Der Dulhath ist Dämon der arabischen Tradition.
Der Straußenreiter, der Schiffbrüchigen an der Küste auflauert. Der Steckbrief ordnet den Dulhath als Inseldämon der Küstenüberlieferung Arabiens ein.
Der Dulhath, auch Dalhan, ist ein menschenfressender Wüsten- und Inseldämon der klassischen arabischen Kosmografie. Er reitet auf einem Strauß, bewohnt einsame Inseln und frisst Reisende und Schiffbrüchige, die in sein Gebiet gelangen.
Bezeugt ist er im 13. Jahrhundert bei al-Qazwini und im 14. Jahrhundert bei al-Damiri, damit ist er eine echte klassische Figur, wenn auch eine marginale. Schon seine Namensformen schwanken zwischen Dulhath, Dalhan und Dulhama, was selbst ein Quellenbefund ist.
Typ: Menschenfressender Wüsten- und Inseldämon der Djinn-Zoologie
Herkunft: Klassisch-mittelalterliche arabische Kosmografie
Texte: al-Qazwini (13. Jh.), al-Damiri (14. Jh.)
Zeitraum: klassisch-islamisch, 13. bis 14. Jahrhundert
Erscheinung: menschengestaltig, auf einem Strauß reitend
Klassisch-islamisch: Die Belege stammen aus der Kosmografie des 13. Jahrhunderts bei al-Qazwini und des 14. Jahrhunderts bei al-Damiri.
Wüsten- und Meeresinseln: die unbewohnten Randzonen, an denen Seefahrer und Schiffbrüchige auf ihn treffen.
Mittel: al-Qazwini und al-Damiri bezeugen ihn, doch die schwankenden Namensformen zeigen, wie schmal die Grundlage ist.
Arabisch: Die Namensformen schwanken zwischen Dulhath, Dalhan und Dulhama, was selbst ein Quellenbefund ist; eine gesicherte Etymologie fehlt. Der Name ist damit weniger fest als das Motiv, das er trägt.
Erscheinung
Der Dulhath ist ein menschengestaltiges Wesen, das auf einem Strauß reitet, das Kernmotiv, aus dem der Straußen-Djinn entwickelt wurde. In ausgeschmückter Fassung ist er ein monströser Mann mit großem Kopf, übergroßem Mund mit scharfen Zähnen, tigerartigen Augen und hakenbekrallten Händen.
Wirkung
Der Dulhath frisst Menschen, lebend oder tot, die in sein Gebiet gelangen, klassisch die Schiffbrüchigen an der Inselküste. Er täuscht und überrascht Reisende; das Motiv, Reisende zu verwirren, verbindet ihn mit dem Ghul-Komplex.
Der Straußenreiter der Kosmografien auf einen Blick.
Figur der klassischen islamischen Djinn-Zoologie, in der Djinn als reale Geschöpfe Gottes naturkundlich eingeordnet werden.
Schiffbrüchige und Reisende: Wer an seine Inselküste gerät oder sein Wüstengebiet betritt, wird zur Beute.
Menschengestaltig auf einem Strauß reitend; ausgeschmückt mit großem Kopf, übergroßem Mund, scharfen Zähnen, tigerartigen Augen und Hakenkrallen.
Menschenfresser der Randzonen: Er täuscht, überrascht und frisst, lebend oder tot, was in sein Gebiet gelangt.
Keine spezifische Schutzformel überliefert; im Sindbad- und Rukh-Erzählkreis tötet ihn der Riesenvogel Rukh, ein literarisches Motiv, keine rituelle Abwehr.
Die Namensformen schwanken zwischen Dulhath, Dalhan und Dulhama, was selbst ein Quellenbefund ist; eine gesicherte Etymologie fehlt. Zu Hause ist die Figur in der klassisch-mittelalterlichen arabischen Kosmografie, vor allem des 13. Jahrhunderts bei al-Qazwini und des 14. Jahrhunderts bei al-Damiri, und damit eine echte klassische Figur.
Ihr Kernmotiv ist so knapp wie einprägsam: ein menschengestaltiges Wesen, das auf einem Strauß reitet. Daraus entwickelte die Überlieferung den Straußen-Djinn und die ausgeschmückte Monsterfassung mit großem Kopf, übergroßem Mund und Hakenkrallen. Die Inselrolle wiederum stellt ihn in den Seefahrer-Erzählkreis, dorthin, wo die bewohnte Welt endet.
Der Dulhath ist selten und lebt vor allem in der westlichen Rezeptionsgeschichte und in kosmografischen Kompendien fort.
Religionswissenschaftlich gehört er zur klassischen islamischen Djinn-Zoologie, in der Djinn als reale Geschöpfe Gottes naturkundlich eingeordnet werden. Drei Klarstellungen dazu: Er verkörpert die Angst vor dem Rand der bewohnten Welt. Anders als Umm al-Duwais hat er keine moralisierende Funktion. Und seine schwankende Namens- und Quellenlage macht ihn zu einer marginalen, aber echten Figur.
In den Erzählungen ist keine spezifische Schutzformel gegen den Dulhath überliefert. Im Sindbad- und Rukh-Erzählkreis wird er durch den Riesenvogel Rukh getötet, doch das ist ein literarisches Motiv, keine rituelle Abwehr. Der Dulhath gehört damit zu den Wesen, gegen die die Überlieferung keinen Ritus bereithält, sondern nur den Rat, seine Inseln und Einöden gar nicht erst zu betreten.
Verwandt ist der Dulhath mit dem Ghul, dem menschenfressenden Wüsten-Gestaltwandler, sowie mit Ghaddar und Nasnas. Das Motiv des als Tier erscheinenden Djinn reiht ihn in die klassische Djinn-Zoologie ein, die Inselrolle in den Seefahrer-Erzählkreis; auch der halbe Dämon Shiqq gehört in diese Nachbarschaft der Randzonen-Wesen.
Was ist ein Dulhath?
Ein menschenfressender Wüsten- und Inseldämon der klassischen arabischen Kosmografie, der einsame Inseln bewohnt und Reisende wie Schiffbrüchige frisst.
Was ist sein Kernmotiv?
Er reitet auf einem Strauß und lauert Schiffbrüchigen an einsamen Küsten auf. Aus diesem Bild wurde der Straußen-Djinn entwickelt.
Ist er eine echte klassische Figur?
Ja. Er ist bei al-Qazwini und al-Damiri bezeugt, wenn auch marginal; die schwankenden Namensformen gehören zum Befund.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als arabischer Wüstendämon und Straußenreiter markiert der Dulhath den äußersten Rand der bewohnten Welt: die Insel hinter dem Schiffbruch, auf der die Kosmografen die Menschenfresser ansiedelten.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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