Egungun ist Geist der Yoruba-Überlieferung.
Die Maskerade der Toten segnet, wer den Ahnen Achtung zollt.
Egungun sind die verkörperten Ahnengeister der Yoruba, die bei den jährlichen Maskeraden in kunstvoll geschichteten Stoffkostümen zu ihren Familien zurückkehren. Sie segnen die Nachkommen, vermitteln Weisheit und sprechen Recht, mitunter auch über Könige.
Der Name egúngún wird als die kollektiven Toten oder als die verhüllten Kräfte gedeutet; ein weiterer Name, Ará Orun, bezeichnet sie als die Bewohner der Geisterwelt. Anders als die gefürchteten Totengeister dieser Sammlung sind die Egungun ein verehrter, wohlwollender Ahnenkult: gelebte Religion, keine Gefahr.
Getragen werden die Kostüme ausschließlich von Männern initiierter Linien, während Frauen mit Preisgesängen, Gebeten und Opfergaben zum Fest beitragen. Ein Familienältester leitet die Riten der jährlichen Rückkehr.
Typ: verkörperte Ahnengeister, erscheinend als maskierte Tänzer
Herkunft: Yoruba-Religion und ihre institutionalisierte Ahnenverehrung
Texte: sehr gut dokumentiert, unter anderem im Ifa-Korpus und in kunsthistorischer Forschung
Zeitraum: historisch verwurzelt, bis heute lebendige Praxis
Erscheinung: maskierte, vollständig verhüllte Tänzer in kunstvoll geschichteten Stoffkostümen
Die Egungun-Tradition ist sehr gut dokumentiert und eine bis heute lebendige Praxis; der Ifa-Korpus überliefert zudem, dass ursprünglich Frauen den Kult kontrolliert haben sollen.
Das Yorubaland sowie die Diaspora in Brasilien und Kuba, wo die Maskeraden bis heute Teil der afro-atlantischen Religionen sind.
Sehr gut: eine breite kunsthistorische und religionswissenschaftliche Forschung, dokumentiert unter anderem in African Arts, dazu große Museumssammlungen wie die des Brooklyn Museum.
Yoruba: Der Name egúngún wird als die kollektiven Toten oder als die verhüllten Kräfte gedeutet. Ein weiterer Name, Ará Orun, bezeichnet sie als die Bewohner der Geisterwelt, jene Ahnen, die aus Orun zu Besuch kommen.
Erscheinung
Das Kostüm hat eine doppelte Funktion: Durch die vollständige Verhüllung des Trägers wird der Ahnengeist offenbart. Die innerste Schicht aus indigo-weißem Streifenstoff gleicht dem Totentuch, darüber liegen vielfarbige Stofflappen, Stickerei, Muscheln, Perlen und Amulette mit schützender Wirkkraft. Aufwendige Kleidung signalisiert Status und Ahnenmacht.
Wirkung
Durch Trommeln und Tanz gelten die Träger als von den Ahnengeistern besessen und manifestieren sie leibhaftig. Beim Wirbeltanz erzeugen die fliegenden Lappen eine Segensbrise. Die Maskeraden ziehen zu den Familiengehöften, um Nachkommen zu segnen oder zu strafen, und reinigen die Gemeinschaft, indem sie ethisches wie unethisches Verhalten seit dem letzten Besuch vorführen.
Die wichtigsten Aspekte des Ahnenkults auf einen Blick.
Zentraler Bestandteil der Yoruba-Religion und ihrer Ahnenverehrung, verankert im Ifa-Korpus und in der Verwaltung durch Familien und Priester.
Nachkommen, Familien und die Gemeinschaft, denen die Ahnen bei ihrer jährlichen Rückkehr Segen, Weisheit und Recht bringen.
Vollständig verhüllte Tänzer in kunstvoll geschichteten, vielfarbigen Stoffkostümen mit Muscheln, Perlen und Amuletten.
Segen und Rechtsprechung: Die Ahnen loben ethisches Verhalten, rügen Fehltritte und werben selbst bei Königen um Gehör.
Jährliche Feste mit Maskeraden, Opfergaben und Preisgesängen, geleitet von einem Familienältesten und begleitet von Ifa-Divination.
Der simbabwische Ngozi als weiterer afrikanischer Ahnen- und Rachegeist, der chinesische Ahnenkult im You-hun-ye-gui, dazu der Igbo-Ogbanje als benachbartes westafrikanisches Geistwesen.
Der Name egúngún wird als die kollektiven Toten oder als die verhüllten Kräfte gedeutet; ein weiterer Name, Ará Orun, nennt sie die Bewohner der Geisterwelt. Die Egungun gehören zur Yoruba-Religion und ihrer Ahnenverehrung: Die Ahnen haben die Aufgabe, die Lebenden zur Einhaltung der ethischen Standards vergangener Generationen anzuhalten.
Nach dem Ifa-Korpus sollen ursprünglich Frauen den Egungun-Kult kontrolliert haben, bevor er zu der heute bekannten, von Männern getragenen Maskerade wurde. Ifa-Divination bestimmt bis heute, welcher Ahne bei einem Fest verehrt wird, und ein Familienältester leitet die Riten, während die Herstellung der Kostüme ein Gemeinschaftswerk von Priester, Schneider, Kräuterkundigem und Familie bleibt.
Die Egungun prägen die afro-brasilianischen und afro-karibischen Religionen wie Candomblé und Santería, in denen die Ahnenverehrung der Diaspora fortlebt. Ihre Kostüme sind museal breit vertreten, unter anderem im Art Institute of Chicago und im Brooklyn Museum.
Religionswissenschaftlich sind die Egungun ein Paradebeispiel institutionalisierter Ahnenverehrung: Die Toten bleiben moralische Instanz der Lebenden, und die Maskerade schafft den rituellen Rahmen für die zeitweilige Rückkehr der Ahnen. Anders als die übrigen Wesen dieser Sammlung sind die Egungun kein Gefahrenwesen, sondern gelebte, positiv besetzte Religion.
Bei den Egungun geht es nicht um Abwehr, sondern um Verehrung: jährliche Feste mit Maskeraden, Opfergaben und Preisgesängen sowie die Divination durch Ifa, die entscheidet, welcher Ahne verehrt wird. Das am Kostüm getragene Amulett gilt als schützende Wirkkraft der Ahnen. Auch das Räuchern gehört neben den Opfergaben zur Verehrung, und Beifuß steht für die Heilkräuter, die der Kräuterkundige zur Herstellung des Kostüms beisteuert. Die Pflege und Erneuerung der Kostüme ist ein Gemeinschaftswerk von Priester, Schneider, Kräuterkundigem und Familie.
Die Egungun entsprechen der weltweiten Ahnenverehrung. Namentlich vergleichbar sind die chinesischen versorgten Ahnen, die regelmäßig mit Opfergaben bedacht werden, und die japanischen Ahnenriten; das Motiv der maskierten Rückkehr der Toten findet sich auch in anderen westafrikanischen Maskenkulturen. Näher verwandt sind der simbabwische Ngozi und die chinesischen Rachegeister im You-hun-ye-gui, während der Igbo-Ogbanje als benachbartes westafrikanisches Geistwesen einem ganz anderen Motiv folgt, dem des immer wiederkehrenden sterbenden Kindes.
Sind Egungun gefährliche Geister?
Nein. Es sind verehrte Ahnengeister, die segnen und Recht sprechen; die Maskerade ist gelebte religiöse Praxis, kein Gefahrenwesen.
Wer darf die Maske tragen?
Nur Männer initiierter Linien; Frauen tragen mit Gesängen, Gebeten und Opfergaben zum Fest bei.
Was bedeutet die Segensbrise?
Der beim Wirbeltanz vom Kostüm erzeugte Luftzug gilt als Segen der Ahnen.
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als Yoruba-Ahnengeister verkörpert Egungun einen lebendigen Ahnenkult, dessen Maskerade der Toten nicht Furcht, sondern Segen und Weisheit in die Familien der Yoruba trägt.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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Das einfachste Schutzmittel dieser Sammlung: 41 Schichten aus Echtgold 999, Platin, Silber und Silizium, gefertigt in Ruhla/Thüringen. Muss nicht aktiviert werden, ist an keine Person gebunden und wirkt im Umkreis von rund 50 Metern, auch ohne getragen zu werden.
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