Die Nang Mai sind Geistinnen der thailändischen Tradition.
Die Baumdamen, die Thailands alte Bäume bewohnen und behüten.
Nang Mai, die Herrin des Baumes, ist der Oberbegriff für die weiblichen Baumgeistinnen Thailands. Sie sind eine Gattung, keine einzelne Gestalt: Jede Nang Mai bewohnt einen bestimmten Baum und beschützt ihn.
Ihre Doppelnatur prägt den Umgang: Eine gute Nang Mai warnt ihren Menschen vor Gefahr, eine böse lockt Männer an, um sie zu binden oder zu töten. Das Fällen oder Nutzen eines bewohnten Baumes ohne Riten gilt als gefährlich; die bekanntesten Einzelgestalten der Gattung sind Nang Ta-khian und Nang Tani.
Typ: Sammelkategorie weiblicher Baumgeistinnen
Herkunft: Vorbuddhistischer Animismus, aufgehoben im buddhistisch-animistischen Synkretismus
Texte: Mündliche Überlieferung, systematisch dokumentiert bei Anuman Rajadhon
Zeitraum: vorbuddhistisch bis Gegenwart
Erscheinung: je eine Geistin in einem bestimmten Baum, Einzelgestalt je nach Baumart
Die Vorstellung ist vorbuddhistisch-animistisch und lebt im buddhistisch-animistischen Synkretismus fort; systematisch dokumentiert wurde der Baumkult erstmals durch den thailändischen Folkloristen Anuman Rajadhon.
Thailand, Laos und Kambodscha: überall dort, wo große und alte Bäume als beseelt gelten und mit Tüchern und Gaben geehrt werden.
Gut dokumentiert: die Arbeiten Anuman Rajadhons zum thailändischen Brauchtum, dazu die Studie McDaniels zur thailändischen Geister- und Klosterwelt.
Thai: nang, Frau oder Dame, und mai, Baum oder Holz: die Baumdame oder Herrin des Baumes. Der Name bezeichnet keine einzelne Gestalt, sondern die ganze Gattung der weiblichen Baumgeistinnen Thailands.
Erscheinung
Nang Mai ist die Gattung, nicht eine einzelne Gestalt: weibliche Geistinnen, die je einen bestimmten Baum bewohnen und deren Einzelgestalt von der Baumart abhängt. Die Vorstellung symbolisiert die Beseeltheit großer und alter Bäume und die Gefahr wie den Segen ihres Fällens.
Wirkung
Die Nang Mai haben eine Doppelnatur: Eine gute Nang Mai warnt ihren Menschen vor Gefahr, eine böse lockt Männer an, um sie zu binden oder zu töten. Das Fällen oder Nutzen des Baumes ohne Riten gilt als gefährlich.
Die wichtigsten Aspekte der Baumgeistinnen auf einen Blick.
Baumkult des buddhistisch-animistischen Synkretismus Thailands, mit Wurzeln, die bis in den brahmanisch-indischen Baumkult zurückreichen.
Menschen, die Bäume fällen oder nutzen, dazu Reisende und Anwohner großer alter Bäume.
Weibliche Geistin im Baum, je nach Baumart verschieden; sichtbares Zeichen bewohnter Bäume sind die bunten Tücher um den Stamm.
Bewohnen und beschützen je einen bestimmten Baum; sie können ihren Menschen warnen oder Männer verführen und schädigen.
Bunte Tücher um den Stamm, Räucherwerk, Blumen und Speisen am Baumfuß, Bitte um Erlaubnis und Mönchssegen; keine Fällung ohne Riten.
Nang Ta-khian und Nang Tani als bekannteste Unterarten, dazu die griechischen Dryaden und der japanische Kodama.
Der Name verbindet nang, Frau oder Dame, und mai, Baum oder Holz: Baumdame oder Herrin des Baumes. Dahinter steht ein vorbuddhistischer Animismus, der im buddhistisch-animistischen Synkretismus Thailands aufgehoben ist; der Baumkult hat Wurzeln, die über das Textil- und Opferbrauchtum bis in den brahmanisch-indischen Baumkult zurückreichen.
Erstmals systematisch dokumentiert wurde das Brauchtum durch den thailändischen Folkloristen Anuman Rajadhon. Als Gattung fasst Nang Mai die weiblichen Baumgeistinnen zusammen, die je einen bestimmten Baum bewohnen; die bekanntesten Einzelgestalten sind Nang Ta-khian im Ta-khian-Baum und Nang Tani im wilden Bananenbaum.
Als Oberbegriff erscheint Nang Mai vor allem in Folklore-Übersichten; die konkrete Präsenz in der Populärkultur läuft über die Einzelgestalten Nang Ta-khian und Nang Tani, die in Thai-Filmen erscheinen.
Religionswissenschaftlich sind die Nang Mai ein Ausdruck des Baumkults im animistisch-buddhistischen Synkretismus und die Sammelkategorie der weiblichen Baumgeistinnen. Zwei Klarstellungen gehören dazu: Nang Mai ist kein einzelner Geist, sondern ein Oberbegriff, dessen Unterarten eigene Namen tragen. Und trotz des gemeinsamen Namensbestandteils nang, Dame, ist die Glücksbringerin Nang Kwak keine Baumgeistin, sondern eine eigenständige Gestalt der thailändischen Glaubenswelt.
Quellenfest ist das Binden bunter Tücher um den Stamm als Zeichen der Verehrung, ein Brauch, der ursprünglich aus dem indischen Baumkult stammt. Dazu treten Räucherwerk, Blumen und Speisen am Baumfuß, teils an einem kleinen Schrein; man bittet um Erlaubnis, holt den Mönchssegen ein und fällt Bäume nicht ohne Riten. Ein verwandter Brauch ist die Baum-Ordination, bei der ein Baum symbolisch wie ein Mönch mit einer safranfarbenen Robe umwickelt und ordiniert wird, sodass es als schwere Verfehlung gilt, ihn zu schädigen.
Die Nang Mai entsprechen den griechischen Baumnymphen, allen voran der Dryade, dem japanischen Kodama und den indischen Yakshi und Yaksha, den Baum- und Naturgeistern. Innerhalb Thailands sind Nang Ta-khian, die Geistin des Ta-khian-Baums, und Nang Tani, die Geistin des Bananenbaums, ihre bekanntesten Unterarten.
Ist Nang Mai ein einzelner Geist?
Nein, ein Oberbegriff für die weiblichen Baumgeistinnen Thailands; Nang Ta-khian und Nang Tani sind Unterarten mit eigenen Namen.
Sind die Nang Mai gefährlich?
Sie sind ambivalent: schützend und warnend gegenüber ihren Menschen, aber verführerisch und schädlich, wenn eine böse Nang Mai Männer anlockt oder ihr Baum ohne Riten gefällt wird.
Wie zeigt man Respekt?
Durch ein buntes Tuch um den Stamm, Opfergaben am Baumfuß, das Bitten um Erlaubnis und den Grundsatz, keinen Baum ohne Riten zu fällen.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als thailändische Baumgeistinnen bündeln die Nang Mai den alten Baumkult des Landes in einer Gattung: Jede Herrin des Baumes bindet einen konkreten Baum an Respekt und Ritus und macht sein Fällen ohne Erlaubnis zur gefährlichen Grenzüberschreitung.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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