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Kijimuna, die rothaarigen Fischerfreunde Okinawas

Die Kijimuna sind Geister der japanischen Tradition.

Rothaarige Baumgeister der Ryukyu-Inseln, Freunde der Fischer. Die rothaarigen Kijimuna gelten als treue Fischerfreunde der Ryukyu-Inseln.

GeisterJapan

Inhaltsverzeichnis

Kijimuna, Geist der japanischen Überlieferung
Kijimuna

Kijimuna sind rothaarige Baumgeister Okinawas, die in alten Banyan-Bäumen, den Gajumaru, wohnen. Kindsgroß, mit wildem leuchtend rotem Haar, großem Kopf und rötlicher Haut gehören sie zu den bekanntesten Gestalten der Ryukyu-Inseln.

Als geschickte Fischer können sie mit Menschen lebenslange Freundschaften schließen, gern im Tausch gegen eine gekochte Mahlzeit. Wer aber ihren Baum fällt oder daran Feuer entzündet, riskiert ihre Rache: Erzürnte Kijimuna können Wälder und Häuser in Brand setzen.

Im Überblick: Kijimuna

Typ: Baumgeister der Ryukyu-Inseln, ambivalente Naturwesen
Herkunft: Mündliche Ryukyu-Überlieferung, heute durch moderne Sammlungen dokumentiert
Texte: Regionale Sammlung und Ethnografie, ohne vormoderne Fixierung
Zeitraum: mündlich gewachsen bis Gegenwart
Erscheinung: kindsgroß, mit wildem leuchtend rotem Haar, großem Kopf und rötlicher Haut

Überlieferungskontext

Zeitraum der Texte

Rein mündlich gewachsene Inselfolklore ohne vormoderne Fixierung; die Belege stammen aus moderner regionaler Sammlung und Ethnografie.

Verbreitungsraum

Okinawa und die Ryukyu-Inseln: Dort gelten die alten Gajumaru-Bäume als Wohnsitz der Kijimuna und als spirituell kraftvoll.

Quellenlage

Mündlich überliefert und modern dokumentiert; Detailvarianten sind als Überlieferungsvarianten zu behandeln, eine vormoderne Primärliteratur gibt es nicht.

Name und Varianten

Okinawanisch: Der Name bedeutet wörtlich etwa Baumgeist oder Kind des Baumes. Nebennamen sind Bunagaya und Bungaya, die auf den großen Kopf der Wesen verweisen.

Erscheinung und Verhalten

Erscheinung

Die Kijimuna sind rothaarige, kindsgroße Waldwesen mit großem Kopf; rotes Haar und rötliche Haut sind ihr prägendes Merkmal. Als Bewohner uralter Gajumaru-Bäume verkörpern sie die Beseeltheit der subtropischen Wälder Okinawas.

Wirkung

Die Kijimuna sind ausgezeichnete Fischer und besonders auf Fischaugen erpicht, von denen sie oft nur eines essen. Sie helfen Fischern gern, gern im Tausch gegen eine gekochte Mahlzeit, und die Freundschaften können lebenslang halten. Baumfällung oder Feuer verärgert sie; erzürnte Kijimuna können Wälder und Häuser in Brand setzen. Sie fürchten und hassen den Oktopus und meiden Feuer und Rauch.

Steckbrief: Kijimuna

Die wichtigsten Aspekte der Baumgeister Okinawas auf einen Blick.

Kulturkontext

Baumgeister im animistischen Ryukyu-Glauben, in dem der Gajumaru als spirituell kraftvoll gilt; repräsentativ für die spirituelle Kraft der Bäume.

Bezogen auf

Vor allem Fischer und Dorfbewohner: Den einen helfen sie beim Fang, mit den anderen teilen sie Baum und Nachbarschaft.

Darstellung

Kindsgroße Gestalten mit wildem leuchtend rotem Haar, großem Kopf und rötlicher Haut, zu Hause in den Luftwurzeln alter Banyan-Bäume.

Wirkungsbereich

Fischfang-Hilfe und lebenslange Freundschaft bei gutem Umgang; Rache bis hin zu Bränden bei Baumfällung oder Feuer am Wohnbaum.

Umgang

Meidung von Provokation: den bewohnten Gajumaru nicht fällen, kein Feuer daran machen. Als Abwehrmittel gilt der Oktopus, den sie fürchten.

Pendants

Der festländische Baumgeist Kodama mit seinem Fäll-Tabu und der Kappa als kindsgroßes, ambivalentes Naturwesen.

Inselfolklore der Ryukyu

Der Name der Kijimuna ist okinawanisch und bedeutet wörtlich etwa Baumgeist oder Kind des Baumes; die Nebennamen Bunagaya und Bungaya verweisen auf den großen Kopf. Die Überlieferung ist rein mündlich gewachsene Inselfolklore ohne vormoderne Primärliteratur, anders als beim festländischen Kodama; die Belege stammen aus moderner regionaler Sammlung und Ethnografie.

Innerhalb des Ryukyu-Glaubens gelten die Kijimuna als repräsentativ für die spirituelle Kraft der Bäume: Der alte Gajumaru ist kein bloßes Gewächs, sondern ein beseelter Ort, an dem Mensch und Geist einander begegnen können, im Guten wie im Bösen.

Rezeption und Einordnung

Die Kijimuna sind ein fester Bestandteil der Okinawa-Kultur und des Tourismus: als Maskottchen, in lokaler Kunst und bei Festen, zusätzlich populär durch GeGeGe no Kitaro. Sie sind ein sympathisches Symbol für Okinawas Natur und Inselidentität.

Religionswissenschaftlich sind die Kijimuna Baumgeister im animistischen Ryukyu-Glaubenssystem, in dem der Gajumaru als spirituell kraftvoll gilt. Sie sind ambivalente Naturwesen zwischen Helfer und Racheträger. Wichtig ist die Klarstellung, dass die Ryukyu-Kultur eigenständig und nicht identisch mit der japanischen Festlandtradition ist.

Respektgebot statt Ritual

Zentral im Umgang mit den Kijimuna ist die Meidung von Provokation: Man fällt den bewohnten Gajumaru-Baum nicht und macht kein Feuer daran. Als traditionelles Abwehrmittel gilt der Oktopus, den die Kijimuna fürchten und hassen. Ein formalisierter Kult wie das Shimenawa-Seil beim Kodama ist nicht in gleicher Weise belegt; im Vordergrund stehen das Meidungs- und Respektgebot und die Pflege des guten Verhältnisses, etwa durch gekochte Mahlzeiten für die fischenden Helfer.

Baumgeister und Kobolde im Vergleich

Die Kijimuna entsprechen dem festländischen Baumgeist Kodama mit seinem Fäll-Tabu und berühren sich mit dem Kappa, einem ebenfalls kindsgroßen, ambivalenten Naturwesen mit festen Vorlieben und Abneigungen. Verwandt sind europäische Kobolde und skandinavische Naturwesen, die bei gutem Umgang helfen und bei Kränkung schaden.

Häufige Fragen zu den Kijimuna

Wo leben Kijimuna?

In alten Gajumaru- oder Banyan-Bäumen auf Okinawa und den Ryukyu-Inseln.

Sind Kijimuna gefährlich?

In der Regel nicht, solange man sie nicht kränkt; sie können lebenslange Freunde und Fischfang-Helfer sein. Baumfällung oder Feuer riskiert Rache bis hin zu Bränden.

Was mögen und fürchten sie?

Sie lieben Fischaugen und gekochte Mahlzeiten; sie fürchten und hassen den Oktopus und meiden Feuer und Rauch.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

  • Japan – alle Wesen der japanischen Tradition
  • Kodama – der Baumgeist des Festlands mit Fäll-Tabu
  • Kappa – kindsgroßes Naturwesen mit festen Vorlieben
  • Amulett, Räuchern, Salz – überlieferte Schutzmittel
  • Schutz-Kompass – Schutzmittel im Überblick

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Foster, Michael Dylan: The Book of Yokai. Berkeley 2015.
  • Foster, Michael Dylan: Pandemonium and Parade. Japanese Monsters and the Culture of Yokai. Berkeley 2009.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als Okinawa Baumgeist und rothaariger Kobold Ryukyus verbindet der Kijimuna die Beseeltheit der alten Gajumaru-Bäume mit dem Alltag der Fischer: ein Nachbar aus dem Baum, der Freund oder Racheträger sein kann.

Einordnung & Schutz

IISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe II zu – Spürbare Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

Im Schutz-Kompass vergleichen →

Empfohlene Schutzmittel

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