Die Ala ist Dämonin der südslawischen Tradition.
Die Hagelwolke, die Ernten zerstört und Sonne und Mond verschlingt. Der Steckbrief würdigt sie als Hageldämonin des Balkans. Als Sturm- und Hageldämon der Südslawen wird die Ala schon im Titel vorgestellt.
Die Ala, bulgarisch Hala, ist im südslawischen Volksglauben eine Sturm- und Hageldämonin. Sie führt Hagel- und Gewitterwolken über die Felder, zerstört die Ernte und verschlingt Sonne und Mond, womit die Überlieferung Finsternisse erklärt.
Ihr Gegenspieler ist der gute Drache, der zmaj, der Beschützer der Ernte; sein Kampf gegen die Ala deutet Donner und Blitz. In der christianisierten Fassung übernimmt der Heilige Elias die Rolle des Drachen. Verbreitet ist die Gestalt in Serbien, Bulgarien und Nordmazedonien.
Typ: Sturm- und Hageldämonin, Wetter- und Fressdämon
Herkunft: Südslawischer Volksglaube
Texte: Ethnografische Sammlungen von Zečević, Radenković und Georgieva
Zeitraum: ethnografisch dokumentiert im 19. und 20. Jahrhundert
Erscheinung: schwarzer Wirbelsturm oder mehrköpfiges Schlangenwesen
Die Ala gehört dem südslawischen Volksglauben an; die maßgebliche Dokumentation stammt aus der Ethnografie des 19. und 20. Jahrhunderts.
Serbien, Bulgarien und Nordmazedonien. Die Ala ist nicht panslawisch, sondern auf diesen südslawischen Raum begrenzt.
Gut belegt: die Arbeiten von Slobodan Zečević, Ljubinko Radenković und Ivanichka Georgieva bilden das Fundament der Forschung.
Südslawisch: ala, bulgarisch hala. Die Etymologie ist strittig: Die verbreitete türkische Ableitung von ala, Schlange, ist widerlegt, da die Urform ein anlautendes h hatte. Bevorzugt werden griechisch chálaza, Hagel, oder urslawisch xala, das Wüten der Elemente.
Erscheinung
Die Ala ist vage und regional stark variabel: als schwarzer Wirbelsturm, riesiges mehrköpfiges Schlangenwesen, Drachin, Schlangenleib mit Pferdekopf oder als Rabe; in Bulgarien geflügelt mit schwertartigem Schwanz. Diese Vielfalt gilt als Beleg für ihren synkretistischen Ursprung.
Wirkung
Die Ala führt Hagel- und Gewitterwolken über die Felder, zerstört und trinkt die Ernte und trägt sie in andere Dörfer. Sie ist extrem gefräßig, frisst Kinder und verschlingt Sonne und Mond, was Finsternisse verursacht; gelänge es ihr ganz, wäre es das Weltende. Sie kann zudem in Menschen fahren.
Die wichtigsten Aspekte der Hageldämonin auf einen Blick.
Südslawischer Wetterdämon, nach Zečević eine Synthese eines slawischen Schlechtwetter-Dämons mit einem vorslawisch-balkanischen Dämon.
Felder, Ernte und Himmelserscheinungen: Die Ala vernichtet das Korn und bedroht Sonne und Mond, deren Verfinsterung ihr zugeschrieben wird.
Schwarzer Wirbelsturm, mehrköpfiges Schlangenwesen, Drachin, Schlangenleib mit Pferdekopf oder Rabe; in Bulgarien geflügelt mit schwertartigem Schwanz.
Hagel und Unwetter, Erntevernichtung, Finsternisse; dazu die Fähigkeit, in Menschen zu fahren.
Abwehrtisch mit Brot, Salz, schwarzschäftigem Messer und Axt; Abwehrsprüche gegen die Wolke; bei Finsternis Gewehrschüsse und Glockenläuten.
Der gute Drache zmaj als Erzfeind, verwandt sind aždaja, Lamia und die rumänische vlva; auf polnischer Seite die Wietrzyca.
Schon der Name führt in die Forschungsdebatte: Die lange populäre türkische Herleitung von ala, Schlange, ist widerlegt, weil die Urform ein anlautendes h besaß. Bevorzugt werden heute griechisch chálaza, Hagel, oder urslawisch xala, das Wüten der Elemente. Belegt ist die Ala bei Slobodan Zečević, Ljubinko Radenković und Ivanichka Georgieva.
Zečević deutet die Gestalt als Synthese eines slawischen Schlechtwetter-Dämons mit einem vorslawisch-balkanischen Dämon; die auffällige Vielfalt ihrer Erscheinungsformen gilt als Beleg für diesen synkretistischen Ursprung. Fest gefügt ist dagegen ihre Rolle im Wetterkampf: Der gute Drache zmaj verteidigt die Ernte gegen sie, und sein Ringen mit der Ala erklärt Donner und Blitz. In der christianisierten Fassung tritt der Heilige Elias an die Stelle des Drachen; daneben führen die Drachenmenschen, die aloviti oder zmajeviti ljudi, den Kampf.
Die Redewendungen stark wie eine Ala und gefräßig, alav, leben in der Alltagssprache fort. Die Ala ist in slawisch inspirierter Fantasy und in Folklore-Blogs präsent; ein Relief am Kloster Visoki Dečani zeigt einen Adler, der eine Ala packt.
Religionswissenschaftlich ist die Ala ein Musterbeispiel für den zerstörerischen Wetterdämon, der Ernte, Sonne und Mond bedroht. Drei Klarstellungen: Die türkische Etymologie ist widerlegt. Die Ala ist der bösartige Wetterdämon, der Drache ihr wohlwollender Gegenspieler. Und sie ist nicht panslawisch, sondern serbisch-bulgarisch-mazedonisch begrenzt.
Bei nahenden Hagelwolken stellte man einen Tisch mit Brot, Salz, einem schwarzschäftigen Messer und einer Axt mit der Schneide himmelwärts vors Haus. Abwehrsprüche wurden von einer Zauberkundigen direkt gegen die Wolke gesprochen. Verschlang die Ala Sonne oder Mond, vertrieb man sie mit Gewehrschüssen, Glockenläuten und Beschwörungen: Der Lärm des Dorfes stand gegen die Fresserin am Himmel.
Der Erzfeind der Ala ist der gute Drache zmaj, der Beschützer der Ernte; christianisiert übernimmt der Heilige Elias die Drachenrolle. Verwandt sind die aždaja, die Lamia und die rumänische vlva. Der Ala-Kampf läuft auch über die Drachenmenschen, die aloviti oder zmajeviti ljudi, worin sie dem Zduhać ähneln. Als schädigender Sturmwind steht ihr die polnische Wietrzyca nahe; unter den griechischen Winden gilt Kaikias als verwandte Gestalt.
Was ist die Ala?
Ein südslawischer Sturm- und Hageldämon, der Ernten zerstört und Sonne und Mond verschlingt, was Finsternisse erklärt.
Wer bekämpft sie?
Der gute Drache zmaj und, christianisiert, der Heilige Elias, dazu die Drachenmenschen, die aloviti oder zmajeviti ljudi.
Stimmt die türkische Etymologie?
Nein. Die Ableitung von türkisch ala, Schlange, ist wegen des ursprünglichen anlautenden h widerlegt; bevorzugt werden chálaza, Hagel, oder urslawisch xala.
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als südslawischer Wetterdämon vereint die Ala zwei Schreckensrollen in einer Gestalt, Hagelbringer und Finsternis: Sie nimmt dem Dorf die Ernte vom Feld und dem Himmel das Licht, und genau gegen diese doppelte Bedrohung richtete sich die überlieferte Abwehr.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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