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Apu Pitusiray, die versteinerte Tochter des Kuraka

Apu Pitusiray ist Berggöttin der Quechua-Tradition.

Die weibliche Hälfte des Bergpaars über dem Heiligen Tal.

GöttinQuechua

Inhaltsverzeichnis

Apu Pitusiray, die Berggöttin des Heiligen Tals
Apu Pitusiray

Apu Pitusiray ist eine vergletscherte Bergspitze hinter Calca im Heiligen Tal, weiblich konnotiert und mit dem Nachbarberg Sawasiray als Paar aufgefasst. Für die Felder von Calca ist sie Wasser- und Fruchtbarkeitsspenderin.

Eine lokale Legende erzählt von einem versteinerten Liebespaar, das sich seither über das Tal ansieht: Pitusiray gilt darin als die versteinerte Tochter eines Kuraka.

Im Überblick: Apu Pitusiray

Typ: weiblich konnotierter Schutz- und Fruchtbarkeits-Apu
Herkunft: Urubamba-Tal, Region Cusco
Texte: Legende, Landschaftsstudie, ethnografische Berichte
Zeitraum: präkolumbisch bis Gegenwart
Erscheinung: vergletscherter Zwillingsgipfel, etwa 4900 bis 5000 Meter

Legende und Überlieferung

Zeitraum der Texte

Präkolumbisch verwurzelt, getragen von mündlicher Legende und moderner Landschaftsstudie; eine belegte Inka-Quelle zur Liebespaar-Erzählung fehlt.

Verbreitungsraum

Das Urubamba-Tal in der Region Cusco: Calca und das Heilige Tal, über denen der Zwillingsgipfel aufragt.

Quellenlage

Mäßig: Eine Landschaftsstudie von Ortiz Luna und ethnografische Arbeiten stehen viel touristischem Legendenmaterial gegenüber.

Name und Varianten

Quechua: Die Etymologie ist umstritten. Verbreitet ist eine Verbindung mit siray oder sira, nähen oder verbinden, im Motiv des Zusammenfügens; Deutungen wie der Zahnartige oder der Gestreifte gelten als volksetymologisch und unsicher.

Gestalt und Legende

Erscheinung

Pitusiray ist ein vergletscherter Zwillingsgipfel und weiblich konnotiert, als weibliche Hälfte des Paars mit Sawasiray, verbunden mit Fruchtbarkeit, Wasser und Ahnenkult. Die Legende sieht in ihr die versteinerte Tochter eines Kuraka.

Wirkung

Als Apu schützt Pitusiray im lokalen Erzählmotiv Beziehungen und Familienharmonie und ist Wasser- und Fruchtbarkeitsspenderin für die Felder von Calca.

Steckbrief: Apu Pitusiray

Die Berggottheit von Calca und ihre Legende in Kürze.

Tradition

Weiblich konnotierter Apu des Heiligen Tals; der Sawasiray-Pitusiray-Komplex ist als heiliges Landschafts-, Ahnen- und Wasser-Heiligtum wissenschaftlich behandelt.

Wirkungsgegenstand

Calca und das Heilige Tal: die Felder, denen sie Wasser spendet, und im Erzählmotiv Beziehungen und Familienharmonie.

Darstellung

Vergletscherter Zwillingsgipfel; die Legende sieht darin die versteinerte Tochter eines Kuraka, die zum Gegenüber blickt.

Funktion

Wasser- und Fruchtbarkeitsspenderin, verbunden mit dem Ahnenkult und den Quellen der heiligen Landschaft.

Umgang

Fels- und Quellheiligtümer der Umgebung; Despacho- und Wasserrituale sind plausibel, eine Capacocha am Berg selbst ist nicht gesichert.

Verwandtes

Andere versteinerte-Liebespaar-Bergmythen der Anden; strukturell der Wasser- und Fruchtbarkeitskult des Apu Ausangate.

Sawasiray und Pitusiray: das Bergpaar von Calca

Der Name wird meist mit siray oder sira verbunden, nähen oder verbinden, im Motiv des Zusammenfügens; andere Deutungen gelten als volksetymologisch. Auch die Höhen schwanken je nach Quelle: für Pitusiray oft etwa 4900 bis 5000 Meter, für Sawasiray etwa 5800 Meter. Der Sawasiray-Pitusiray-Komplex ist als präkolumbisches heiliges Landschafts-, Ahnen- und Wasser-Heiligtum wissenschaftlich behandelt.

Daneben lebt die Erzählung: Die Tochter eines Kuraka und ihr Geliebter seien zu Stein geworden und sähen sich seither über das Tal hinweg an. Diese Legende ist mündliche Tradition, farbig, vielfach nacherzählt und von der touristischen Vermarktung stark ausgeschmückt.

Tourismus, Legende und Einordnung

Populär wird Pitusiray als Romeo-und-Julia der Anden vermarktet; die touristischen Nacherzählungen sind stark ausgeschmückt und kritisch zu behandeln.

Religionswissenschaftlich ist Apu Pitusiray ein regionaler, gut in die Ethnohistorie eingebetteter Kult mit viel touristischem Legendenmaterial. Drei Klarstellungen: Höhenangaben und Etymologie kursieren widersprüchlich. Die Liebespaar-Legende ist mündliche Tradition, keine belegte Inka-Quelle. Und Pitusiray ist nicht identisch mit Sawasiray, sondern bildet mit ihm ein Paar.

Quellheiligtümer und Wasserrituale

Die heilige Landschaft um das Bergpaar umfasst Fels- und Quellheiligtümer; Despacho- und Wasserrituale sind plausibel, wobei Kokablätter in der andinen Praxis als Vermittler der Gaben dienen. Eine konkrete inkazeitliche Capacocha am Pitusiray selbst ist dagegen nicht gesichert belegt; das bleibt ehrlich offen. Der Kult der Berggöttin ist damit vor allem einer der Quellen, des Wassers und der Fruchtbarkeit.

Bergpaare und Liebeslegenden der Anden

Pitusiray steht neben anderen versteinerte-Liebespaar-Bergmythen der Anden und strukturell dem Fruchtbarkeits- und Wasserkult des Apu Ausangate nahe. In derselben Region erhebt sich der Apu Pachatusan als Weltpfeiler von Cusco. Als weibliche Berggottheit berührt sich ihre Rolle mit der Erdmutter Pachamama, der großen Spenderin von Fruchtbarkeit.

Häufige Fragen zu Apu Pitusiray

Ist Pitusiray weiblich?

Ja, sie ist weiblich konnotiert, als weibliche Hälfte des Paars mit Sawasiray.

Was besagt die Legende?

Ein Liebespaar sei zu Stein geworden und sehe sich seither über das Tal an; Pitusiray ist darin die versteinerte Tochter eines Kuraka.

Gibt es Gipfelopfer-Funde?

Eine inkazeitliche Capacocha am Pitusiray selbst ist nicht gesichert belegt.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Ortiz Luna, Alejandro J.: Sawasiray y Pitusiray. Paisaje sagrado, ancestros, agua y fertilidad. Lima 2022.
  • Allen, Catherine J.: The Hold Life Has. Washington 2002.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als Berggöttin bei Calca vereint Apu Pitusiray zwei Gesichter: die Wasserspenderin der Felder und die Heldin einer Erzählung, in der ein versteinertes Liebespaar für immer über das Tal hinweg verbunden bleibt.

Einordnung & Schutz

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