Ubume ist Geist der japanischen Überlieferung.
Sie bittet Passanten, ihr immer schwereres Kind zu halten. Die Überlieferung beschreibt die Mutter mit dem immer schwereren Kind. Ubume gilt als Geist einer verstorbenen Mutter der japanischen Überlieferung.
Ubume ist der Geist einer Frau, die in oder kurz nach der Geburt starb, wörtlich die Gebärende oder Wöchnerin. An Wegen und Flussufern erscheint sie mit einem Säugling im Arm und bittet nächtliche Passanten, das Kind kurz zu halten.
Im Vordergrund steht dabei nicht Rache, sondern Trauer um eine Mutterschaft, die der Tod nicht vollenden ließ.
Typ: Geist einer im Kindbett gestorbenen Frau
Herkunft: Alte japanische Überlieferung, Erzählungen seit dem 11. Jahrhundert
Texte: Konjaku Monogatari, Wakan Sansai Zue, Toriyama Sekiens Gazu Hyakki Yagyo
Zeitraum: 11. Jahrhundert bis heute, als Yokai bebildert in der Edo-Zeit
Erscheinung: Frau mit blutigem Lendentuch und weinendem Säugling im Arm
Alte Überlieferung: Erzählungen sind seit dem 11. Jahrhundert bezeugt, als Yokai wurde die Ubume in der Edo-Zeit bebildert.
Landesweit in Japan verbreitet, mit vielen regionalen Varianten der Erzählung.
Gut: Von Konjaku Monogatari über Edo-zeitliche Enzyklopädien bis zu Toriyama Sekiens Bildwerk reicht die Überlieferung.
Japanisch: ubu oder umu bedeutet gebären, me Frau: Ubume ist die Gebärende oder Wöchnerin. Eine alternative Schreibung des Namens stammt aus der chinesischen Vogel-Dämon-Tradition.
Erscheinung
Die Ubume erscheint oft mit blutigem Lendentuch und weinendem Säugling, häufig an Flussufern mit Bezug zum buddhistischen Sai no Kawara, dem Kinder-Totenfluss. Sie symbolisiert die unerfüllte Mutterschaft und die doppelte Tragik von Mutter und Kind.
Wirkung
Sie bittet Passanten, ihr Kind kurz zu halten. Das Bündel wird zunehmend schwer, manchmal zu Stein. Wer standhält, wird in einigen Fassungen mit übermenschlicher Kraft belohnt, wer flieht, wird verfolgt.
Die wichtigsten Aspekte des Trauergeists auf einen Blick.
Alte Erzählgestalt der japanischen Volksüberlieferung, seit dem Konjaku Monogatari des 11. Jahrhunderts bezeugt und in der Edo-Zeit als Yokai bebildert.
Einzelne nächtliche Passanten an Wegen und Flussufern, denen die Ubume ihr Kind entgegenhält.
Frau mit blutigem Lendentuch und weinendem Säugling, oft an Flussufern nahe dem buddhistischen Kinder-Totenfluss Sai no Kawara.
Das Bündel in ihren Armen wird zunehmend schwer, manchmal zu Stein; Standhalten gilt in mehreren Fassungen als segenbringend.
Buddhistische Totenriten und das Mizuko-kuyo für Mutter und Kind, dazu regionale Sonderbestattungsbräuche für im Kindbett Gestorbene.
Der Name Ubume verbindet ubu oder umu, gebären, und me, Frau, und bedeutet Gebärende oder Wöchnerin; eine alternative Schreibung stammt aus der chinesischen Vogel-Dämon-Tradition. Verwandte Erzählungen finden sich bereits im Konjaku Monogatari des 11. Jahrhunderts.
In der Edo-Zeit griffen Werke wie das Wakan Sansai Zue den Stoff auf, und Toriyama Sekien bildete die Ubume in seinem Gazu Hyakki Yagyo im späten 18. Jahrhundert ab. Erfunden hat er sie damit nicht: Die Überlieferung reicht deutlich weiter zurück, doch sein Bildwerk trug entscheidend zur festen Yokai-Gestalt bei.
Die Ubume ist prominent in Kyogoku Natsuhikos Roman Sommer der Ubume von 1994 und dessen Verfilmung und fester Bestandteil von Yokai-Enzyklopädien, Manga und Horror. Sie verbindet klassische Volksüberlieferung mit moderner Populärkultur.
Religionswissenschaftlich verknüpft die Ubume die unversorgten Toten mit den besonderen Ängsten um Geburt und Kindstod. Sie steht für die kulturelle Sorge um Frauen, die im rituellen Sinn unrein und ohne abgeschlossene Mutterrolle starben, und gilt weniger als Rache- denn als Trauer- und Fürsorgegeist.
Quellenfest sind buddhistische Totenriten für Mutter und Kind, dazu im weiteren Sinn das Mizuko-kuyo, der Gedenkritus für verstorbene und ungeborene Kinder, sowie regional bezeugte Sonderbestattungsbräuche für im Kindbett gestorbene Frauen. Geweihtes Wasser, Räucherwerk und das Licht der Kerze gehören zum Gedenken an Mutter und Kind. In mehreren Fassungen der Erzählung gilt zudem das Standhalten und das bewusste Annehmen des Kindes, also Mitgefühl statt Flucht, als richtige und sogar segenbringende Reaktion.
Mit Onryo und Goryo bildet die Ubume ein Trio der Trauer- und Rachegeister und ist deren Trauer-Variante: keine Vergeltung, sondern unerfüllte Mutterschaft steht im Zentrum. Außerhalb Japans entsprechen ihr die mexikanische La Llorona, die Weinende, die europäische White Lady, die südostasiatische Pontianak und die philippinische Tiyanak, das Geisterkind.
Ist die Ubume rachsüchtig?
Meist nicht: Im Vordergrund steht Trauer, sie bittet lediglich darum, ihr Kind kurz zu halten.
Was tut man, wenn sie das Kind reicht?
In vielen Fassungen soll man es annehmen und standhalten, was Segen bringt; Flucht kann Verfolgung auslösen.
Hat Toriyama Sekien die Ubume erfunden?
Nein, die Überlieferung reicht viel weiter zurück, bis ins 11. Jahrhundert; er hat sie jedoch prägend bebildert.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als Geist der Wöchnerin bleibt die Ubume ein japanischer Muttergeist im wörtlichsten Sinn: keine Rächerin, sondern eine Mutter, die noch im Tod um ihr Kind bittet.
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