ahnfrau kommt sie im zweiten Mondmonat aus dem Meer, streut die Saat von Meeresfrüchten und Feldern aus und reist nach etwa zwei Wochen wieder ab.
Sie bringt Fruchtbarkeit von Meer und Feld, kann aber auch Wind und Wellen erheben, was für die Küstenbewohner sicherheitsrelevant ist. Ihr Zentralritual, das Yeongdeung-gut, gehört seit 2009 in seiner Jeju-Form zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.
Typ: Wind- und Meeresgöttin, Großmutter oder Ahnfrau
Herkunft: Koreanische Volksreligion und Musok
Texte: Encyclopedia of Korean Culture, UNESCO-Dossier, lebendige Ritualpraxis
Zeitraum: alter Volksglaube, bis heute praktiziert
Erscheinung: Ahnfrau oder Großmutter, teils riesenhaft, ohne feste Ikonografie
Die Göttin gehört zur koreanischen Volksreligion und zum Musok; ihre Ritualpraxis ist bis heute lebendig und seit 2009 durch die UNESCO dokumentiert.
Korea, besonders die Insel Jeju; auf dem Festland entspricht ihr die Yeongdeung-halmeoni mit eigenen Wetterorakel-Bräuchen.
Gut belegt: die Encyclopedia of Korean Culture, das UNESCO-Nominierungsdossier von 2009 und die volkskundliche Aufarbeitung des Jeju-Schamanismus.
Koreanisch: Yeongdeung bezeichnet die Gottheit und zugleich den Zeitraum des zweiten Mondmonats; die Wortherkunft selbst ist unsicher. Halmang ist die Jeju-Dialektform von halmeoni, Großmutter oder Ahnfrau, in Jeju-Mythen oft eher eine mythische Ur- und Ahnmutter als eine gebrechliche Greisin.
Erscheinung
Yeongdeung Halmang erscheint als Ahnfrau oder Großmutter, teils riesenhaft; eine feste Ikonografie fehlt, sie lebt im Ritual. Im zweiten Mondmonat kommt sie aus dem Meer oder aus dem Osten.
Wirkung
Sie streut die Saat von Meeresfrüchten und Feldern aus und bringt Fruchtbarkeit von Meer und Feld. Unbeschwichtigt kann sie Wind und Wellen erheben, weshalb ihr Besuch für Fischer und Taucherinnen sicherheitsrelevant ist.
Die wichtigsten Aspekte der Wind- und Meeresgöttin auf einen Blick.
Göttin der koreanischen Volksreligion und des Musok, auf Jeju eng mit der Gemeinschaft der Haenyeo, der Taucherinnen, verbunden.
Küstenbewohner, Fischer und Taucherinnen: Ihr Besuch entscheidet über ruhige See, Ernte und Fischfang.
Ahnfrau oder Großmutter, teils riesenhaft gedacht; ohne feste Ikonografie, greifbar allein im Ritual des zweiten Mondmonats.
Fruchtbarkeit von Meer und Feld; unbeschwichtigt erhebt sie Wind und hohe Wellen.
Das Yeongdeung-gut im zweiten Mondmonat: Willkommens- und Abschiedsritual, Empfang des Drachenkönigs Yongwang, Hirsekörner-Orakel und Stroh-Boot.
Die Festland-Yeongdeung-halmeoni mit Wetterorakeln; als Wind-Großmutter steht sie Feng Po Po und anderen Wind-Großmüttern nahe.
Yeongdeung bezeichnet die Gottheit und zugleich den Zeitraum des zweiten Mondmonats, in dem sie erwartet wird; die Wortherkunft ist unsicher. Halmang ist die Jeju-Dialektform von halmeoni, Großmutter oder Ahnfrau; in den Mythen Jejus ist eine Halmang oft eher eine mythische Ur- und Ahnmutter als eine gebrechliche Greisin.
Als Gottheit der koreanischen Volksreligion und des Musok ist Yeongdeung Halmang in der Encyclopedia of Korean Culture und durch die UNESCO belegt. Ihr Kalender ist fest: Sie kommt im zweiten Mondmonat aus dem Meer oder Osten, streut die Saat von Meeresfrüchten und Feldern aus und reist nach etwa zwei Wochen wieder ab.
Seit der UNESCO-Anerkennung 2009 ist Yeongdeung Halmang stark aufgewertet und identitätsstiftend für Jeju und die alternde Gemeinschaft der Haenyeo.
Religionswissenschaftlich ist sie eine grundsätzlich wohltätige Segensbringerin, die unbeschwichtigt Sturm und hohe Wellen senden kann. Drei Klarstellungen sind wichtig: Halmang ist Jeju-Dialekt und meint eher Urmutter oder Ahnfrau. Sie ist Wind- und zugleich Meeres- und Fruchtbarkeitsgöttin. Und UNESCO-geschützt ist konkret das Chilmeoridang-Yeongdeunggut, nicht pauschal jedes Yeongdeung-gut.
Das Zentralritual ist das Yeongdeung-gut im zweiten Mondmonat, eine Bitte um ruhige See, Ernte und Fischfang. Das Jeju Chilmeoridang Yeongdeunggut wurde 2009 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen; es umfasst ein Willkommensritual und, zwei Wochen später, ein Abschiedsritual, den Empfang des Drachenkönigs Yongwang, ein Hirsekörner-Orakel und das Aussetzen eines Stroh-Bootes. Hauptträgerinnen des Rituals sind die Haenyeo, die Taucherinnen von Jeju.
Auf dem koreanischen Festland gibt es die Yeongdeung-halmeoni mit Wetterorakel-Bräuchen; im Jeju-Kontext ist die Göttin eng mit dem Drachenkönig Yongwang verknüpft, der im Yeongdeung-gut eigens empfangen wird. Als Wind- und Meeresgroßmutter steht sie den Wind-Großmüttern anderer Kulturen nahe, etwa der chinesischen Feng Po Po; aus dem Pazifikraum lässt sich die samoanische Windhüterin Fisaga vergleichen.
Wer ist Yeongdeung Halmang?
Die Wind- und Meeresgöttin von Jeju, eine Großmutter oder Ahnfrau, die im zweiten Mondmonat Fruchtbarkeit von Meer und Feld bringt.
Was ist das Yeongdeung-gut?
Ihr Zentralritual im zweiten Mondmonat, eine Bitte um ruhige See, Ernte und Fischfang; die Jeju-Form ist UNESCO-geschützt.
Wer trägt das Ritual?
Vor allem die Haenyeo, die Taucherinnen von Jeju, für deren Gemeinschaft die Göttin identitätsstiftend ist.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als koreanische Windgöttin und Großmutter Wind von Jeju verbindet Yeongdeung Halmang Wetter, Meer und Gemeinschaft: Ihr jährlicher Besuch im zweiten Mondmonat gibt der Insel bis heute einen rituellen Takt.
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