Almas, der Waldmensch von Kaukasus und Altai
Von Ralf Ittermann · zuletzt geprüft am
Der Almas ist ein Geist der mongolischen und zentralasiatischen Überlieferung.
Der wilde, behaarte Waldmensch der Bergfolklore.
Almas, kaukasisch Almasty, ist ein wilder, behaarter Waldmensch der Folklore des Kaukasus, Altai und Zentralasiens. Er ist kryptozoologisch mit dem Yeti verwandt; drei Ebenen sind zu trennen: die Folklore, die Kryptozoologie und die Abgrenzung von der anderen Figur Albasty.
In der Folklore ist der Almas meist ein scheuer Waldbewohner, gelegentlich mit Diebstahl oder Übergriffen verbunden; er ist ambivalent, kein systematischer Menschenfeind. Ein Kult besteht nicht, und als Kryptid ist er real nicht existent: Almas ist eine reine Sagen- und Erzählfigur. Das ist ehrlich festzuhalten.
Typ: Wilder Waldmensch der Bergfolklore
Herkunft: Kaukasus, Altai, Zentralasien, Tian Shan, Pamir
Texte: Folklore-Überlieferung, Kryptozoologie seit den 1960er Jahren
Zeitraum: Folklore, moderne Kryptozoologie seit den 1960er Jahren
Erscheinung: großer, behaarter, menschenähnlicher Wilder
Überlieferungskontext
Zeitraum der Texte
Die Gestalt gehört der Folklore an, ohne feste Textperiode. Die moderne Kryptozoologie greift sie seit den 1960er Jahren auf.
Verbreitungsraum
Kaukasus, Altai und Zentralasien bis zum Tian Shan und Pamir: die Bergwälder und Hochregionen zwischen Steppe und Gebirge.
Quellenlage
Als Folklore ist der Almas gut belegt; ein wissenschaftlicher Beleg für ein reales Wesen fehlt dagegen vollständig.
Name und Varianten
Mongolisch und zentralasiatisch: almas, kaukasisch almasty; die Herleitung des Namens ist umstritten. Wichtig zur Abgrenzung: Almasty ist nicht dasselbe wie Albasty, ein weiblicher Geburts- und Wasserdämon der Turkvölker. Die lautliche Nähe hat beide Gestalten teils verschmolzen, funktional sind es zwei verschiedene Wesen.
Wesen und Wirkung
Erscheinung
Almas wird als groß, aufrecht und dicht rotbraun oder dunkel behaart beschrieben, mit menschenähnlichem Gesicht, fliehender Stirn und flacher Nase. Er gilt als scheu, sprachlos und ohne Werkzeuggebrauch.
Wirkung
In der Folklore ist Almas meist ein scheuer Waldbewohner, gelegentlich mit Diebstahl oder Übergriffen verbunden. Er ist ambivalent, aber kein systematischer Menschenfeind.
Steckbrief: Almas
Die wichtigsten Aspekte des wilden Waldmenschen auf einen Blick.
Nordkaukasische, altaische und zentralasiatische Folklore: das Motiv des wilden, behaarten Waldmenschen in den Bergregionen zwischen Kaukasus und Pamir.
Bewohner der Bergtäler und ihre Vorräte: Die Erzählungen berichten von Scheu, gelegentlich von Diebstahl oder Übergriffen.
Groß, aufrecht, dicht rotbraun oder dunkel behaart, mit menschenähnlichem Gesicht, fliehender Stirn und flacher Nase; sprachlos und ohne Werkzeug.
Sagen- und Erzählfigur des wilden Mannes: ein ambivalenter, scheuer Waldbewohner ohne Kult und ohne Rolle als Menschenfeind.
Ein Kult besteht nicht; überlieferte Abwehrbräuche fehlen. Almas ist eine reine Sagen- und Erzählfigur, das hält schon die Folkloreforschung ehrlich fest.
Nicht zu verwechseln mit Albasty, dem weiblichen Geburts- und Wasserdämon der Turkvölker: Trotz der lautlichen Nähe sind es funktional zwei verschiedene Wesen.
Wilder Mann zwischen Kaukasus und Altai
Mongolisch und zentralasiatisch heißt die Gestalt almas, kaukasisch almasty; die Herleitung des Namens ist umstritten. In nordkaukasischer, altaischer und zentralasiatischer Folklore ist der Almas ein wilder, behaarter Waldmensch, verbreitet vom Kaukasus über den Altai bis zum Tian Shan und Pamir.
Zur Überlieferung gehört eine wichtige Abgrenzung: Almasty ist nicht dasselbe wie Albasty, ein weiblicher Geburts- und Wasserdämon der Turkvölker. Die lautliche Nähe hat beide Figuren in Teilen der Überlieferung verschmelzen lassen, funktional sind es jedoch zwei verschiedene Wesen: hier der wilde Waldmensch, dort die Dämonin der Geburt und des Wassers.
Die Neandertaler-These und ihre Widerlegung
Der sowjetische Historiker Boris Porschnew und Igor Burzew deuteten den Almas ab den 1960er Jahren als überlebenden Neandertaler. Das ist keine anerkannte Wissenschaft, sondern eine Außenseiterthese ohne Beleg. Der als Beweis angeführte Fall der Zana, einer angeblich gefangenen wilden Frau in Abchasien, wurde durch DNA-Analyse widerlegt: Diese Zana war ein moderner Mensch mit afrikanischer Abstammung.
Religionswissenschaftlich ist Almas ein weit verbreitetes folkloristisches Motiv des wilden Mannes, kryptozoologisch jedoch ohne Beleg. Wichtige Klarstellungen: Almas ist nicht als Tier oder Hominide belegt. Der Zana-Beweis ist entkräftet. Und Almas ist nicht Albasty, sondern der wilde Waldmensch, während Albasty der weibliche Geburts- und Wasserdämon ist.
Kein Kult, keine Abwehr: eine Erzählfigur
Ein Kult besteht nicht; Almas ist eine reine Sagen- und Erzählfigur, und das ist ehrlich festzuhalten. Anders als bei vielen Geisterwesen der Bergwelt kennt die Überlieferung weder Opfer noch feste Abwehrbräuche: Der Almas wird erzählt, nicht verehrt und nicht rituell gebannt.
Der Almas unter den wilden Männern
Häufige Fragen zum Almas
Was ist ein Almas?
Ein wilder, behaarter Waldmensch der Folklore des Kaukasus, Altai und Zentralasiens. Er gilt als scheu, sprachlos und ohne Werkzeuggebrauch.
Ist Almas ein überlebender Neandertaler?
Nein. Diese Außenseiterthese Porschnews und Burzews ist ohne Beleg; der als Beweis angeführte Zana-Fall wurde per DNA-Analyse widerlegt.
Ist Almas dasselbe wie Albasty?
Nein. Almas ist der wilde Waldmensch, Albasty der weibliche Geburts- und Wasserdämon der Turkvölker; die lautliche Nähe täuscht.
Weiterführende Verlinkungen
Weiterlesen:
- Yeti – der Schneemensch des Himalaya, das bekannteste Parallelwesen
- Ochokochi – der georgische Waldmensch des Kaukasus
- Olgoi-Khorkhoi – ein weiteres unbelegtes Wesen der mongolischen Überlieferung
- Amulett, Salbei, Eisen – überlieferte Schutzmittel
- Schutz-Kompass – Schutzmittel im Überblick
Literatur (Auswahl)
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als wilder Bergmensch des Altai und Waldmensch des Kaukasus bleibt der Almas ein Musterfall des Motivs vom wilden Mann: folkloristisch fest verankert, kryptozoologisch ohne jeden Beleg.





