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Nuckelavee, der hautlose Schrecken der Orkney-Küste

Nuckelavee ist Dämon der germanischen/nordischen Tradition.

Hautlos, mit Pferd verwachsen, bringt er Seuche und Dürre. Der hautlose Schrecken der Orkney-Küste bringt der Überlieferung nach Seuche und Dürre über Mensch und Vieh.

Inhaltsverzeichnis

Nuckelavee, Dämon der germanischen/nordischen Tradition
Nuckelavee

Der Nuckelavee ist der Schrecken der orkadischen Überlieferung: hautlos, aus Pferd und Reiter in einem Leib, verantwortlich für Seuchen und Dürre.

Sein Gegenmittel: fließendes Süßwasser, das er nicht überqueren kann.

Im Überblick: Nuckelavee

Typ: hautloser Seedämon, Pferd und Reiter in einem Leib
Herkunft: orkadische Überlieferung
Texte: Dennison 1891
Zeitraum: aufgezeichnet Ende 19. Jh.
Erscheinung: hautlos, rotes Glutauge

Quellenkontext

Zeitraum der Texte

Aufgezeichnet Ende des 19. Jahrhunderts durch Dennison; möglicher Frühbeleg ist eine Inselbeschreibung des 16. Jahrhunderts.

Verbreitungsraum

Die Orkney-Inseln, insbesondere Küstenwege und die Insel Stronsay.

Quellenlage

Schmal: im Kern eine einzige Gewährsmann-Erzählung bei Dennison.

Name und Varianten

Nordisch: Zur Wortfamilie um altnordisch nykr; sinngemäß als Teufel des Meeres gedeutet.

Gestalt und Wirken

Erscheinung

Der untere Leib gleicht einem Pferd mit walbreitem Maul und glutrotem Auge; der Rücken trägt einen Menschenrumpf ohne Haut.

Wirkung

Giftiger Atem; ihm wurden Viehseuche und Dürre angelastet.

Steckbrief: Nuckelavee

Die wichtigsten Aspekte des Seedämons auf einen Blick.

Tradition

Orkadische Überlieferung der nordischen nykr-Wortfamilie, nur bei Dennison bezeugt.

Bezogen auf

Ganze Inselgemeinschaften: Vieh, Ernte und nächtliche Wanderer.

Darstellung

Hautloses Pferd-Reiter-Wesen mit rotem Glutauge und überlangen Armen.

Funktion

Bringer von Seuche und Dürre, reiner Schadensdämon ohne Kult.

Abwehrformen

Fließendes Süßwasser überqueren, Küstenwege nachts meiden, seinen Namen nur mit Segenswort nennen.

Abgrenzung

Pferdenähe zum keltischen Kelpie und Each-uisge, doch durch die Reitergestalt klar von beiden getrennt.

Dennisons Aufzeichnung von 1891

Aufgezeichnet hat ihn der Volkskundler Dennison 1891 nach der Erzählung des Gewährsmanns Tammas, dem einzigen Augenzeugenbericht.

Gebändigt wird er allein von der Mither o‘ the Sea, die ihn im Sommer gefangen hält.

Vom Inselschreck zur Legende

Katharine Briggs und Ernest Marwick machten ihn über Orkney hinaus bekannt, als Inbegriff des abstoßenden Dämons, 2016 auch in der Serie RWBY.

Er verkörpert die kollektive Katastrophe; Zurückhaltung ist geboten, da alles auf einer Gewährsperson beruht.

Süßwasser als Grenze

Fließendes Süßwasser, im übertragenen Sinn Weihwasser, kann er nicht überqueren. Ein Schutzkreis überträgt dieses Prinzip, Glockenklang markiert gebannten Raum. Im Sommer hält ihn die Mither o‘ the Sea gebunden.

Verwandte Wasserpferde

Das Pferdemotiv verbindet den Nuckelavee mit dem keltischen Kelpie und dem näheren Each-uisge; als Seuchenbringer ähnelt er eher dem babylonischen Pazuzu.

Häufige Fragen zum Nuckelavee

Warum kann er kein Süßwasser überqueren?

Die Sage setzt es voraus: Er gehört dem Salzmeer, Süßwasser ist ihm wesensfremd.

Gibt es ihn auch anderswo?

Als Gestalt nicht; der shetländische Nuggle gehört zur Wortfamilie, ist aber milder.

Weiterführende Verlinkungen

Literatur (Auswahl)

Zentrale Quelle:

  • Dennison, Walter Traill: Orkney Folklore. Sea Myths. 1891.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

In der Nuckelavee Orkney-Sage bleibt er der schlimmste Nuckelavee Dämon der Inseln, hautlos und nur vor fließendem Süßwasser machtlos.

Einordnung & Schutz

VSTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe V zu – Tiefgreifende Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

Im Schutz-Kompass vergleichen →

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