Chantico ist Göttin der aztekischen Tradition.
Herrin von Herd und Vulkan, streng gegen den Tabubruch.
Chantico ist die aztekische Göttin des Herdfeuers und der Vulkane. Als weibliche Herrin des häuslichen Feuers wärmt und nährt sie den Haushalt; zugleich wurde sie mit den vulkanischen Feuern und mit den Goldschmieden verbunden.
Ihr Zentrum war Xochimilco, ihre Farbe das Rot, ihr Kennzeichen die Kriegerkrone aus Adlerfedern. Ein bekannter Mythos erzählt, wie sie während eines Fastens ein Speisetabu brach und dafür bestraft wurde; diese Erzählung machte sie zum warnenden Beispiel für die Einhaltung ritueller Regeln.
Typ: Herd- und Feuergöttin, zugleich Vulkangottheit
Herkunft: Aztekisches Zentralmexiko, Zentrum in Xochimilco
Texte: Bildcodices und wenige Textstellen
Zeitraum: aztekische Klassik bis frühkoloniale Bildcodices
Erscheinung: Göttin mit Kriegerkrone aus Adlerfedern und roter Bemalung
Die Belege reichen von der aztekischen Klassik bis in die frühkolonialen Bildcodices, in denen die Göttin bildlich festgehalten wurde.
Zentralmexiko, besonders Xochimilco: Dort lag das Kultzentrum der Göttin im südlichen Becken von Mexiko.
Mäßig: Die Grundlage bilden Codex-Bildquellen und wenige Textstellen; zusammenhängende Textquellen wie bei den großen aztekischen Gottheiten fehlen.
Nahuatl: Der Name Chantico wird gedeutet als die im Haus wohnt, zu chantli, Haus. Die Deutung passt zu ihrer Rolle als Herrin des häuslichen Feuers, das im Zentrum jeder Wohnstätte brannte.
Erscheinung
Chantico trägt eine Krone aus Adlerfedern und rote Körperbemalung; zu ihren Attributen gehören Kriegerinsignien, ein Schlangenschwanz und die Nähe zum Feuer. Verbunden wird sie mit der Farbe Rot und mit Schärfe, auch der Schärfe von Chili.
Wirkung
Als Herdgöttin wärmt und nährt sie den Haushalt; als Vulkangöttin steht sie für das zerstörerische Feuer. Ihr Mythos betont die Gefahr des Tabubruchs: Die Göttin, die über das Herdfeuer wacht, wacht zugleich über die rituelle Ordnung.
Die wichtigsten Aspekte der Herdgöttin auf einen Blick.
Aztekische Göttin mit Zentrum in Xochimilco; überwiegend weiblich überliefert, gelegentlich als weibliches Gegenstück oder Aspekt Xiuhtecuhtlis gedeutet.
Das häusliche Herdfeuer, die Vulkane und die Goldschmiede: Haushalt und Handwerk standen gleichermaßen unter ihrer Aufsicht.
Göttin mit Kriegerkrone aus Adlerfedern und roter Körperbemalung, dazu Kriegerinsignien und ein Schlangenschwanz als Attribute.
Wärmende und nährende Herrin des Haushalts, zugleich Trägerin des zerstörerischen Vulkanfeuers und Wächterin ritueller Speisegebote.
Herdopfer und Räucherwerk gehörten wie bei Xiuhtecuhtli zu ihrem häuslichen Kult; ihr Verwandlungsmythos diente als warnendes Beispiel.
Weibliches Gegenstück zu Xiuhtecuhtli: Er ist Herr von Zeit und Weltzentrum, sie Herrin des Hauses, der Vulkane und der Goldschmiede.
Der Name Chantico wird als die im Haus wohnt gedeutet, zu Nahuatl chantli, Haus. Die Göttin ist überwiegend weiblich überliefert, gilt aber gelegentlich als weibliches Gegenstück oder Aspekt Xiuhtecuhtlis, des alten Feuergottes. Ihr Kultzentrum war Xochimilco im Süden des Beckens von Mexiko.
Die Quellen sind vor allem Bildcodices; zusammenhängende Texte zu Chantico sind selten. Gerade darin liegt für die Forschung ihr Wert: Sie zeigt, wie die aztekische Religion das Feuer doppelt besetzte, mit einem männlichen Herrn des Zentrums und einer weiblichen Herrin des Hauses, die beide denselben Herd teilen und sich doch klar unterscheiden.
Chantico ist außerhalb der Fachwelt wenig bekannt, gilt aber in der Mesoamerikanistik als aufschlussreiches Beispiel für eine weibliche Feuer- und Herdgottheit mit strafendem Mythos.
Religionswissenschaftlich verbindet Chantico häusliche Herdwärme mit vulkanischer Zerstörung und mit ritueller Tabuwahrung. Ihr Verwandlungsmythos zeigt, wie Feuergottheiten zugleich Ordnung und Strafe verkörpern. Zur Quellenlage gehört die Klarstellung, dass zu Chantico weniger zusammenhängende Textquellen existieren als zu den großen aztekischen Gottheiten; vieles beruht auf Bildcodices.
Überliefert ist der Mythos, dass Chantico während eines Fastens Paprika, roten Fisch oder Chili aß und damit ein Fastentabu brach, worauf sie zur Strafe in einen Hund verwandelt wurde. Diese Erzählung diente als warnendes Beispiel für die Einhaltung ritueller Speisegebote. Zum häuslichen Kult der Göttin gehörten Herdopfer und Räucherwerk, wie sie auch für Xiuhtecuhtli üblich waren: Das Herdfeuer war der Ort, an dem der Haushalt der Göttin täglich begegnete.
Als Herd- und Feuergöttin entspricht Chantico der griechischen Hestia und der römischen Vesta; als Vulkangottheit steht sie dem römischen Vulcanus nahe. Innerhalb der aztekischen Religion ist sie das weibliche Gegenstück zu Xiuhtecuhtli, dem alten Feuergott, dessen Zuständigkeit über den Herd hinaus auf Zeit und Weltzentrum reicht.
Ist Chantico weiblich?
Sie ist überwiegend als Göttin überliefert, gilt aber gelegentlich als weiblicher Aspekt oder Gegenstück Xiuhtecuhtlis.
Was bedeutet ihr Mythos vom Tabubruch?
Sie brach während eines Fastens ein Speisegebot und wurde zur Strafe verwandelt; die Erzählung mahnt zur Einhaltung ritueller Regeln.
Wofür war Chantico zuständig?
Für das häusliche Herdfeuer, die Vulkane und die Goldschmiede.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als aztekische Feuergöttin und Göttin des Herdfeuers steht Chantico für die doppelte Natur der Flamme: Sie wärmt das Haus und straft den Tabubruch, und beides gehört in ihrer Überlieferung untrennbar zusammen.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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