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Mari, Herrin der Erde und Dame von Anboto

Mari ist Göttin der baskischen Tradition.

Herrin der Erde und Berge, Wettermacherin vom Anboto.

GöttinBaskenland

Inhaltsverzeichnis

Mari, die Berggöttin der Basken
Mari

Mari, auch Anbotoko Mari, die Dame von Anboto, ist die zentrale weibliche Gottheit der baskischen Mythologie, Herrin der Erde und der Berge. Sie wohnt in Höhlen mehrerer Berge, vor allem des Anboto, ist Wettermacherin und belohnt Ehrlichkeit, während sie Lüge und Hochmut straft.

Dokumentiert ist Mari vor allem durch die Feldforschung von José Miguel de Barandiarán im 20. Jahrhundert; sie personifiziert die Erde und die Naturkräfte. Ihr Aufenthaltsort und ihre Reisen zwischen den Berghöhlen bestimmen Dürre, Regen oder Hagel.

Im Überblick: Mari

Typ: Zentrale weibliche Gottheit, Herrin der Erde und Berge, Wettermacherin
Herkunft: Baskische Mythologie, vorchristlich
Texte: mündliche Überlieferung, ethnografisch bei Barandiarán
Zeitraum: vorchristliche Wurzeln bis in die Gegenwart
Erscheinung: elegante Dame, auch Feuerkugel zwischen den Gipfeln

Quellenkontext

Zeitraum der Texte

Mündliche Überlieferung mit vorchristlichen Wurzeln; wissenschaftlich dokumentiert vor allem durch die Feldforschung José Miguel de Barandiaráns im 20. Jahrhundert.

Verbreitungsraum

Das Baskenland, besonders der Berg Anboto; daneben wechselt Mari turnusmäßig zwischen den Höhlen mehrerer Berge.

Quellenlage

Gut dokumentiert durch die Feldforschung des 20. Jahrhunderts, allen voran Barandiarán, dazu Caro Barojas Standardwerk über die Basken.

Name und Varianten

Baskisch: Mari, auch Mari Urraca; Anbotoko Mari bedeutet Mari vom Berg Anboto. Der Name ähnelt dem christlichen Maria, doch ist die Figur vorchristlich; die Namensgleichheit gilt eher als spätere Anlehnung.

Gestalt und Erscheinungsformen

Erscheinung

Mari ist wechselgestaltig: eine elegante Dame, aber auch eine Feuerkugel oder Feuersichel, die zwischen den Berggipfeln durch die Luft fliegt, teils mit tierischen Zügen wie Krallen oder Vogelfüßen. Ihre Wohnstätte ist die Höhle Mariren Koba nahe dem Gipfel des Anboto, doch wechselt sie turnusmäßig zwischen mehreren Berghöhlen.

Wirkung

Mari ist Herrin der Erde und Berge und Wettermacherin: Ihr Aufenthaltsort und ihre Reisen bestimmen Dürre, Regen oder Hagel; reist sie mit ihrem Partner, fällt Hagel. Sie belohnt Ehrlichkeit und bestraft Lüge, Diebstahl, Hochmut und das Nichteinhalten des Wortes.

Steckbrief: Mari

Die wichtigsten Aspekte der Berggöttin auf einen Blick.

Tradition

Zentrale Gottheit der baskischen Mythologie mit vorchristlichen Wurzeln, dokumentiert durch die Feldforschung des 20. Jahrhunderts.

Wirkungsgegenstand

Erde, Berge und Wetter sowie die menschliche Ordnung: Ehrlichkeit wird belohnt, Lüge, Diebstahl, Hochmut und Wortbruch werden bestraft.

Darstellung

Elegante Dame, zugleich Feuerkugel oder Feuersichel zwischen den Gipfeln, teils mit tierischen Zügen wie Krallen oder Vogelfüßen.

Wirkungsbereich

Das Wetter: Ihr Aufenthaltsort und ihre Reisen bestimmen Dürre, Regen oder Hagel; reist sie mit ihrem Partner, fällt Hagel.

Umgang

Verhaltensregeln beim Betreten ihrer Höhle: sie nicht duzen, nicht mit dem Rücken hinausgehen und Gaben bringen.

Verwandtes

Ihr Partner, das Schlangenwesen Sugaar, auch Maju genannt; motivisch die Erd- und Muttergöttinnen und die weiße Schlange.

Die Dame von Anboto in der baskischen Mythologie

Der Name Mari, auch Mari Urraca, ähnelt dem christlichen Maria, doch ist die Figur vorchristlich; die Namensgleichheit gilt eher als spätere Anlehnung. Anbotoko bedeutet vom Berg Anboto. Mari ist zentral in der baskischen Mythologie und personifiziert die Erde und die Naturkräfte.

Dokumentiert ist sie vor allem durch die Feldforschung von José Miguel de Barandiarán im 20. Jahrhundert. Zu ihrer Familie gehören der Partner Sugaar, auch Maju genannt, und die Söhne Atarrabi und Mikelats, die Gut und Böse verkörpern.

Rezeption und Einordnung

Mari ist eine Ikone baskischer Identität und Kultur und Gegenstand moderner Neopaganismus- und Regional-Rezeption.

Religionswissenschaftlich ist Mari grundsätzlich ordnungswahrend, aber gefährlich für Regelbrecher und mit realer Kontrolle über zerstörerisches Wetter. Wichtige Klarstellungen: Sie ist nicht mit der christlichen Jungfrau Maria gleichzusetzen, die Namensähnlichkeit ist wahrscheinlich sekundär; und Sugaar und Maju sind derselbe Partner unter verschiedenen Namen, nicht zwei Wesen.

Verhaltensregeln in der Höhle der Göttin

Einen antiken Tempelkult gibt es für Mari nicht; überliefert sind volkstümliche Verhaltensregeln beim Betreten ihrer Höhle: sie nicht duzen, nicht mit dem Rücken hinausgehen und Gaben bringen. Dokumentiert sind diese Regeln bei Barandiarán, nicht als organisierter Kult im antiken Sinn. Wer die Regeln bricht, hat die Göttin zu fürchten, denn Lüge, Hochmut und Wortbruch gehören zu den Vergehen, die Mari ahndet.

Sugaar, Söhne und Muttergöttinnen

Mari ist die Partnerin des Schlangenwesens Sugaar, auch Maju genannt; ihre Söhne Atarrabi und Mikelats verkörpern Gut und Böse. Motivisch ist sie den Erd- und Muttergöttinnen und der weißen Schlange verwandt; unter den Erdmüttern anderer Kulturen lässt sich die andine Pachamama vergleichen, unter den Bergfrauen die albanische Zana.

Häufige Fragen zu Mari

Wer ist Mari?

Die zentrale weibliche Gottheit der baskischen Mythologie, Herrin der Erde und Berge und Wettermacherin.

Wo wohnt sie?

In Höhlen mehrerer Berge, vor allem in der Höhle Mariren Koba am Anboto, zwischen denen sie wechselt.

Ist Mari dasselbe wie die Jungfrau Maria?

Nein. Die Figur ist vorchristlich; die Namensähnlichkeit ist wahrscheinlich sekundär.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Barandiarán, José Miguel de: Diccionario ilustrado de mitología vasca. Bilbao 1972.
  • Barandiarán, José Miguel de: Mitología vasca. Madrid 1960.
  • Caro Baroja, Julio: Los vascos. Madrid 1949.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als baskische Berggöttin und Dame von Anboto verkörpert Mari die Ordnung der alten baskischen Welt: Wer ehrlich bleibt und ihre Regeln achtet, steht auf der richtigen Seite der Herrin des Wetters.

Einordnung & Schutz

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Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe III zu – Belastende Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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