Poliʻahu ist Göttin der hawaiischen Tradition.
Die Schneeherrin, die Peles Lava mit Frost erstarren lässt. Im Zentrum steht ihre Rolle als Gegenspielerin Peles im Kräftemessen von Schnee und Feuer.
Poliʻahu, in vereinfachter Schreibung Poliahu, ist die hawaiische Schnee- und Eisgöttin des Mauna Kea und die bekannteste der vier Schnee- und Eisgöttinnen der hohen Berge. Als Herrin von Schnee, Eis und Kälte über der Baumgrenze hält sie die vulkanische Aktivität im Norden der Insel in Schach.
Ihr Wesen ist der Gegenpol zum Feuer: Im berühmten Schlittenrennen-Mythos tritt die Feuergöttin Pele als Fremde gegen sie an, öffnet Lavaströme und wird von Poliʻahu mit Schnee in den Süden zurückgedrängt. In einigen Überlieferungen gilt sie als Tochter des Himmelsvaters Wākea; sie erscheint auch in der Erzählung Lāʻieikawai.
Typ: Schnee- und Eisgöttin des Mauna Kea
Herkunft: Hawaiische Mythologie, kompiliert bei Westervelt und Beckwith
Texte: Westervelt 1916, Beckwith 1940, Erzählung Lāʻieikawai
Zeitraum: klassische Kompilationen der hawaiischen Überlieferung
Erscheinung: schöne Frau im reinweißen Schneemantel
Die Gestalt gehört zur hawaiischen Mythologie, wie sie die klassischen Kompilationen festhalten; die wichtigsten Fassungen stammen von Westervelt 1916 und Beckwith 1940.
Die Insel Hawaiʻi mit dem Mauna Kea: Über dessen Baumgrenze herrscht Poliʻahu, dem heiligen Berg gilt ihre Gegenwart.
Gut belegt: Westervelt und Beckwith bieten ausführliche Fassungen, dazu die Erzählung Lāʻieikawai; viele Details wie Genealogie und Kultformen variieren jedoch zwischen den Quellen.
Hawaiisch: Poliʻahu. Nach Pukui und Elbert setzt sich der Name aus poli, Busen oder Umhüllung, und ʻahu, Umhang oder Gewand, zusammen: sinngemäß die im Mantel Gehüllte, ein Bild für den Schneemantel des Mauna Kea. Die verbreitete Übersetzung umhüllte Blüte ist dagegen unsicher.
Erscheinung
Poliʻahu erscheint als außergewöhnlich schöne junge Frau in einem reinweißen Kapa-Mantel, dem Schnee. Sie kann den weißen Mantel ablegen und stattdessen ein Sonnengewand aus goldenem Licht tragen; dann zieht sich der Schnee auf die Gipfel zurück.
Wirkung
Sie ist Herrin von Schnee, Eis und Kälte über der Baumgrenze des Mauna Kea und hält die vulkanische Aktivität im Norden der Insel in Schach. Ihr Wesen ist der Gegenpol zum Feuer.
Die Schneeherrin des Mauna Kea in Kurzform.
Bekannteste der vier Schnee- und Eisgöttinnen der hohen Berge; in einigen Überlieferungen Tochter des Himmelsvaters Wākea.
Schnee, Eis und Kälte über der Baumgrenze des Mauna Kea; ihr Mantelwechsel bestimmt, wie weit der Schnee reicht.
Außergewöhnlich schöne junge Frau im reinweißen Kapa-Mantel; alternativ im Sonnengewand aus goldenem Licht.
Sie hält die vulkanische Aktivität im Norden der Insel in Schach; der Nordteil des Mauna Kea blieb dem Mythos nach durch sie eruptionsfrei.
Der Mauna Kea ist bis heute hochheilig, ein piko oder Nabel der Hawaiier; ein spezifischer Poliʻahu-Kult mit Tempeln ist nicht sicher belegt.
Pele, die Feuergöttin, ist ihr Gegenpol; der Konflikt der beiden ist ein Naturmythos von Kälte und Hitze.
Der Name erklärt die Göttin: poli, Busen oder Umhüllung, und ʻahu, Umhang oder Gewand, ergeben nach Pukui und Elbert die im Mantel Gehüllte, ein Bild für den Schneemantel des Mauna Kea. Die wichtigsten Quellen sind Westervelt 1916 und Beckwith 1940.
Über die Berggöttin hinaus ist Poliʻahu in der Erzähltradition verankert: In einigen Überlieferungen gilt sie als Tochter des Himmelsvaters Wākea, und sie tritt in der Erzählung Lāʻieikawai auf. Zugleich variieren viele Details wie Genealogie und Kultformen zwischen den Quellen; die Gestalt ist gut belegt, aber nicht in allen Zügen einheitlich.
Berühmt ist der Schlittenrennen-Mythos: Pele erscheint als Fremde und öffnet beim Rennen Lavaströme, doch Poliʻahu wirft Schnee auf die Lava, friert sie und drängt Pele in den Süden zurück. Der Mythos erklärt, warum der Nordteil des Mauna Kea eruptionsfrei blieb. Heute ist Poliʻahu in Tourismus, Hula und Populärkultur präsent.
Religionswissenschaftlich ist sie eine gut belegte Hauptfigur, deren Details zwischen den Quellen variieren. Drei Klarstellungen sind wichtig: Die Übersetzung umhüllte Blüte ist unsicher. Sie ist keine Königin von Hawaii im historischen Sinn, sondern eine Berg- und Wettergöttin. Und der Pele-Konflikt ist Naturmythos, kein Beleg für eine reale Rivalität zweier Religionsparteien.
Der Mauna Kea ist bis heute ein hochheiliger Berg, ein piko oder Nabel der Hawaiier; die Gipfelregion, der Lake Waiau und die Höhen sind Orte kultureller und spiritueller Praxis. Ein spezifischer historischer Poliʻahu-Kult mit Tempeln ist dagegen nicht sicher belegt. Die Verehrung der Göttin ist eng mit der Heiligkeit des Berges als Ganzem verknüpft: Wer den Berg ehrt, ehrt seine Herrin mit.
Das Motiv der Schnee- und Eisgöttin gegen die Feuergöttin, Poliʻahu gegen Pele, ist ein Naturmythos von Kälte und Hitze; typologisch ist Poliʻahu anderen Berg-Wettergöttinnen vergleichbar. Innerhalb Hawaiis steht sie neben ihren Schwestern Lilinoe, Waiau und Kahoupokane, mit denen sie den Kreis der Schneemantel-Göttinnen bildet.
Wer ist Poliʻahu?
Die hawaiische Schnee- und Eisgöttin des Mauna Kea und der Gegenpol zur Feuergöttin Pele.
Was besagt der Schlittenrennen-Mythos?
Pele öffnet beim Rennen Lavaströme, doch Poliʻahu friert die Lava mit Schnee und drängt Pele in den Süden zurück; so blieb der Norden des Mauna Kea eruptionsfrei.
Ist die Deutung umhüllte Blüte richtig?
Sie ist unsicher. Gesicherter ist die im Mantel Gehüllte, ein Bild für den Schneemantel des Berges.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Im Schlittenrennen-Mythos hat die hawaiische Schneegöttin ihr bleibendes Bild gefunden: Als Göttin des Mauna Kea friert Poliʻahu die Lava der Rivalin und hält den Norden der Insel ruhig, ein Naturmythos von Kälte und Feuer.
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