Der Kodama ist Geist der japanischen Tradition.
Die Seele alter Bäume, die als Bergecho antwortet. Die Stimme des Bergechos gilt vielen als Antwort des Kodama auf ihren Ruf. Kodama ist der japanische Baumgeist, und der Beitrag erläutert, wie sich diese Vorstellung auf einzelne Bäume bezieht.
Der Kodama ist der Geist eines alten Baumes in Japan, die Seele des Baumes. Das Fällen eines von einem Kodama bewohnten Baumes bringt Unglück; zugleich erklärt der Kodama das Bergecho, das als Antwort des Baumgeistes galt.
Als von einem Kodama bewohnt geltende Bäume werden mit dem heiligen Reisstroh-Seil, dem Shimenawa, markiert und nicht gefällt. Ikonografisch fixiert wurde der Kodama 1776, als Toriyama Sekien ihn an den Anfang seines Bildlexikons Gazu Hyakki Yagyo setzte.
Typ: Baumgeist, Seele alter Bäume, zugleich Erklärung des Bergechos
Herkunft: Japan, vormodern belegt
Texte: Gazu Hyakki Yagyo (1776) und die Yokai-Forschung
Zeitraum: vormodern bis Gegenwart
Erscheinung: meist unsichtbar, als Lichtkugel, Tier oder altes Paar
Vormodern belegt und 1776 ikonografisch fixiert, als Toriyama Sekien den Kodama an den Anfang seines Bildlexikons Gazu Hyakki Yagyo setzte.
Landesweit in Japan verbreitet, besonders in den Berg- und Waldregionen, wo alte Bäume und das Bergecho zum Alltag gehören.
Gut: Sekiens Bildlexikon von 1776, dessen kommentierte Ausgaben und die moderne Yokai-Forschung.
Japanisch: Mehrere Schreibungen sind belegt, mit den Zeichen für Baum und Seele oder Geist, modern überwiegend als Kodama, dazu eine Schreibung für das Echo. Die Grundbedeutung schwankt zwischen Baumseele und Echo; beide Aspekte sind traditionell verbunden.
Erscheinung
Kodama sind meist unsichtbar und nicht fest an einen Baum gebunden: Sie bewegen sich als Lichtkugel, seltsamer Laut oder Waldtier, bei Sekien erscheinen sie als altes Paar neben den Bäumen. Sie verkörpern die Beseeltheit alter Bäume und den Respekt vor dem Alter der Natur.
Wirkung
Der Kodama ist ein Erklärungsmodell für das verzögerte Bergecho, das als Antwort des Baumgeistes galt, und hat eine Schutzfunktion für Wald und alte Bäume. Fällt man einen Kodama-Baum, drohen Unglück und Fluch; es besteht die Vorstellung, dass beim Fällen sehr alter Bäume Blut hervortreten könne.
Die wichtigsten Aspekte des Baumgeistes auf einen Blick.
Klassischer Baumgeist im animistisch-shintoistischen Rahmen, an der Schnittstelle von Kami und Yokai.
Waldbesucher, Holzfäller und Dorfbewohner: Wer alte Bäume nutzt oder den Wald betritt, hat mit dem Kodama zu rechnen.
Meist unsichtbar; sichtbar als Lichtkugel, Waldtier oder, in Sekiens klassischer Ikonografie, als altes Paar neben den Bäumen.
Schutz alter Bäume durch Fäll-Tabu und Fluchglaube; zugleich traditionelle Erklärung des verzögerten Bergechos.
Bewohnte Bäume werden mit dem Shimenawa, dem heiligen Reisstroh-Seil, markiert und dürfen nicht gefällt werden.
Toriyama Sekien setzte den Kodama an den Anfang seines Bildlexikons Gazu Hyakki Yagyo von 1776. Seine Bildunterschrift besagt sinngemäß, dass sich in alten Bäumen ein göttlicher Geist einstelle; oft gedeutet als: Überschreitet ein Baum hundert Jahre, zieht ein göttlicher Geist ein und zeigt seine Gestalt.
Die belegten Schreibungen verbinden Baum und Seele oder Geist, eine weitere das Echo; die Grundbedeutung schwankt zwischen Baumseele und Echo, und genau diese Verbindung prägt die Gestalt. Das verzögerte Bergecho galt als Antwort des Baumgeistes, während der Kodama zugleich als Hüter des alten Baumes gedacht wurde, dessen Fällen Unglück bringt.
Weltweit bekannt wurde der Kodama durch Studio Ghiblis Prinzessin Mononoke von 1997, wo kleine, weiße, humanoide Wesen mit übergroßen Köpfen ein Zeichen für einen gesunden Wald sind. Diese Darstellung prägt das heutige Bild, weicht aber von der klassischen Ikonografie des alten Paares bei Sekien ab.
Religionswissenschaftlich ist der Kodama ein klassischer Baumgeist im animistisch-shintoistischen Rahmen, an der Schnittstelle von Kami und Yokai. Er veranschaulicht die shintoistische Vorstellung beseelter, ehrfurchtgebietender Naturobjekte.
Quellenfest ist die Praxis, als von einem Kodama bewohnt geltende Bäume mit dem heiligen Reisstroh-Seil, dem Shimenawa, zu markieren; sie dürfen nicht gefällt werden. Das Shimenawa kennzeichnet im Shinto heilige, mit einem Kami verbundene Objekte und schützt den Baum vor Abholzung. Wer das Tabu bricht, riskiert Unglück und Fluch; das Seil um den Stamm wirkt damit wie ein sichtbarer Schutzkreis um Baum und Geist.
Der Kodama entspricht sehr eng der griechischen Dryade, deren Leben an einen Baum gebunden ist und deren Fällen als Mord galt, außerdem dem indischen Yaksha und dem westafrikanischen Iroko-Mann; Fäll-Tabu und Fluchglaube sind kulturübergreifend. Innerhalb Japans ist der Yamabiko abzugrenzen: Er ist der eigenständige Echo-Yokai der Berge, während beim Kodama das Echo als Antwort der Baumseele gilt, der Geist also am Baum hängt, nicht am Widerhall.
In welchem Werk führt Toriyama Sekien den Kodama?
Im Gazu Hyakki Yagyo von 1776, zu dessen Anfang er steht.
Warum erklärt der Kodama das Bergecho?
Das verzögerte Echo galt als Antwort des Baumgeistes; eine Schreibung verbindet den Kodama direkt mit dem Echo.
Wie schützt man einen Kodama-Baum?
Indem man ihn mit einem Shimenawa-Seil markiert und nicht fällt; ein Verstoß bringt Unglück.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als japanischer Baumgeist ist der Kodama die Seele des Baumes im wörtlichen Sinn: ein stiller Bewohner der alten Stämme, der im Bergecho antwortet und dessen Seil um den Stamm bis heute Respekt gebietet.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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