Nang Tani ist Geistin der thailändischen Tradition.
Die grüne Geistin, die bei Vollmond am Bananenstrauch erscheint. Nang Tani gilt in der thailändischen Tradition als Herrin des Bananenbaums.
Nang Tani ist die Baumgeistin des wilden Bananenbaums in Thailand: eine junge, schöne Frau in grüner Tracht, die bei Vollmond am Bananenstrauch erscheint und schwebt, sodass ihre Füße die Erde nicht berühren.
Sie ist grundsätzlich gutmütig: Sie reicht vorbeiziehenden Mönchen Speisen und hilft Bedürftigen. Gegenüber Männern jedoch, die Frauen Unrecht getan haben, kann sie verführerisch und verderblich werden; das Fällen ihres Bananenbaums gilt als unglücksbringend.
Typ: Baumgeistin des wilden Bananenbaums, Unterart der Nang Mai
Herkunft: Buddhistisch-animistischer Synkretismus und Baumkult Thailands
Texte: Mündliche Überlieferung, dokumentiert bei Anuman Rajadhon
Zeitraum: animistisch-mündlich bis Gegenwart, präsent in der Populärkultur
Erscheinung: junge Frau in grüner Tracht mit roten Lippen, schwebend, bei Vollmond
Die Überlieferung ist animistisch-mündlich, dokumentiert beim thailändischen Folkloristen Anuman Rajadhon, und in der Populärkultur weiter präsent.
Thailand: Die Vorstellung haftet am wilden Bananenbaum Kluai Tani und damit an Hainen und Sträuchern im ganzen Land.
Gut dokumentiert: die Arbeiten Anuman Rajadhons und die Studie McDaniels zur thailändischen Geisterwelt.
Thai: nang, Dame, und Tani, der wilde Bananenbaum Kluai Tani, botanisch Musa balbisiana: die Dame des Bananenbaums. Nang Tani ist eine Unterart der Nang Mai, der thailändischen Baumdamen.
Erscheinung
Nang Tani erscheint als junge, schöne Frau in grüner Tracht, der Farbe der Bananenpflanze, mit roten Lippen und schwebend, sodass ihre Füße die Erde nicht berühren. Der Vollmond ist ihre Erscheinungszeit; sie verkörpert die Seele des Bananenhorstes.
Wirkung
Nang Tani reicht vorbeiziehenden Mönchen Speisen und hilft Bedürftigen; gegenüber Männern, die Frauen Unrecht getan haben, kann sie verführerisch und verderblich werden. Diese Ambivalenz trägt ein Gerechtigkeitsmotiv. Das Fällen ihres Bananenbaums gilt als unglücksbringend.
Die wichtigsten Aspekte der Geistin des Bananenhains auf einen Blick.
Baumkult vom Hamadryaden-Typus im buddhistisch-animistischen Synkretismus Thailands, mit einem moralisierenden Gerechtigkeitsmotiv.
Männer, besonders solche, die Frauen Unrecht taten, dazu Reisende, Anwohner und vorbeiziehende Mönche, die sie beschenkt.
Junge, schöne Frau in grüner Tracht mit roten Lippen, schwebend über dem Boden, bei Vollmond am Bananenstrauch.
Gaben für Mönche und Hilfe für Bedürftige; Verführung und Verderben für schuldig gewordene Männer, Unglück beim Fällen ihres Baums.
Bunte Seidentücher um den Stamm, Opfergaben aus Räucherstäbchen, Blumen und Süßigkeiten am Fuß; der Bananenbaum wird nicht gefällt.
Nang Mai ist die Gattung aller Baumdamen, Nang Ta-khian die Geistin des Hartholzbaums; Nang Tani gehört zum Bananenhain.
Der Name verbindet nang, Dame, und Tani, den wilden Bananenbaum Kluai Tani, botanisch Musa balbisiana. Nang Tani ist eine Unterart der Nang Mai; der Hintergrund ist der buddhistisch-animistische Synkretismus und der Baumkult Thailands.
Ihr Profil ist unverwechselbar: die grüne Tracht in der Farbe der Bananenpflanze, die roten Lippen, das Schweben über dem Boden und der Vollmond als Erscheinungszeit. Dazu tritt ihre besondere Ambivalenz: freundlich zu Mönchen und Bedürftigen, strafend gegenüber Männern, die Frauen Unrecht getan haben, ein Gerechtigkeitsmotiv, das sie von anderen Baumgeistinnen unterscheidet.
Nang Tani ist eine klassische Figur des Thai-Horrors und erscheint neben Nang Nak, Krasue und Nang Ta-khian in Filmen; sie ist häufig in Geistergeschichten und Medien präsent.
Religionswissenschaftlich ist Nang Tani ein Ausdruck des Baumkults vom Hamadryaden-Typus im animistisch-buddhistischen Synkretismus, mit einem moralisierenden Gerechtigkeitsmotiv zum Schutz von Frauen. Sie ist also nicht schlicht ein böser Geist: Ihre Strafseite richtet sich gezielt gegen schuldig gewordene Männer, nicht gegen jeden Vorübergehenden.
Quellenfest sind bunte Seidentücher um den Stamm, Opfergaben am Fuß aus Räucherstäbchen, Blumen und Süßigkeiten sowie der Grundsatz, den Bananenbaum als ihren Wohnsitz nicht zu fällen und ihn durch Mönche und Riten zu achten. Wie bei allen Baumdamen Thailands gilt: Der Respekt vor dem Baum ist der Schutz vor der Geistin.
Nang Tani entspricht der griechischen Dryade, hier an einem Bananenbaum statt einem Laubbaum, dem japanischen Kodama und der indischen Yakshi. Motivverwandt sind Bananenbaum-Geistinnen der chinesischen und weiteren südostasiatischen Erzähltradition. Innerhalb Thailands gehört sie zur Gattung der Nang Mai, neben Nang Ta-khian, der Geistin des Ta-khian-Baums.
Wann erscheint Nang Tani?
Vor allem bei Vollmond, am wilden Bananenstrauch, dessen Seele sie verkörpert.
Ist sie böse?
Grundsätzlich gutmütig: Sie beschenkt Mönche und hilft Bedürftigen. Strafend wird sie nur gegenüber Männern, die Frauen Unrecht getan haben.
Wie ehrt man sie?
Durch ein buntes Tuch um den Stamm, Opfergaben aus Räucherstäbchen, Blumen und Süßigkeiten und das Nicht-Fällen des Bananenbaums.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als Geist des Bananenbaums verbindet Nang Tani zwei Gesichter, die kaum eine andere thailändische Baumgeistin so vereint: die stille Wohltäterin der Mönche im Vollmondlicht und die strafende Gerechtigkeit gegenüber Männern, die Frauen Unrecht taten.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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